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Mit Schnelltest schnell aus Lockdown?

Schule und Wirtschaft werden heruntergefahren. Inzwischen soll die Bevölkerung zu einem “Befreiungsschlag” gegen Corona ausholen – und sich einem Antigentest unterziehen.
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Lisa Maria Gasser10.11.2020
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Von “Massentests” will Thomas Widmann nichts hören. Es seien “flächendeckende Tests”, an denen er die Bevölkerung aufruft, teilzunehmen. Und zwar die gesamte Bevölkerung. “Bitte helfen Sie uns!”, so der Appell des Gesundheitslandesrates.

Ab Freitag, 20. November, und bis Anfang übernächster Woche – also übers kommende Wochenende – sollen sich 67 Prozent der Südtirolerinnen und Südtiroler einem Corona-Schnelltest (Antigentest) unterziehen. Rund 350.000 Personen. Eine Mammut-Aufgabe, eine “enorme logistische Herausforderung”, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher, für die eine Steuerungsgruppe beim Zivilschutz eingerichtet wird. Unter der Koordination des Südtiroler Sanitätsbetriebs und in Zusammenarbeit mit den Gemeinden, dem Weißen und Roten Kreuz sowie den Feuerwehren werden 794 Pfleger, Ärzte und sonstiges für Antigentests zugelassenes sanitäres Personal an 184 Standorten im ganzen Land die Testungen durchführen. Der Sinn dahinter? Corona-positive Personen herausfiltern, in Quarantäne schicken und “aus der aktuellen Situation herauskommen”, erklärt Kompatscher. Er nennt es “einen Befreiungsschlag”, den die Südtiroler nun aufgerufen sind, durchzuführen. Bis es soweit ist, werden die Corona-Maßnahmen noch einmal verschärft.

 

Neue Verordnung für zwei Wochen

 

Seit Tagen schnellen die Neuinfektionen in Südtirol in die Höhe. Zuletzt war über ein Test von zweien positiv, mehr als 460 Krankenhaus- und Klinikbetten und 37 der 77 Covid-Intensivbetten sind mit Corona-Infizierten belegt. Es wäre zwar möglich, auf bis zu 100 Intensivbetten aufzustocken, “aber es ist jetzt kritisch, weil jeden Tag Intensivpatienten dazukommen”, schildert der Landeshauptmann die Lage. Außerdem fehlt es an Personal. “Wir stoßen langsam an die Grenzen. Hätten wir im Frühjahr diese Zahlen gehabt, wäre unser Gesundheitssystem längst zusammengebrochen.”

Den Kollaps vermeiden – das soll das oberste Ziel der neuen Maßnahmen sein, auf die sich die Landesregierung am Dienstag verständigt hat. Zunächst informierten der Landeshauptmann und der Gesundheitslandesrat am Nachmittag den Landtag. Auch mit den Sozialpartnern wurde bereits ein erstes Gespräch geführt. Denn die wird es brauchen, wenn die nächste Verordnung des Landeshauptmannes kommt.

Ab Samstag, 14. November, tritt sie in Kraft, für zwei Wochen, bis zum 28. November. “Damit noch Zeit für Vorbereitungen bleibt”, meint Kompatscher. Vorbereiten müssen werden sich vor allem Eltern mit kleinen Kindern. Denn ab Montag, 16. November, werden Kinderbetreuungseinrichtungen, Kindergärten und Grundschulen für die allermeisten geschlossen bleiben. Nur Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen werden weiterhin betreut. Dazu zählen unter anderem Angestellte im Gesundheitsdienst, in Alten- und Pflegeheimen, im Zivilschutz. Möglicherweise auch Beschäftigte im Lebensmittelsektor. “Die vollständige Liste der systemrelevanten Berufe in dieser Situation wird mit den Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden erstellt”, kündigt Kompatscher an. Alle berufstätigen Eltern, die nicht darunter fallen, müssen die Betreuung ihrer Kinder selbst organisieren. Zumindest für eine Woche. Ausnahmen soll es für Kinder mit Beeinträchtigung und anderen besonderen Situationen geben.

In der Mittelschule wird ab Montag der Fernunterricht auf alle drei Schulstufen ausgedehnt. Die ersten Klassen Mittelschule, für die es diese Woche noch Präsenzunterricht gibt, werden für zwei Wochen, also bis 28. November, in den Fernunterricht geschickt.

Für Grundschulkinder findet kein Fernunterricht statt, sondern es werden Arbeitspakete vorbereitet, die sie zu Hause erledigen müssen.

Neben der Bildung ist auch die Wirtschaft von weiteren Einschränkungen betroffen. Für zwei Wochen (vom 14. bis 28. November) müssen Handwerker und Dienstleister den Kundenkontakt einstellen bzw. “auf ein Minimum reduzieren”, so Kompatscher. “Baustellen dürfen abgeschlossen, Reparaturen und notwendige Instandhaltungsarbeiten durchgeführt werden.” Der Produktionssektor soll weiter arbeiten, aber die Risikovermeidung weiter verbessert werden. An einem neuen Corona-Hilfspaket für die Wirtschaft wird gearbeitet.

 

Das große Frei(willigen)testen

 

“Es ist kein völliger Lockdown” in den er das Land ab Samstag schicke, betont der Landeshauptmann. Die Schließung bzw. Teilschließung der Schule werde gemacht, um mithilfe der angekündigten Testreihe weitere Corona-Infizierte herauszufinden und -zufischen. Die Testkapazitäten seien ausreichend, beteuert Widmann. Umgehend nachdem die Antigentests in Italien homologiert wurden (im August), habe man zwei Mal 300.000 Tests angefragt. “Über 100.000 sind angekommen, weitere sind auf dem Weg”, so Widmann. Außerdem habe Gesundheitsminister Roberto Speranza weitere Tests schriftlich zugesichert.

Die Tests sind freiwillig. “Bei uns ist es nicht so wie in der Slowakei, wo, wer nicht mitmacht zu Hause bleiben muss”, meint Kompatscher. Allerdings spielt man den Ball sehr wohl der Bevölkerung zu.

Wer im Zuge dieser Antigentest-Serie positiv getestet wird, muss in Quarantäne, aus der er erst mit einem negativen PCR-Test kommt. Dass diese Tatsache manch einen davon abhalten könnte, teilzunehmen, weiß Kompatscher. “Daher haben wir auch lange diskutiert, ob eine Wiedereröffnung bestimmter Dienste mit der Teilnahme kombinieren.”

Landtagssitzung 10. November 2020
Ohne testen keine Lockerungen? Deutlich äußerte sich der Landeshauptmann zu dieser Frage nicht (Foto: Südtiroler Landtag/Werth)

 

Tatsächlich verkündet der Landeshauptmann: “Die Strategie, jetzt weiter herunterfahren und testen, dient dazu, um Schulen und Betriebe möglichst rasch wieder zu öffnen.” Doch damit die Strategie aufgeht, müssen sich genügend Menschen beteiligen. Was aber, falls das nicht passiert? Wird es dann nach zwei Wochen keine Lockerungen geben? Wird der Schulbetrieb dann nicht nach einer Woche wieder aufgenommen? Klar und deutlich äußert sich Kompatscher zu dieser Frage nicht: “Die Zielsetzung der Landesregierung ist, den Dienst nur eine Woche reduziert durchzuführen. Wir wollen mit den Tests aus der aktuellen Situation herauskommen und müssen schauen, es hinzukriegen – sonst könnte es sowieso langfristig Probleme geben.”

