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Aktion

Mails für Mals

“Unterstützt die Pestizid-Rebellen von Mals!”, lautet der Aufruf, der von München aus für ein volles E-Mail-Postfach von Arno Kompatscher sorgt.
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Arno Kompatschers E-Mail-Postfach dürfte inzwischen aus allen Nähten platzen. Beinahe im Sekundentakt trudeln beim Landeshauptmann seit gestern Nachrichten mit immer demselben Betreff ein: Unterstützen Sie das Pestizid-Verbot von Mals, Herr Kompatscher!
Über 5.000 dieser E-Mails sind inzwischen bereits abgeschickt worden. Der Inhalt hat es in sich, wird doch unter anderem damit gedroht, Südtirol als Urlaubsland zu streichen. Doch woher kommen diese Mails?

Von München nach Mals

Es war am Donnerstag, 23. März, als der Aufruf im Netz veröffentlicht wird. Niemand geringeres als das Umweltinstitut München hat die Aktion gestartet, die unter dem Slogan “Unterstützt die Pestizid-Rebellen von Mals!” läuft. Aufmerksam hat man in München die Ereignisse rund um das Referendum über ein Pestizid-Verbot im Oberen Vinschgau beobachtet. Als der Landtag dann im April vergangenen Jahres einen Landesgesetzesentwurf der Landesregierung genehmigte, der eine Neuregelung der “Bestimmungen auf dem Gebiet des Pflanzenschutzes” vorsah, blickte man beim Umweltinstitut mit zunehmender Sorge nach Südtirol. Das Gesetz sieht nämlich unter anderem vor, dass die Zuständigkeiten der Gemeinden in Sachen Pflanzenschutz beschnitten werden. “Das vorherrschende Motto scheint hier ‘Nie wieder Mals’ zu sein”, kritisierte bereits das Pesticide Action Networ (PAN) Italia um seinen Sprecher Koen Hertoge. Nun, etwa ein Jahr später, kommt dieselbe Kritik vom Münchner Umweltinstitut. Die Südtiroler Landesregierung um Landeshauptmann Kompatscher, “die der Apfellobby eng verbunden” sei, “möchte nicht, dass Kommunen sich zu pestizidfreien Gemeinden erklären”, liest man auf der Seite des Instituts.

Aktion München

Post für Arno Kompatscher: die Aktion des Umweltinstituts München stößt im Netz auf großen Anklang

Drohung per Mail

Aus diesem Grund wendet man sich nun an die Menschen in München und darüber hinaus. Der Landeshauptmann solle umdenken, der Gemeinde Mals ermöglichen, “ihren Weg zu gehen” und andere Gemeinden dabei unterstützen, “dem Beispiel zu folgen”. “Lassen Sie nicht zu, dass Ihr Land sich vergiftet, um Äpfel zu exportieren. Pestizidfreiheit ist der richtige Weg für Südtirol und Mals ein Vorbild für ganz Europa”, heißt es in dem vorgefertigten Schreiben, das per Mausklick über die Seite des Umweltinstituts an Arno Kompatscher abgeschickt werden kann. Außerdem heißt es: “Auch ich würde nicht zwischen Plantagen wohnen oder Urlaub machen wollen, in denen dutzende Male im Jahr Gifte gespritzt werden. (…) Wenn sich daran nichts ändert, werde ich das sonst so schöne Südtirol als Urlaubsland streichen.” Scharfe Töne, die bei den Besuchern der Internetseite des Umweltinstituts München jedoch gut anzukommen scheinen. In wenigen Stunden wurden hunderte Teilnehmer an der Aktion verzeichnet, mittlerweile (Stand: Freitag, 11.30 Uhr) sind es 5.281 .

Doch bei der Internetaktion allein soll es nicht bleiben. Wie das Umweltinstitut ankündigt, wird am 23. April ein Bus von München nach Mals starten, “um gemeinsam mit den Menschen vor Ort unsere Forderungen öffentlich und am Ort des Geschehens zu präsentieren”.

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Kommentare

Bild des Benutzers Klemens Kössler

Nachdem den Umweltdschihaddisten alle Themen zu nah am eigenen Leib sind wollen diese ein itaktes Land boykottieren und mit den Parolen des Ausländers und Flugzeuglobbysten Hertoge ein Land in Geiselhaft nehmen aus welchem jeder Zweite Bioapfel Europas stammt.
Herzliche Gratulation das Postfaktische liegt in Europa voll im Trend.
Mals steht für Patfaktische, populistische Aussagen ganz groß oben als Anwärter für den "Goldenen Lugenbeitl."

+1-11
Bild des Benutzers L M

18.400 Hektar ca. Apfelanbau in Südtirol
5 % (Tendenz steigend), Bioanbau
-> ca. 17.500 ha integriert.
18.400 ha die jedes Jahr zwischen 6-10 mal (oder öfters)gespritzt werden, allein nur c a. 17.500 ha die mit Glyphosat behandelt werden.
Postfaktisch in der Tat.

Bild des Benutzers Martin B.

Um es mit den Worten von Foppa zu sagen: “La solita prova di forza”. Ausführlich, unvoreingenommen und unpartiell zu diskutieren scheint unmöglich: entweder man ist Pro oder Contra. Kein Interesse an solchen pauschalen Forderungen (noch dazu von außerhab des Landes) gepaart mit Drohungen. Dasselbe hatten wir auch schon vom Süden zu einer anderen Thematik. Würg...

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