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Klaus Petereit
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Sozialberufe

Die Online-Petition

Der Landesverband der Sozialberufe hat eine Open Petition gestartet, um auf die vertragliche und arbeitsrechtliche Schieflage im Pflegebereich in Südtirol hinzuweisen.
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Die Sozialberufe, ein marktwirtschaftliches Paradox: Überdurchschnittlich begehrt - Unterdurchschnittlich bezahlt“ unter diesem Motto hat der Landesverband der Sozialberufe Ende Mai eine Onlinepetition – eine sogenannte Open Petition - gestartet.
Unsere Gesellschaft kennt eine Hierarchie der Berufe, je höher oder gehobener ein Beruf ist desto höher ist das Einkommen, der Einfluss, der Status und das Prestige“, beschreiben Kathrin Huebser und Marta von Wohlgemuth die Ausgangsposition. Die Vorsitzende und die Geschäftsführerin des Landesverbandes der Sozialberufe stellen dann ein provankte Frage: „Was ist uns also die Arbeit am Menschen wert, welchen Status und welches Prestige räumen wir ihr ein?
Der Landesverband der Sozialberufe setzt sich seit Jahren dafür ein, dass der Stellenwert der Sozialberufe, in unserer der Gesellschaft besser verankert wird. Die zentralen Forderungen in der Petition an die Südtiroler Landesregierung und die Verhandlungspartner des Bereichsabkommens für die Gemeinden, Bezirksgemeinschaften und der öffentlichen Fürsorge- und Wohlfahrtseinrichtungen (ÖFWE) werden in der Petition so zusammenfasst:
 
Lohngerechtigkeit:
Die Lohngerechtigkeit ist zentral, denn ohne angemessene Entlohnung für die in der Betreuung und Pflege Beschäftigten, wird die Attraktivität dieser Fachberufe nicht nachhaltig steigen. Wir fordern eine Lohnerhöhung von 10 % und eine Anhebung der Funktionsebenen.
 
Rahmenbedingungen für ältere Mitarbeiterinnen:
Wir fordern ein Maßnahmenpaket für Alternsgerechtes Arbeiten und Rahmenbedingungen für ältere Mitarbeiter/innen.
 
Huebser, Katrin + von Woihlgemuth, Marta
Kathrin Huebser und Marta von Wohlgemuth„Was ist uns die Arbeit am Menschen wert“ (Foto: privat)
 
Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel:
Wir fordern einen Landessozialplan, der als Planungsgrundlage für die Versorgung betreuungs- und pflegebedürftiger Personen dient, denn derzeit dient die demographische Entwicklung als Argumentation für fast alles.
 
Kodex für die Sozialberufe mit Fachausbildung:
Der Kodex für die Sozialberufe ist als verbindliches und Identität stiftendes Grundsatzdokument für die Sozialberufe mit beruflicher Fachausbildung und als Wegweiser wichtig und unverzichtbar. Ein zentrales Ziel des Kodexes, ist der Schutz und die Regulierung der Sozialberufe mit Fachausbildungen, denn Soziale Arbeit wird immer wieder und sehr schnell in die Nähe der Laienarbeit gerückt. Wir fordern, dass der Kodex für die Sozialberufe, über ein Landesgesetz zu einem verbindlichen Regelwerk wird.
 
Die Berufsbilder und Ausbildungen im Sozialbereich:
Betreuung und Pflege sind große gesellschaftliche Zukunftsaufgaben die nur gelingen, wenn jede dieser Professionen gut qualifiziert, sich der eigenen Aufgaben und Kompetenzen bewusst sind und das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Professionen in diesem Bereich gelingt. Der Ausweg aus dem Fachkräftemangel ist nicht in Dequalifizierung und interessensgeleiteten Änderungen der Ausbildungen zu suchen.
 
Unser Ziel ist es eine qualitativ hochwertige Pflege- und Betreuung in Südtirol nachhaltig zu gewährleisten“, sagen Kathrin Huebser und Marta von Wohlgemuth, „das kann nur durch ausgebildete und motivierte Fachkräfte, die unter angemessenen Rahmenbedingungen arbeiten gesichert werden.
Bis zum Dienstag haben bereits 2.348 Personen, die Open Petition des Landesverband der Sozialberufe unterzeichnet. Das Ziel der Aktion, die noch bis Ende Juli läuft, sind mindestens 5.000 Unterzeichner und Unterzeichnerinnen zu sammeln.
Eine Unterschrift nicht nur wichtig für die Sozialberufe selbst, sondern für die gesamte Gesellschaft Südtirols“, ist Marta von Wohlgemuth überzeugt.
 
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Kommentare

Bild des Benutzers Karl Trojer
Karl Trojer 13.06.2019, 12:05

Pflegeberufe bedürfen dringend viel höherer Entlohnung, nenneswerter Stress-Minderung und viel größerer Wertschätzung von seiten der Gesellschaft und der Politik.

Bild des Benutzers Georg Lechner
Georg Lechner 13.06.2019, 16:37

Das sehe ich auch so. Dass die Realität leider anders ist, trifft nicht nur in Südtirol zu.

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