 

Warum die Zahlen?

 

Während der Landeshauptmann am Dienstag Nachmittag dem Landtag berichtet, wird er von mehreren Abgeordneten gefragt, wie die aktuelle Situation, aus der nun die geplante Testreihe herausführen soll, erklärbar ist.
Zum einen, weil Südtirol “ein Land mit extrem viel Mobilität” sei: “Wir sind ein Transit- und Tourismusland, aber auch die Südtiroler selbst bewegen sich viel”. Zum anderen weil sich “allzu viele Menschen nicht allzu sehr bemüht” hätten, die Regeln einzuhalten.

Landtagssitzung 10. November 2020
Per Videoschaltung: tagte am Dienstag Nachmittag der Landtag (Foto: Südtiroler Landtag/Werth)

 

Ein Versagen der Sanitätsbehörden will er nicht einräumen. Und auch der “Südtiroler Weg” habe nicht dazu beigetragen, dass das Land aktuell eine der höchsten Infektionsraten in Italien und wohl auch Europas aufweist. “Der Südtiroler Weg war, im Frühjahr früher aufzutun und jetzt, früher strenge Regeln zu erlassen.” Selbstkritik übt Kompatscher keine, meint einzig: “Es ist nicht alles perfekt gelaufen, weder im Frühjahr noch jetzt und wohl auch im Sommer nicht.”

 

 

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Kommentare

Bild des Benutzers Harry Dierstein
Harry Dierstein 10.11.2020, 21:11

Hierzu bräuchte es zunächst eine erstklassige IT-Kompetenz, die in Südtirol aber nicht vorhanden ist, bzw. vom System Südtirol konsequent behindert wird.

Stichworte:
- 1.300 positive CoVid-Tests, die digital versandet sind
- bis heute keine digitale Provinz-Krankenakte
- bis heute kein digitales Provinz-Schulklassenregister
- etc.

Ich warte stündlich auf einen fähigen Staats-Kommissar, der diesen dilettantischen Widmann/Zerzer-ATHESIA Saftladen endlich übernimmt und professionell umstrukturiert.
Zum Wohle, von uns allen.

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pérvasion 11.11.2020, 12:03

Bei der digitalen Krankenakte irren Sie und beim Kommissar hoffentlich auch.

Bild des Benutzers Harry Dierstein
Harry Dierstein 13.11.2020, 00:48

Fragen Sie doch hierzu bitte einmal Ihren Hausarzt, oder (noch viel lustiger), den dahinter geschalteten Facharzt und unterlassen Sie es bitte, hier auf Salto.bz Fakenews zu verbreiten.

Und zum Rest: Warum verteidigen Sie das komplette Versagen von Widmann und Zerzer?

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pérvasion 13.11.2020, 06:34

Ich verteidige Widmann und Zerzer? Echt jetzt? Wo genau?

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Peter Gasser 10.11.2020, 21:20

Der Titel nennt sich: “Mit Schnelltest schnell aus Lockdown?”
Ich erlaube mir die Bemerkung, dass die Durchführung von Schnelltests allein *nichts* an der Seuchendynamik ändern.
Das Durchführen der Tests gibt ein Bild, eine Momentaufnahme des Geschehens, am Seuchengeschehen ändert sich dadurch aber nichts.
Unser Verhalten als Gesellschaft (Mitbürger, Lobbys, Politiker) hat uns die höchsten Infektionszahlen nicht nur in Italien, sondern mit auch in ganz Europa gebracht. Wir sind die schlechtesten.
Das Seuchengeschehen geht nur zurück, wenn wir das Virus nicht mehr füttern.
Dazu sind wir augenscheinlich nicht bereit.
Wir suchen heute schon Betten im Ausland, wissend, dass wir diese den dort lebenden Menschen wegnehmen.

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P. H. 11.11.2020, 10:39

Da muss ich leider widersprechen. Ich glaube, dass vielen aufgrund der fehlenden Symptome nicht klar ist, dass genau jene die größte Gefahr sind. Wenn viele sich testen lassen und ein Großteil der symptomlos-Infizierten "enttarnt" werden und sich danach in Isolation begeben, dann können wir viel erreichen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Ich werde mich jedenfalls testen lassen und möchte Teil der Lösung sein und nicht Teil des Problems. Hoffe, dass viele auch so denken und noch wichtiger handeln!

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Peter Gasser 11.11.2020, 10:43

Da stimme ich Ihnen zu... auch ich werde mich (nochmals) testen lassen.
Zur Erklärung siehe meinen Beitrag von 10:19 Uhr.

Bild des Benutzers P. H.
P. H. 11.11.2020, 10:58

Ich würde es mir (bin kein Experte und erst recht kein Virologe) wie folgt erklären:
Aktuell haben wir einen Stand von 100 (Beispiel). Im Sommer hatten wir einen Stand von 10. Wenn wir jetzt nichts machen, haben wir in kurzer Zeit einen Stand von 300.
Mir ist schon klar, dass wir nicht 0 erreichen werden (das werden wir im Übrigen auch lange nicht erreichen - müssen wir auch nicht) aber wir können (vorausgesetzt natürlich, dass das Vorgenommene umsetzbar ist) wieder zurück auf 20 kommen. Und das würde schon viel helfen.

Bild des Benutzers Peter Gasser
Peter Gasser 11.11.2020, 11:03

Das sehe ich auch so... aber wir werden wohl eher in 4 - 6 Wochen dorthin kommen, und nicht in 1er Woche - und auch das nur, wenn alle mitmachen würden.

Bild des Benutzers Martin Aufderklamm
Martin Aufderklamm 10.11.2020, 21:35

Schau'n mer mal, wie diese Episode dann ausgeht.
Kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese im Sinne der Südtiroler Eigenart ist: "alles größer und besser. Mir sein mir!"
Ich möchte mich gerne täuschen.

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Martin Koellensperger 10.11.2020, 21:47

"Alle berufstätigen Eltern, die nicht darunter fallen, müssen die Betreuung ihrer Kinder selbst organisieren."
Sehr gute Idee, Oma und Opa wieder mehr einzubeziehen...

Zum anderen weil sich “allzu viele Menschen nicht allzu sehr bemüht” haben
Schuld ist natürlich die Bevökerung. Und das beste ist, sie glaubt es auch noch. Wie praktisch, wär ja blöd, wenn sonst noch jemand Verantwortung für sein tun (oder nicht tun) übernehmen müsste.

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Andrea Terrigno 10.11.2020, 21:53

Jede*r sollte etwas Selbstkritik üben, lieber Arno. Dass unsere (leider unterbezahlten) Schlüsselfiguren die kostbare Zeit verstreichen ließen, stimmt genau so wie die Tatsache, dass das Volk sich nach monatelanger Isolation wieder ins soziale Getümmel gestürzt hat.
Wir haben alle irgendwie gedacht/gehofft, dass die Sache gegessen wäre. Es geht auch nicht darum, drei- oder viermal soviele Betten in der Intensivstation zu haben (doppelt soviele wären wahrscheinlich nicht schlecht, könnten wir uns wahrscheinlich schon leisten, so wie mehr Personal mit besseren Bedingungen). Hätten wir aber nicht etwas früher so drastisch eingreifen sollen?

