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Salto Gespräch

„Männer brauchen Alternativen“

Wann ist ein Mann ein Mann und wie würde er viel lieber sein? Ein Gespräch mit Männerforscher Armin Bernhard über das Erbe des Lonely Cowboys, Sexismus und Wandel.
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Kommentare

Bild des Benutzers Michael Bockhorni

tolles Interview, Gratulation !!!

Bild des Benutzers Martin Daniel

Sehr gutes Interview! Hier werden die Fehler und Probleme der Männer aufgezeigt und zugleich Erklärungsmuster und Lösungsansätze geliefert ohne sie tout court abzuurteilen. Nicht nur die Abwertung der Weiblichkeit ist gesellschaftlichen Strukturen geschuldet, sondern auch das häufig falsche Bild von Männlichkeit, das Männer zu gewissen Verhaltensweisen bewegt.
Ich möchte an einige genannte Punkte anknüpfen und sie in einem weiteren Rahmen betrachten:
1. "Warum hat es ein Mann nötig, Frauen abzuwerten, seine Macht zu benutzen, um sie zu demütigen?". Es scheint oft nicht (nur) um das Machtverhältnis Mann-Frau zu gehen, sondern grundsätzlich um die Möglichkeit, Machtpositionen auszuüben und auszunutzen. Warum hat ein bereits unglaublich wohlhabender Minister Schmiergeldzahlungen angenommen, ein Rock- oder Schlagersstar (konsensuelle) Affären mit allen möglichen Frauen, deren Zahl in die Hunderte geht, oder ein Mitarbeiter eines Unternehmens in leitender Funktion einen Kollegen/Untergebenen fertiggemacht? Häufig lautet die Antwort schlicht und einfach: "Weil ich es konnte."
2. "Wenn es draußen in der Welt anders gelebt wird, ist dies allemal stärker". Das ist m.E. auch ein großes Thema für die Schule, wo den jungen Leuten laut öffentlichem Auftrag Werte vermittelt werden sollen, die sie im Zuge ihres Erwachsenwerdens immer seltener in ihrer Lebenserfahrung wiederfinden.
3. "in der Schule, wo gleichaltrige Mädchen den Jungs vor allem in kognitiven Fächern vielfach voraus sind". Stimmt genau, deswegen ist es wichtig, nicht nur Wissen abzufragen, sondern z.B. auch Problemlösungsfähigkeiten als Kompetenzen einzuplanen und zu bewerten, um auch den Jungen die Möglichkeiten zu geben, ihre Stärken einzubringen.
4. "Brauchen wir also ein neues Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell, um an den Geschlechterrollen und vor allem am Verhältnis zwischen den Geschlechtern etwas ändern zu können?" Hier ist die Fragestellung (und die Antwort dazu) interessant und m.E. wegweisend. Häufig wird nämlich genau der umgekehrte Weg postuliert, nämlich dass es nötig wäre (und für manche sogar ausreichte), das Verhältnis zwischen den Geschlechtern zu ändern, um Neoliberalismus und Raubtierkapitalismus Einhalt zu gebieten. Ich neige auch dazu zu glauben, dass eine Änderung des Systems eher zu einer Änderung des männlichen Selbstverständnisses führen kann und auch Frauen in Machtpositionen weniger männlich denken und handeln würden als jetzt.

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Bild des Benutzers Alfonse Zanardi

Dieser Kommentar ist schon fast ein eigener Artikel. Möchte mich kurz zu Punkt 1 äussern:
Macht klingt ja zunächst negativ, ist aber im Sinne von „machen“ oder „machen können“ nichts anderes als Möglichkeiten oder Optionen, die jemandem zur Verfügung stehen. Das meint zunächst gar nicht Macht über andere, sondern Banales wie „Ich kann mir eine schöne Wohnung mieten“ oder „Ich kann jederzeit nach Venedig fahren“. Klarerweise strebt der Mensch nach Optionen, je mehr davon desto freier ist sie oder er. Wenn ich keine Optionen mehr habe bin ich tot, überspitzt.
Wenn ich zum Beispiel viel weiß, fähig, charmant, genau, ausdauernd, einfallsreich, stark, hilfsbereit, überzeugend, verständnisvoll, verführerisch oder schön bin kann ich dieses oder jenes erreichen. Ohne jemanden dabei zu schaden. In dem Sinne kann man Gewalt auch als Ohnmacht sehen.
Aber ich fürchte es ist im Menschen auch tief drinnen dabei Lust zu empfinden, was immer zu erreichen, auch gegen den Willen anderer oder gar zu deren Schaden, sei es durch Überlegenheit, deren Missbrauch, dem Bruch von Normen oder schlicht Gewalt. Solche Muster werden wie Bernhard richtig sagt in Wirtschaft, Politik, Erzählungen oder Geschichte vorgelebt.

+1-11
Bild des Benutzers Martin Daniel

Erlauben Sie mir festzuhalten, dass Begriffe zwar subjektiv verstanden werden können, aber im Laufe der Zeit doch eine bestimmte Bedeutung erhalten haben, die allgemein geteilt werden. Die Optionen, von denen Sie sprechen, fallen m. E. eindeutig unter den Begriff Freiheit, während Macht Entscheidungshoheit über andere bezeichnet.

Bild des Benutzers Klemens Riegler

... was mir dazu auch noch einfällt: Eigentlich komisch, dass wir Männer immer noch so sind wie wir sind ?!? Wir sind doch von Geburt an bis mindestens zum Pflichtschulabschluß größtenteils von Frauen "betreut" und erzogen worden. ... Aber ein kleinwenig Was hat es doch gebracht! ... wenn wir Männer uns heute so anschauen.
Beitrag und Antworten von Armin Bernhard sind jedenfalls sehr gut ... Bei diesem Thema die Polemik oben und unten - links und rechts beiseite zu lassen ist schließlich alles andere als einfach. Toll !!!

Bild des Benutzers Johannes Engl

So etwas Lesenswertes kommt nur zustande, weil sich jemand die Mühe macht, an diese Themen wissenschftlich und ausgewogen heran zu gehen, anstatt gleich Urteile zu fällen und Noten zu vergeben. Das Thema ist leider ideologisch total versaut.
Armin Bernhard liefert Erklärungsmuster, die zum Nachdenken anregen. Bravo !

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Bild des Benutzers Alfonse Zanardi

Gutes Interview, guter Mann dieser Männerforscher.

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Bild des Benutzers Oskar Egger

Ein Buch, das sehr aufschlussreich ist und einen neuen Blickwinkel öffnet: " Essere un Padre" -
ll senso della paternità tra iniziazioni e cambiamenti

Autore: Michele Mezzanotte
Editore: Edizioni Tlön

Bild des Benutzers Oskar Egger

Der postmoderne Mann, geboren nach dem zweiten Weltkrieg, ist der erste in der gesamten Männergeschichte, den kein Vater, Lehrer, Meister gelehrt hat, was ein Mann tut (außer Muskeln aufzubauen). Claudio Risé

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Bild des Benutzers Maria Hofer

gutes und interessantes Gepräch!

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