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Ladiner

"Schluss mit der Instrumentalisierung"

​„Wir brauchen keine Parteisoldaten, sondern wirkliche Vertreter der Ladiner“, kritisiert Ladins-Parteisekretär Albert Pizzinini den Ladiner-Passus im neuen Wahlgesetz.
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Eine Woche ist vergangen, seit im Landtag mit dem neuen Wahlgesetz auch ein Gesetzespassus durchgegangen ist, der von der Opposition als „Alfreider-Quote“ oder gar „Porcata Alfreider“ bezeichnet wurde. Also jene Bestimmung, laut der dem Ladiner mit den meisten Vorzugsstimmen auf Landesebene auf jeden Fall ein Sitz im Landtag zusteht. Nach der heftigen Kritik der Opposition im Landtag, meldet sich nun auch die Partei Ladins Dolomites zu diesem Ladiner-Passus zu Wort. „Uns bringt es nichts einen Sitz im Landtag für den den meistgewählten Ladiner reserviert zu haben", sagt Parteisekretär Albert Pizzinini der bei den letzten Landtagswahlen Andreas Pöder über die gemeinsame Liste mit Thomas Egger zu seinem Landtagsmandat mitverholfen hatte. Bei diesem Passus gehe es nur um einen Posten für den SVP-Ladiner, sprich Daniel Alfreider,  schließen sich die Ladins der Kritik der Landtagsopposition an. „Das ist ganz einfach ein  Geleitbrief für Alfreider, der nicht besonders beliebt in den ladinischen  Tälern ist“ sagt Pizzinini. „Denn Alfreider mag ein guter Parteisoldat sein, für die Ladiner selbst bleibt bei seinem politischen Einsatz aber nicht viel übrig.“

Nach den Scharmützeln um das Ladinergesetz in Rom ein weiterer Beleg für die Instrumentalisierung der Ladiner durch die SVP, beklagt der Ladins-Vertreter. Und für das ewige ladinische Dilemma als Minderheit in der Minderheit nicht den Schutz zu erhalten, der der dritten Sprachgruppe im Land laut Artikel 6 der Verfassung zustehen würde. „Um unsere Rechte wirklich wahrnehmen zu können, brauchen wir einen eigenen Wahlkreis für die landinischen Täler“, wiederholt Pizzinini eine seit langem vorgebrachte Forderung der Ladines Dolomites. Nur so würde es gelingen, Vertreter im Landtag zu haben, die tatsächlich eine politische Mehrheit in den einzelnen Tälern hinter sich haben. „Wenn ein Wahlgesetz einen Platz für den meistgewählten Vertreter aus Gröden und dem Gardatal reservieren würde oder auch aus für einen gemeinsamen Vertreter beider Täler, dann wären unsere Interessen tatsächlich gewahrt“, sagt Pizzinini. Wirkliche Hoffnung darauf macht jedoch nicht einmal er sich: „Die SVP würde damit riskieren, die ladinischen Stimmen zu verlieren, deshalb wird sie sich dafür nie einsetzen, auch wenn es unserem Schutz dienen würde.“

Einen noch weit stärkeren Schutz würde eine Alternative bringen, die die Ladins im vergangenen Monat gemeinsam mit Vertretern aller ladinischen  Täler auf den Weg gebracht haben. „Eine dritte Provinz innerhalb der Region Trentino-Südtirol, in der die fünf ladinischen Täler zusammengefasst werden“, lautet die Forderung des Ende April in Canazei gegründeten Komitees für die Wiedervereinigung der Sella-Ladiner. Neben den Ladins Dolomites stehen dahinter weitere Vertreter aus allen ladinischen Tälern, darunter auch treibende Kräfte des Referendums im Jahr 2007, in dem die Rückkehr von drei ladinischen Gemeinden im Belluno zu Südtirol gefordert worden war.  Laut dem Vorschlag der bereits den beiden Landeshauptleuten Arno Kompatscher und Ugo Rossi vorgelegt wurde, sollten die Täler im Trentino und Belluno gemeinem mit Gröden und Gadertal zu einer eigenen autonomen Provinz zusammengefasst werden und die Region so den Zusatz Trentino-Südtirol-Ladinische Täler erhalten. 

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