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Jan Matia Prinoth 10.11.2020, 22:18

Ich frage mich auch ob man nicht schon früher hätte - im allgemeinen - drastischer eingreifen sollen.. Vielleicht ist das (unter anderem) aufgrund von Wunschdenken nicht geschehen. Die Schließung der Schulen, über welche heute in Pro & Contra debattiert wurde, finde ich in der jetzigen Form allerdings einen Unsinn!

Bild des Benutzers Jan Matia Prinoth
Jan Matia Prinoth 10.11.2020, 22:04

Landesrat Philipp Achammer hat meines Erachtens heute Abend mit seinem Versprechen, dass die Schule (mit Ausnahme der Oberstufe) nach nur einer Woche wieder aufgehen soll hoch gepokert. Ich sehe das eher als Wunschdenken. Das hier am Rande gesagt. Zum eigentlichen Thema dieses Artikels: ich sehe diesen Plan der Landesregierung als Teils einen Ausdruck von Wunschdenken, Teils von (zunehmender) Hoffnungslosigkeit und Teils aber wohl auch als eine mehr oder minder klar durchdachte Strategie. Wie diese Massentestung - in so kurzer Zeit - auf die Beine gestellt werden soll frage ich mich. Und wieviele Leute gehen dann hin? Ich habe mal vorsichtig 60% geschätzt. Die Landesregierung scheint auch sehr auf die Zuverlässigkeit dieses Testverfahrens zu setzen. Der Plan (bzw. die Strategie) hinter dieser "Big Operation" könnte (zudem) auch folgender sein: gesetzt, alles kann insoweit funktional auf die Beine gestellt werden, dass alle Interessierten in den paar Tagen getestet werden können; dass alle mit diesen Tests verbundenen Obliegenheiten schnell abgewickelt und die "Folgemassnahmen" (z.B., v.a.: Verordnung der Quarantäne bei positivem Test) zeitnah abgewickelt werden können, sehe ich die Chance, dass aufgrund einer durchschnittlich verlängerten Quarantäne viele positiv getestete Leute mehrere Wochen lang in einer solchen verbleiben müssten und sich damit die Zirkulation des Virus deutlich vermindern könnte. Denn: kann dieser Riesenaufwand des Massentest-Wochenendes auch in den folgenden Wochen aufrechterhalten werden? Sprich, können vielleicht 25 - 30% (positiv getestete) von sagen wir mal 60% der Landesbevölkerung (nach einer hoffentlich schnellen Versetzung in Quarantäne) auch zeitnah zum zweiten Test, dem sog. Pcr-Test eingeladen, getestet, die Folgemassnahmen getroffen usw. werden? Wenn der Sanitätsbetrieb ja schon seit ein paar Woche nicht mehr über die Kapazitäten verfügt allen bisherigen Verdachtsfällen nachzugehen? Eine "verlängerte Quarantäne" (mitsamt von x-% Fällen die ein zweites Mal positiv getestet werden) könnte zu einer deutlichen Reduktion der Virenzirkulation im Laufe von ein paar Wochen führen, was wenigstens zu einer "glitzernden Weihnachtshoffnung" bzw. zu einer teilweisen Lockerung über sagen wir 2-3 Wochen zu Jahreswechsel führen könnte (vor Frühjahr kommt es dann von mir aus eh nicht zu einer anhaltenden, starken Besserung der Lage). Ich unterstelle der Landesregierung nicht, bewusst einen "perfiden" Plan ausgeheckt zu haben (sollte ich denn hier richtig liegen) - denn: wer ist denn schon gerne einer (verlängerten) Quarantäne unterworfen? Vielleicht kommen wir aber nicht darum herum, ein abermaliges Opfer zu bringen, im Hinblick darauf diesen Virus besiegen zu können. (Auch) Daher: bitte alle am Massentest teilnehmen!

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Peter Gasser 10.11.2020, 22:13

Was ich trotzdem nicht verstehe: wodurch ändert sich durch die Tests etwas am Seuchengeschehen innerhalb einer Woche, dass man darauf kausalbezogen behaupten kann, nach einer Woche werden die Maßnehmen aufgehoben.
Sachlich ist diese Behauptung nicht nachvollziehbar und nicht umsetzbar.
Wir haben die schlechtesten Zahlen in Italien und Europa.
(Warum haben wir diese?)

Bild des Benutzers Martin Koellensperger
Martin Koellensperger 10.11.2020, 22:38

Wenn man durch die Massentests, ich meine natürlich flächendeckende Tests, die Dunkelziffer beinahe vollständig identifizieren und effizient isolieren könnte, würde man das Infektionsgeschehen auf beinahe Null bringen. Es würde sich danach natürlich wieder langsam hochschrauben, aber Weihnachten wäre gerettet.
Wird aus vielen Gründen nicht funktionieren. Klingt eher nach Verzweiflungstat als nach Plan. Ich frage mich immer noch, wer denn die Experten sind, welche über unser Schicksal bestimmen.

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Thomas Unterwinkler 10.11.2020, 23:35

Die Expertenkommission, welche die Landesregierung in Sachen Coronavirus berät, setzt sich wie folgt zusammen:
Dagmar Regele, Elisabetta Pagani, Elke Maria Erne, Marc Kaufmann (alle Bozen), Andrea Crisanti (Padua), Maria Rosaria Capobianchi, Antonio Menditto (beide Rom), Osamah Hamouda (Hannover), Herwig Kollaritsch, Herwig Ostermann (beide Wien), Dieter Kissling (Baden).
Ich gehe mal davon aus, dass diese Kommission an der heute getroffenen Entscheidung beteiligt war.

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Martin Koellensperger 11.11.2020, 06:31

Vielen Dank für die Information. Da wird einiges klarer.

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Peter Gasser 11.11.2020, 06:48

Prof. Herwig Kollaritsch am 30. Juni im Interview:
“Grundsätzlich halte ich es für vernünftig, wenn man die empfohlenen Maßnahmen auch weiterhin tatsächlich einhält. Deswegen empfehlen wir sie auch. Das hat ja einen Grund. Es ist sicherlich so, dass wir bedauerlicherweise feststellen müssen, dass der Großteil der Bevölkerung in dem Moment, wo die Lockerungen ermöglicht wurden, das gleichgesetzt haben mit einem Ende der Gefährdung. Und das ist falsch. Wir haben durch die einschränkenden Maßnahmen das Virus quasi ein bisschen gezügelt, weil wir die Übertragung behindert haben. Das hat die Zahlen zurückgehen lassen, was uns dazu berechtigt hat, auch wieder entsprechende Schritte in Richtung Lockerung dieser Maßnahmen zu setzen. Wenn die Zahl der Infektionen gering ist, sind natürlich auch die Gefahren einer Infektion, also einer Übertragung, geringer. Aber dieser Effekt ist natürlich auch umkehrbar. Das bedeutet: Wenn man jetzt wieder sehr großzügig ist und die Infektionen wieder so zulässt, wie es zu Beginn der ersten Welle der Fall war, werden wir wieder genau dasselbe Problem bekommen wie damals”.
Man sage nicht, man konnte es nicht wissen: “... werden wir wieder genau dasselbe Problem bekommen wie damals“.
Nun haben wir es, aber nicht “dasselbe”, sondern das noch grössere, siehe Krankenhaus Bozen.
Und es ist wohl die logische Folgerung der Aufgabe der Nachverfolgung des Umfeldes der Positivfälle, da dafür keine mit anderen vergleichbaren Ressourcen zur Verfügung gestellt worden sind - und die logische Folgerung des leichtfertigen Verhaltens der “Coronaleugner”.

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elisabeth garber 11.11.2020, 07:12

@Thomas Unterwinkler Kürzlich hat Widmann gesagt, dass Prof. Andrea Crisanti schriftlich (8. Juni oder Juli) abgelehnt habe, die LR zu strategisch zu unterstützen. Für mich stellt sich die Warum-Frage.

Bild des Benutzers Thomas Unterwinkler
Thomas Unterwinkler 11.11.2020, 11:49

Die von mir beschriebene Zusammensetzung ist jene, in der die Kommission im Juni ihre Arbeit aufgenommen hat. Ob es inzwischen Veränderungen gab, weiß ich nicht.

Bild des Benutzers Klemens Riegler
Klemens Riegler 15.11.2020, 18:26

Prof. Andrea Crisanti (Padua) ist, soweit ich mich erinnern kann, nicht Mitglied der Kommission. Nie gewesen! Er hat kürzlich mal verlautbart, dass er zwar gefragt, aber nie beauftragt wurde. ... Hoppala, erst jetzt gesehen, dass ähnliches schon E. Garber gepostet hat.

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Jan Matia Prinoth 10.11.2020, 22:41

Durch die Tests an sich ändert sich natürlich nichts.
Welche Behauptung meinen Sie?

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Peter Gasser 10.11.2020, 22:56

Die Behauptung des Landesrates, dass die Maßnahmen (Schließung der Schulen) nach einer Woche aufgehoben werden.
Durch das Durchführen der Tests ändert sich bis dahin nichts am Seuchengeschehen.
Und die Wirkung von Maßnehmen zeigt sich erst nach frühestens 2 Wochen.
Wieso soll das Durchführen der Tests ursächlich der Aufhebung der Maßnahmen dienen, und das schon nach einer Woche? Ich verstehe da weder den sachlichen Hintergrund noch den kausalen Zusammenhang, noch die Schlussfolgerung.
Tests geben ein Bild der Situation, sind aber selbst keine Maßnahme, welch kausal ins Seuchengeschehen hineinwirken kann.
Um es brutal zu sagen: ob getestet wird oder nicht ist dem Virus egal.
Nur eines stoppt das Virus: wenn wir es nicht mehr füttern, wenn wir nicht mehr dessen Kopiermaschine sind.
Dass wir das nicht ernst nehmen, zeigt der Umstand, dass wir italien- und europaweit Nummer 1 sind: am schlimmen Ende der Skala.

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Elisabeth Delago 11.11.2020, 07:27

Ich bin seit den Frühjahr in der USCA tätig, d.h. ich mache Hausvisiten als Ärztin bei Covid-19 Patienten. Diese sind zu Hause alleingelassen und verängstigt. Statt Massentests brauchen wir eine gute ärztliche Betreuung zu Hause, dann müssen wir nur sehr wenige Patienten einliefern!!

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Elisabeth Hammer 11.11.2020, 09:13

Diese USCA-Einheiten wären dringend auszubauen bzw. in manchen Gebieten erst einzurichten. Und diese sollten nicht über die Sanitätseinheit geschickt werden, sondern vom Hausarzt, der kennt seine Patienten nämlich am besten.

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pérvasion 11.11.2020, 09:47

»Wieso soll das Durchführen der Tests ursächlich der Aufhebung der Maßnahmen dienen, und das schon nach einer Woche? Ich verstehe da weder den sachlichen Hintergrund noch den kausalen Zusammenhang, noch die Schlussfolgerung.«

Ich weiß nicht, was ich von dem Vorgehen und von der Ankündigung halten soll, aber einen (potentiellen) Zusammenhang gibt es m.M.n. schon: Wenn die positiv Getesteten (v.a. die Asymptomatischen) dann nicht mehr herumrennen sondern in Quarantäne gestellt werden könnten, hätte das sehr wohl Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen. Das Nachverfolgen von Kontaktketten ist bei diesen Zahlen ja zu aufwändig und demnach nicht mehr zu leisten, da sind flächendeckende Tests zwar möglicherweise kostenintensiver, aber wenigstens noch umsetzbar.

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Peter Gasser 11.11.2020, 10:19

Das ist mir schon klar, wenn NACHHER alle Positiven auch den PCR-Test erhalten, aber SOFORT in Quarantäne kommen, und deren Kontaktpersonen auch. Aber es heisst ja, nach den TESTS will man öffnen - und die Tests alleine sind KEINE Massnahme.
Das Durchführen von 350.000 Schnelltests mit nachfolgenden PCR-Tests bei etwa 3.500 Positiven (1%), und das Nachvervfolgen von etwa 30.000 Kontaktpersonen will man in 1 Woche erledigen, damit man nach 1er Woche die Schulen öffnen und nach 2 Wochen allgemein die Maßnahmen herunterfahren kann? Maßnehmen, deren Wirkung sich erst in 2-4 Wochen zeigen wird?
Mit Verlaub, das ist unerfüllbares Wunschdenken - das dürfte man so den Bürgern nicht sagen.
Wir haben die schlimmste Situation in Italien und Europa, und die Politik redet vor, dass die Maßnahmen nach 1er bzw. 2 Wochen aufgehoben werden... sorry, aber dafür sollte man kein Verständnis haben.
Eine Kommunikation mit mehr ehrlicher Wirklichkeitsbetrachtung wäre doch allemal langfristig besser.
Wie will man in 10 Tagen erklären, dass man bereits vorher wusste, dass die Maßnahmen länger dauern müssen, etwas, was im benachbarten Ausland ohne Scheu offen und transparent kommuniziert und umgesetzt wird.
Unser Weg hat uns bisher zum am schwersten betroffenen Gebiet in ganz Italien und mit in ganz Europa gebracht, und der Landesrat verspricht, dass die Maßnahmen nach 1er Woche teils, und nach 2 Wochen fast gänzlich heruntergefahren werden.
Glauben findet in der Kirche statt; das Virus agiert aber nach biologischen und mathematischen Mustern, und nicht nach Glauben und Wunschdenken - leider.

Bild des Benutzers pérvasion
pérvasion 11.11.2020, 12:02

Wie gesagt — ich habe nicht die Vorgehensweise und die Ankündigungen an sich kommentiert (die ich auch für zumindest gewagt halte), sondern auf den (in diesem Fall mittelbaren) Kausalzusammenhang zwischen Massentests und eventuellen Lockerungen hingewiesen.

Bild des Benutzers Georg Holzer
Georg Holzer 11.11.2020, 08:31

Was kostet so ein flächendeckender Test von ca.300.000 Stück? Das Geld könnte sinnvoller eingesetzt werden und was bringt das wirklich? Ich denke die verantwortlichen Politiker und die Sanitätsspitze suchen nur eine Ausrede um den anstehenden Lockdown zu rechtfertigen der um Wochen zu spät kommt und die Schuld für ihre Untätigkeit der letzten Monate irgendwie abzulenken.

Bild des Benutzers Frank Fink
Frank Fink 11.11.2020, 09:42

Ich finde es grundsätzlich interessant, dass viele die Schuld für die jetzige Lage, den Politikern in die Schuhe schieben wollen. Grundsätzlich stimme ich vielem hier zu: Das Krisen-Management ist nicht gut - aber an den hohen Infektionszahlen ist nicht die Politik Schuld. JEDE/R Südtiroler/in wusste von der zweiten Welle - trotzdem sind alle zum Törggelen, Manschaftssport, Chor oder in die Disco Exclusiv in Lana. Hätte die Politik Anfang September das alles verboten, hätten in genau diesem Forum alle nach Eigenverantwortung geschrien. Davon lese ich hier jetzt eigenartiger Weise nichts mehr. Die Therapie mag mangelhaft sein, aber für die Verbreitung der Krankheit sind schon wir Bürger/innen verantwortlich!

Bild des Benutzers Nadine Laqua
Nadine Laqua 11.11.2020, 15:33

Nein, nein und nochmals nein..... es stimmt einfach nicht, das der durchschnittliche Südtiroler sorglos getörgglt, gefeiert und getanzt hat. Vielleicht die Jugendlichen, vielleicht manche Fussballfans, vielleicht einige Touristiker. Aber ein Großteil der Menschen hat sich bestmöglich verhalten!

Bild des Benutzers Peter Gasser
Peter Gasser 11.11.2020, 16:05

darf ich fragen, warum wir dann Ihrer Ansicht nach italienweit und europaweit mit am schlechtesten dastehen, und die Pandemie bei uns außer Kontrolle geraten ist?
Warum?
(Das Virus breitet sich nur aus, wenn es Futter, also noch nicht infizierte Menschen, bekommt).

Bild des Benutzers Harald Knoflach
Harald Knoflach 12.11.2020, 18:28

@Peter Gasser
Das ist das ECDC-Dashboard. Wo erkennt man da, dass Südtirol regionaler Spitzenreiter ist?
https://qap.ecdc.europa.eu/public/extensions/COVID-19/COVID-19.html#glob...

Bild des Benutzers Heinrich Zanon
Heinrich Zanon 11.11.2020, 10:10

Ein rascher, massiver und breitgefächerter Einsatz von Antigen-Schnelltests wird zweifelsohne hilfreich sein und ist sehr zu begrüßen. Er wird es ermöglichen, in kurzer Zeit viele, vor allem auch viele asymptomatische Träger des Covid-19-Virus zu orten, am freien Zirkulieren zu hindern und so die Spirale der Ansteckungen zurückzuschrauben.
Antigen-Schnelltests ergeben allerdings nur Momentaufnahmen.
Es wird daher sicherlich nötig sein, das geplante große Massentesten durch gezielte weitere Antigen-Schnelltests zu ergänzen, vor allem an Menschen, die zulässigerweise und systembedingt häufigem Kontakt mit anderen Personen ausgesetzt sind (beispielsweise im Bereich des Gesundheitswesens oder des Unterrichtswesens, in Betrieben und im Handel, als Pendler und in vergleichbaren Situationen).
Dringend zu fordern wäre es, solche Menschen, sofern sie in einem öffentlichen Dienstverhältnis stehen, zu derartigen regelmäßigen Schnelltests zu verpflichten.
Möglicherweise könnte auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel Personen vorbehalten werden, die sich einem entsprechenden Testprogramm unterworfen haben und unterwerfen.

Bild des Benutzers elisabeth garber
elisabeth garber 11.11.2020, 14:04

Fürs Weihnachtsgeschäft und/oder für die Katz?
Das Vertrauen in die Politik ist bei mir leider momentan abwesend.

Bild des Benutzers Frank Fink
Frank Fink 11.11.2020, 16:39

@ Nadine: ja, das würde mich auch interessieren - wie hat sich das Virus dann so ausbreiten können? Es heißt ja nicht, dass alle so gehandelt haben - aber genug. Mir haben einige italienische Lieferanten gesagt, dass es hier in Südtirol viel lockerer gehandhabt wird, als weiter im Süden. Mir hat eine Wirtin eines Törggele-Kellers offen gesagt: Ja wenn ich das einhalten würde, müsste ich zusperren..

Bild des Benutzers Gerhard Mumelter
Gerhard Mumelter 12.11.2020, 06:28

Am 9. Mai war Bozen Ziel zahlreicher italienischer Fernsehteams. Ihre Botschaft an die Zuschauer im restlichen Italien: "La provincia autonoma si stacca da quanto previsto dal governo in merito alla riapertura delle attività dopo la pandemia.
Entra in vigore la legge sulla fase 2, ovvero la ripresa della libertà di movimento." Jetzt verkünden die Schlagzeilen das exakte Gegenteil: "In provincia di Bolzano da sabato cambieranno molte cose. Basta l'approccio morbido - tutto sarà parificato al decreto governativo. "
Die Kernfrage ist also: was ist schiefgelaufen in diesen Monaten, dass der Landeshauptmann die Lage jetzt als "sehr sehr kritisch" definiert, von einem "europäischen Spitzenwert" spricht. Rai-Tagesschau: "Kein Land weltweit weist eine höhere Wocheninzidenz auf als Südtirol." Kurz zusammengefasst lautet die Frage: "Musste Südtirol wieder einmal dem notorischen Zwang nachgeben, den Klassenbesten zu spielen ?

Bild des Benutzers Thomas Unterwinkler
Thomas Unterwinkler 12.11.2020, 12:55

Ich denke, man hat sich ein Stück weit an Österreich orientiert, wo im Sommer ja einige Zeit lang noch viel weiter gehende Lockerungen als in Südtirol galten (z.B. keine Maskenpflicht im Supermarkt und in der Gastronomie).
Das Problem an dieser Strategie: Es hat sich herausgestellt, dass sie nicht funktioniert, Österreich steht derzeit im europäischen Vergleich äußerst schlecht da, hat eine der höchsten 7-Tages-Inzidenzen (Stand heute 559 - was im Vergleich mit Italien schlecht und im Vergleich mit Deutschland sehr schlecht ist).
Der Unterschied zwischen Österreich und Südtirol ist, dass die Krankenhaus-Kapazitäten in Österreich größer sind, so dass man dort vorläufig noch keinen Zusammenbruch des Gesundheitswesens befürchten muss (wobei sich in Oberösterreich und Vorarlberg aber Engpässe abzuzeichnen beginnen).

Bild des Benutzers Andreas gugger
Andreas gugger 12.11.2020, 07:03

Ohne eine entsprechende Verpflichtung wird sich der Großteil der Südtiroler nicht zu diesem massentests bewegen lassen. Verwunderlich ist bereits umso mehr dass sich die sonst so laut beklagenden lobbies wie der HGV oder der Bauernbunds noch nicht gemeldet haben. In den Sommer und Erntemonaten musste das Land tief in die Tasche greifen um die Touristen und Erntehelfer ins Land zu holen. Das Ergebnis sieht man jetzt.

Bild des Benutzers Heinrich Zanon
Heinrich Zanon 12.11.2020, 11:53

Das Vertrauen unserer Mitbürger in die Zielsicherheit der Entscheidungen zur Bekämpfung der Covid-9-Pandemie hat zunehmend abgenommen und vielfach hat sich großer Überdruß eingestellt.
Es steht also zu befürchten, dass der für die kommende Woche geplante und als freiwillig deklarierte Massentest der Bevölkerung mit Antigentests ein katastrophaler Flop werden und auch nicht annähernd die ins Auge gefaßte Mindestbeteiligung erfahren könnte.
Um einer solchen Gefahr vorzubeugen, werden Landesregierung und Sanitätsbetrieb gut daran tun, uns Bürgern im Vorfeld, möglichst noch in dieser Woche, reinen Wein einzuschenken, also die wichtigsten Unsicherheiten in unzweideutiger Form auszuräumen und insbesondere Antworten etwa auf folgende Fragen zu liefern:
1. Wie wird sichergestellt sein, dass es bei den Testvorgängen zu keinen unzumutbar langen Wartezeiten und insbesondere nicht zu gefährlichen Menschenansammlungen kommen kann?
2. Werden Personen, die beim Antigenschnell-Test sich als positiv erweisen sollten, einem anschließenden PCR-Test unterzogen?
3. Wo, wie und innerhalb welcher Zeiten würde ein derartiger PCR-Test vorgenommen?
4. Wo genau müssen bzw. können Personen, welche beim Antigen-Schnell-Test als positiv aufscheinen, sich in Isolation begeben?
5. Welche Auswirkungen erzeugt ein positives Ergebnis beim Antigen-Test für die mit dem Getesteten im selben Haushalt lebenden Menschen?
6. Welche Auswirkungen erzeugt ein solches positives Ergebnis bei Schülern für die Schule und bei berufstätigen Getesteten für das Umfeld am Arbeitsplatz?
7. Wann erfolgt nach der Beurkundung eines positiven Ergebnisses beim Antigen-Schnelltest die amtliche Verhängung einer Quarantäne und wie (vor allem ab wann) wird die zeitliche Dauer der Quarantäne berechnet werden?

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Peter Gasser 12.11.2020, 12:14

Zudem wäre es gut zu klären, dass die Durchführung von Tests selbst keine “Maßnahme” ist, aufgrund der man Seuchenschutz-Maßnahmen nach 1er (!!) Woche aufheben kann; eine Änderung im Seuchengeschehen wird nur erreicht, wenn nach den Schnelltest die positiven Mitbürger einen PCR-Test machen, in Quarantäne gehen, und deren Kontaktpersonen ebenfalls unmittelbar getestet werden, und bis zum neg. Ergebnis isoliert bleiben; das alles wird 3-6 Wochen dauern, bis eine merkliche Entlastung eintritt.
Da verliert die Politik weiter Vertrauen, wenn man heute schon trotz höchster Inzidenzwerte weltweit behauptet, nach 1er bzw. 2 Wochen alle Maßnahmen aufzuheben. Das wird man weder verantwortungsvoll können, noch überhaupt dürfen: wozu verspricht man es dann den Bürgern?

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Jump Jack 12.11.2020, 14:58

ist vlt. z.T. off topic aber ................trotzdem nur noch ein Denkanstoß in Bezug auf den Inzidenzwert.....
Als 7-Tagessumme der Neuinfektionen bezogen auf 100.000 Einwohner, steigt dieser Wert natürlich auch mit der Anzahl der Testungen.......
Das macht den Vergleich von Inzidenzwerten nur dann zulässig (Südt. zur Zeit ca. 850 und z.B. LK Traunstein in D bei 380 und Tirol bei aktuell bei ca. 780 (auch nicht ganz ohne gell) Quelle: RKI.de - Covid-19-Dashboard von RKI und JHU), wenn annähernd gleiche Testungen vorgenommen und gezählt werden (und da könnte es regional und international durchwegs auch Unterschiede geben.....) oder die Anzahl der Testungen als Faktor in den Vergleich miteinfließen (und das geschieht meines Wissens nicht).........
und zweitens spekuliere ich mal, dass die Epidemie nicht überall zeitgleich gleich intensiv auftritt.
Also wir gleichen zwar nicht Äpfel mit Birnen, aber vielleicht Golden mit Granny.

Die Situation ist trotzdem Schei**e mit oder ohne Inzidenzwert, da brauchen wir gar nicht lang rumdiskutieren, schlichtweg, weil die essentiellen KH Ressourcen bald erschöpft sind....

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ml Dorfmann 12.11.2020, 14:53

Dieses Warten auf die neue Verordnung ist unerträglich. Das dritte Mal in zwei Wochen, diese Unsicherheit ist zutiefst verstörend.
Ich versteh auch nicht, warum sie so solange darüber diskutieren müssen, wer offen lassen darf. Je mehr Betriebe offen lassen dürfen, desto weniger Leute lassen sich testen, sie müssen dann ja eventuell in Quarantäne, das ist meine Befürchtung.

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Christoph Gatscher 12.11.2020, 18:50

Ich denke wenn so viele Menschen auf einmal getestet werden wird es zu Menschenansammlungen kommen wie Bozen es noch nie gesehen hat.
Die Autoschlange wird einige Kilometer lang sein, wahrscheinlich kommt es auch zu Tumulten.
Beste Voraussetzungen dass sich richtig viele Leute erst recht anstecken werden.

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Georg Holzer 13.11.2020, 08:49

Da werden Millionen rausgeschmissen für 350.000 Tests in 3 Tagen, wie soll denn die Sanitätsverwaltung das verarbeiten und die positiven verständigen und in Quarantene schicken, wenn sie es nicht mal schafft täglich ca. 2000 Tests richtig und schnell zu verwalten, die positiven Mitbürger zu verständigen und die Nachverfolgung der Kontaktpersonen zu erfassen? Das ist reine Verar...... und Steuergeldverschwendung!

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Peter Gasser 13.11.2020, 09:24

... ja das wird interessant: das müssten als Momentaufnahme bei 1 - 2% Infektionsrate etwa 3.000 bis 5.000 Positive sein mit einigen 10.000 Familienmitgliedern und Kontaktpersonen...
Da sind schnell 10% der Südtiroler in Quarantäne: ob und wie man das wohl kontrollieren kann?

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Martin Koellensperger 13.11.2020, 17:02

Was auch interessant ist, dass beim verwendeten Test (der gegen den PCR Test validiert wurde)unter der Annahme einer Prävalenz von 2% sich ein positiver Vorhersagewert (also die Wahrscheinlichkeit dass der Patient bei einem positiven Test wirklich infiziert ist) von 85.97% (46.39% - 97.75%).
Bei einer Prävalenz von 1% wären es nur 75.20% (29.99% - 95.55%)
Da sind dann schnell einmal ein paar tausend Menschen zuviel in Quarantäne

.

Diese Berechnungen laut Datenblatt http://sdbiosensor.com/xe/?module=file&act=procFileDownload&file_srl=182... des Tests, welche die Firma Relab vertreibt, die den Zuschlag vom Sanitätsbetrieb erhalten hat https://www.ausschreibungen-suedtirol.it/pleiade/?pagina=templateManager... Ich gehe jetzt einfach davon aus, dass dieser Test beim Massenscreening benutzt werden wird.

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Jan Matia Prinoth 15.11.2020, 08:37

Guten Morgen Herr Kollensperger

Könnten Sie bitte ihren letzten Beitrag in mäglichst knappen, einfachen und allgemeinverständlichen Worten wiederholen? (was bedeutet es ein Testverfahren gegen ein anderes zu validieren, was ist eine "Prävalenz" und wie, wann und warum kann es schließlich nach Ihnen zu diesen zwei verschiedenen prognostizierten Werten (= Treffsicherheitsquoten des Tests, oder?) von 85,97 und 75,20% kommen? Danke

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Martin Koellensperger 15.11.2020, 14:07

Guten Tag Hr. Prinoth,
bevor so ein Test auf den Markt kommt, muss überprüft werden, wie genau er ist.
In diesem Fall hat man Proben verwendet, die mit dem PCR Test entweder positiv oder negativ getestet wurden.
Von den 115 PCR positiven hat der Schnelltest 111 richtig als positiv erkannt, 4 waren falsch negativ.
Von den 311 negativen waren 310 richtig als negativ erkannt, 1 war falsch positiv
Dies sieht erstmal so aus, als wären die falsch negativen viel häufiger als die falsch positiven Testergebnisse. Jetzt kommt allerdings die Vortestwahrscheinlichkeit ins Spiel: wie wahrscheinlich ist es, die Krankheit in der getesteten Population zu finden. Wenn man die gesamt Bevölkerung testet entspricht die Vortestwahrscheinlichkeit der Prävalenz, also der Anzahl zum Testzeitpunkt erkrankten.
Nach dem Bayes Theorem kann man nun ausrechen, wie sich die Prävalenz auf das Testergebnis auswirkt
Bei einer Prävalenz von 2% und 350.000 Tests sind 7.000 tatsächliche Kranke zu erwarten. Das zu erwartende Testergebnis wären dann 7.900 positive Tests, davon 1140 falsch positive. 240 wären falsch negativ.
Bei einer Prävalenz von 10%, wie sie Dr. Zerzer laut Medien erwartet, wären es 35.000 Infizierte. Die falsch Positiven wären 1080, dafür sollte man aber 1.230 falsch Negative erwarten.
Ich würde mich trotzdem freuen, wenn Dr. Zerzers Vorhersage zuträfe. Es wäre für uns alle besser, wenn unser Gesundheitssystem bei 35.000 Infizierten am Limit wäre und nicht schon bei 7.000. Nur zu hoffen, dass nicht Prävalenz und Durchseuchung (die man mit dem Antigen-Test nicht messen kann) verwechselt wurden.
Alle Zahlen haben ein Konfidenzintervall, sind also nicht in Stein gemeißelt sondern mit statistischer Unsicherheit behaftet, Rechenfehler werden ebenfalls nicht ausgeschlossen. Kann jeder selbst überprüfen.

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Peter Gasser 15.11.2020, 14:26

Oben steht: “Ich würde mich trotzdem freuen, wenn Dr. Zerzers Vorhersage zuträfe. Es wäre für uns alle besser, wenn unser Gesundheitssystem bei 35.000 Infizierten am Limit wäre und nicht schon bei 7.000”:
Das ist wohl eher unrealistisch, denn bei 35.000 unerkannten Infizierten wäre die gesamte Bevölkerung binnen weniger Tage völlig durchseucht, und die Pandemie wäre auf natürlichem Wege am Ende: Bergamo, New York, Madrid u.a. belegen, dass es nicht so sei.
Es sind wohl eher weniger als 7.000, eher die Hälfte davon... wir werden es ja bald wissen.
Warum geht Österreich in den verschärften Lockdown, wenn alles bald von alleine vorbei sein könnte? - das würde dann ja keinen Sinn machen.
Liegen darin begründet die Aussagen von Verbänden bis hin zu Landesräten, dass man (gerade) bei uns in 1er bzw. 2 Wochen die Maßnehmen beenden und das normale Leben zurück sein wird?
Bei uns ordnen Verbände und Politiker bis hin zu Landesräten die Situation gegenteilig ein, als man dies z.B. in Österreich und Deutschland tut - die kausale Grundlage dafür ist für mich irgendwie nicht erkennbar.

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G. P. 15.11.2020, 17:24

"Liegen darin begründet die Aussagen von Verbänden bis hin zu Landesräten, dass man (gerade) bei uns in 1er bzw. 2 Wochen die Maßnehmen beenden und das normale Leben zurück sein wird?"
Das ist reines Bla-bla-bla! Wenn niemand weiß, was in zwei Tagen sein wird, wie soll dann jemand wissen, wie es in ein oder zwei Wochen sein wird. Ist so ähnlich, wie die Sprüche im Sommer "es wird keinen zweiten Lockdown geben" und "die Schulen werden nicht geschlossen".

Bild des Benutzers Jan Matia Prinoth
Jan Matia Prinoth 15.11.2020, 17:02

Danke Herr Köllensperger für die ausführliche Antwort.
Ich hätte noch zwei Verständnisfragen:
- Derzeit sind drei Arten von Testverfahren im Umlauf: Antigentest, Antikörpertest und der sog. Abstrich (PRC). Stimmt das?
- Wie errechnen sich die täglich von der Sanitätseinheit veröffentlichten Daten? Total aller Test - auf Verschreibung von einem Arzt UND auf freiwilliger Basis (z.B. in Apotheken)? Hierbei Summe aller Test aller drei Testverfahren?

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Martin Koellensperger 15.11.2020, 17:07

Die positiven Antikörper und Antigentests müssten dem Amt für Hygiene gemeldet werden. Dieses veranlasst den PCR Test. Nur bei einem positiven PCR Test wird Quarantäne verordnet und der Fall scheint in der Statistik auf.
Man munkelt, in anderen Provinzen bliebe letzerer Schritt aus, um die Zahlen niedrig zu halten. Schwer vorzustellen

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Klemens Riegler 15.11.2020, 18:19

Im Beitrag steht: "Wer im Zuge dieser Antigentest-Serie positiv getestet wird, muss in Quarantäne, aus der er erst mit einem negativen PCR-Test kommt". Und es wird doch seit Tagen versucht die Menschen schon jetzt mit positivem IGM-Test in "Quarantäne" zu schicken. Sollte jetzt gesetzlich geregelt sein !

Bild des Benutzers Martin Koellensperger
Martin Koellensperger 15.11.2020, 19:29

Sollte. Ist es? Auch für asymptomatische? Inkl. Krankschreibung?
Was ist mit den zu erwartenden 1000 falsch positiven und deren Angehörigen, wann kommen die frei?
Es besteht noch massiver Klärungsbedarf, sonst bleiben vorallem diejenigen dem Testival fern, die Angst haben, positiv zu sein.

Bild des Benutzers G. P.
G. P. 15.11.2020, 20:35

Im Moment ist in dieser Hinsicht noch überhaupt nix geregelt. Es sollte (!) am Mittwoch mit Rom geklärt werden, was immer das auch heißen mag.

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Thomas Unterwinkler 15.11.2020, 13:44

Bundeskanzler Kurz hat übrigens soeben in der Pressestunde angekündigt, dass es in Österreich vor Weihnachten Corona-Massentests wie in der Slowakei geben wird.

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Josef Prantl 15.11.2020, 14:56

Ich würde mir wünschen, wenn mehrere die Dokumentation von ARTE "Corona: Deutsche, Franzosen und Schweden in der Krise"
(www.youtube.com/watch?v=ebPB5egg4X4&feature=emb_title)
sich ansehen würden und hoffentlich etwas kritischer die Krise betrachten.
Es ist verwerflich, wenn ein Landesrat folgendes sagt: "Wer jetzt noch infiziert draußen herumläuft, ist ein Verbrecher!" (Zett, 15.11.2020). Niemand kann erklären, was es mit dem Virus auf sich hat. Aber Panikmache, Schuldzuweisungen und Missachtung der Grund- und Menschenrechte deuten darauf hin, dass die Krise zu einer viel größeren Gefahr für die Menschheit wird. Das soll nicht heißen, dass wir uns nicht schützen und alles unternehmen sollen, um der Pandemie Herr zu werden. Allerdings rechtfertigt der Zweck nicht alle Mittel.

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elisabeth garber 15.11.2020, 16:43

Auf mich hatte die Arte-Doku aufgrund der unglücklich gewählten Länder mit anderen demographischen und kulturellen Gegebenheiten (kompatible Vergleiche in der Seuchen-Handhabung kann man nicht mit Äpfeln und Birnen anstellen, man muss schon bei einer Art bleiben, Skandinavien z.B.) kaum erhellende Wirkung.
Die Wortwahl des Landesrats ist freilich schlecht, aber die Grundaussage ist wohl wahr, nach dem, was man über Super-Viren-Streuern* (längst) weiß und immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt.

Bild des Benutzers P. Martini
P. Martini 18.11.2020, 18:37

Zum Südtiroler Weg: Entgegen dem staatlichen Dekret 24.10. bez. der Schließung des gesamtstaatlichen Skibetriebs, ging der Präsident der Provinz Bozen per Verordnung noch am 25. Oktober seinen "Südtiroler Weg", darunter die Fortführung des (nicht nur professionellen) Skibetriebs in Sulden und Schnalstal. Dies den bekannten Ereignissen in Ischgl zum Trotz, die im Frühjahr maßgeblich mit der Verbreitung des Virus in etlichen europäischen Ländern in Zusammenhang gebracht werden und zu denen gerichtliche Verfahren laufen. Und: dies, nachdem in der der Verordnung vorangehenden Woche (19.-25.10.) für die Provinz Bozen ein durchschnittlicher Rt-Wert von 1,96 ermittelt wurde (Quelle: Il Sole 24 Ore). Übrigens war dieser Index in der Provinz Bozen bereits Mitte September bei 1,28 und stieg bis Mitte Oktober auf 1,8. Lab24 bezeichnet den Rt-Index ab 1,50 als "außer Kontrolle". Bozen wurde am 8. November zur Roten Zone deklariert, der Skibetrieb lief jedoch immer noch und wurde erst am 14.11 im Schnalstal und am 15. in Sulden eingestellt.

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Thomas Unterwinkler 18.11.2020, 19:58

Grundsätzlich gebe ich Ihnen recht, dass die Weiterführung des Skibetriebs keine glückliche Entscheidung war. Aber der Vergleich mit Ischgl hinkt. Denn die dortige Ausbreitung des Coronavirus hing ganz wesentlich mit der dortigen Apres-Ski-„Kultur“ zusammen - Stichwort Kitzloch. Von offenen Apres-Ski-Lokalen in Sulden oder dem Schnalstal ist mir nichts bekannt. Falls Ihnen Apres Ski in Ischgl nichts sagt, empfehle ich dieses Buch:
https://www.faz.net/aktuell/reise/lois-hechenblaikners-fotoband-ueber-de...

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P. Martini 20.11.2020, 17:35

Danke für die Rückmeldung. Das Phänomen Après-Ski ist mir durchaus bekannt, aber bei geöffneten Skibetrieben nicht zwingend für in dieser Zeit unerwünschte Menschenansammlungen und potentielle Ansteckung notwendig: in der Schlange zu Kassenschaltern und Liften, deren Kabinen, wenn ich recht verstanden habe, zu 80 % (!!) man muss schon sagen „befüllt“ wurden. (Aber wie man hört sind das dann ja nur gaanz kurze 10 Minuten Fahrzeit!). Und wer möchte nicht etwas Warmes essen und trinken? Die feuchtfröhlichen Gaststuben und was da zirkuliert kann sich jeder vorstellen und auch, wer die Folgen zu tragen hat: die Bevölkerung, die Ärzte und Pfleger, die es richten sollen, die Kinder und Jugendlichen, die immer die ersten sind, die diese unverantwortlichen politischen Entscheidungen ausbaden müssen.

Bild des Benutzers P. Martini
P. Martini 18.11.2020, 20:00

Bei den Erfolgsaussichten der Testung ist m.E. ein Aspekt ausschlaggebend: Wieviele von jenen werden sich testen lassen, die das Virus bis heute nicht ernst nehmen? Die (und das sind nicht Jugendliche!) zuweilen geradezu triumphierend ihr unbedecktes Gesicht zur Schau stellen, die den Sommer über ohne jede Vorsichtsmaßnahme gefeiert haben was das Zeug hielt und vermutlich genau jene sind, unter denen das Virus zu suchen wäre! Aber, als verlange man von Covid-Leugnern, eben jene Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten, die sie ablehnen, stellt sich die Frage, warum diese Gruppe ihr Credo aufgeben und sich auf etwas testen lassen sollte, das fuer sie irrelevant, oder inexistent ist, oder auch das für sie unbequeme Folgen wie Quarantäne u.A. haben könnte. Es steht zu befürchten, dass dem Appell wieder hauptsächlich jene Tugendhaften folgen, die, das Gemeinwohl im Blick, ohnehin die AHA-Regeln einhalten und keine Antwort auf die Frage geben werden, wo das Virus sich verbreitet.

Bild des Benutzers Stefan Gross
Stefan Gross 26.11.2020, 00:03

Warum haben die Ergebnisse des Massentests in Südtirol keinen Eingang in die offizielle Statistik gefunden? Sind die positiv getesteten Personen, die nun in Quarantäne sein sollten, etwa keine "aktiven Fälle"? Die 350.000 Tests haben offensichtlich stattgefunden. Waren das etwa gar keine richtigen Corona Tests? Sind die Menschen denn nicht per Notverordnung in Quarantäne geschickt worden?

Bild des Benutzers Sepp Bacher
Sepp Bacher 26.11.2020, 10:05

Laut staatlichem Dekret werden nur jene in die offizielle Statistik auf genommen, welche als positiv aufgenommen, welche den PCR-Test gemacht haben. Und dieser sollte jetzt sukzessive erfolgen.

Bild des Benutzers Peter Gasser
Peter Gasser 26.11.2020, 10:09

Das bleibt ein Getrickse:
ich identifiziere mittels Schnelltest “Positive”, mache keinen PCR-Test, bzw. diesen so spät, dass er garantiert negativ ist, und schöne damit die Zahlen, welche damit nicht mehr der Wirklichkeit entsprechen.
Die Statistik wird ein geschöntes Schaufenster-Produkt zur beliebigen politischen Verwendung.

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