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Verkehrserschließungen

Hans Berger: "Das Projekt Tauferer Bahnl muss gut überlegt sein"

Senator Hans Berger hat ein neues Ziel vor Augen: Das Tauferer Bahnl zu reaktivieren. Will er - wie Richard Theiner im Vinschgau - als "unvergesslicher Bahnpromotor" in die Annalen des Pustertals eingehen? Im Querschnitt, ein Pustertaler Umwelt- und Tourismustraum.
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Was nicht mehr ist, soll wieder werden. Das Tauferer Bahnl, das Bruneck mit Sand in Taufers bis 1957 verband, soll neu auferstehen. Mit Hilfe prominenter Fürsprecher. Einer davon der SVP-Senator und in Rein in Taufers wohnhafte Hans Berger.

Mitte Februar 2014 legte Heiner Monheim, ehemaliger Dozent an der Uni Trier sowie langjähriger Verkehrsberater der Deutschen Bundesregierung, seine Machbarkeitsstudie zur Tauferer Bahn vor. Und Monheim sagte am 21. Februar in Bruneck: "Die schwierige Verkehrssituation im Tauferer Tal spricht klar für eine Bahn." Den ganzen Artikel in der Pustertaler Zeitung lesen Sie hier.

Das Stop-und Go-Fahren rund um Bruneck in den Morgenstunden, wenn die Tauferer, die Ahrntaler in die Stadt zum Arbeiten drängen, könnte der Vergangenheit angehören. In Monheims Studie startet die Bahn am östlichen Stadtrand von Bruneck führt durch die Stadt in das westliche Industriegebiet "und mündet im Bereich des Hotels Andreas Hofer in die bestehende alte Bahntrasse." Endstation ist nicht Sand in Taufers, wie noch für 55 Jahren, erschlossen werden soll das gesamte Ahrntal bis nach Steinhaus.

Aus Alt mach neu
Die Grünen im Pustertal frohlocken, die Baukosten seien durchaus schaffbar, "belaufen sich in der Größenordnung von 1-2 Ortsumfahrungen, nichts Unmögliches also." Für die Schienen veranschlagt Monheim 45 Millionen Euro, die Fahrzeuge sollen 16 Millionen Euro kosten.

Die Gäste ansprechen, die Skigebiete verbinden
Ein parteiübergreifendes Projekt, das gefällt. Auch der Ahrntaler Bernhard Zimmerhofer von der Südtiroler Freiheit ist über Monheims Studie erfreut, Senator Hans Berger interessiert sich auch für den touristischen Aspekt der umweltfreundlichen Bahn. "Ich habe ja vor geraumer Zeit die Idee der besseren Vernetzung der Ferienregion Pustertal ins Spiel gebracht, die nachhaltig nur mit Zügen funktionieren kann." Berger blickt nach Percha zur Anbindung an das Skigebiet Kronplatz, "die Tauferer Bahn wäre natürlich eine sinnvolle Ergänzung, weil sie die Skigebiete im Ahrntal anbinden könnte."

Heiner Monheim sieht die künftige Verkehrentwicklung so:

Es geht um die Frage, wie wir leben wollen, wie wir uns bewegen wollen. Die zentrale Frage ist die Systemfrage. Wir müssen weg von der Autofixierung. Wir brauchen ein vernetztes, barrierefreies System, dass Verkehrsarten intelligent verknüpft, motorisierte Mobilität reduziert, Distanzen minimiert und den Mensch und seinen Lebensraum endlich wieder in den Mittelpunkt stellt.

Nun soll "ein Schritt nach dem nächsten gesetzt werden". Berger will nichts überstürtzen, er weiß, die neue Trasse führt durch Privatbesitz, "die Flächen werden anderweitig genutzt." Akzeptanz ist notwendig und wie das Projekt Ried soll es wohl nicht ablaufen. "Wir werden in den einzelnen Dörfern an der Strecke besonders viel Überzeugungsarbeit leisten müssen", so Berger. Samthandschuhtechnik ist notwendig, denn Druck ausüben das möchte in Skandalzeiten wie diesen wohl kein Politiker.

Vor allem nicht, wenn man sich mit dem Tauferer Bahnl ein Denkmal setzen könnte. Eignen tut es sich gut dafür.

 

 

 

 

 

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Kommentare

Bild des Benutzers Walter Harpf
Wie gesagt: Verzicht auf den Klosterwaldtunnel und stattdessen Finanzierung Riggertalschleife und Taufererbahnl bis Sand!
Bild des Benutzers Mensch Ärgerdichnicht
EU-wahlen in einem Monat, Gemeinderatswahlen in einem Jahr, das blaue... pardon im diesen Fall grüne, vom Himmel runter lügen hat wieder angefangen. Aber freut euch nicht zu früh liebe Tauferer, am Ende wirds, wenn überhaupt, doch nur ein (Metro)bus.
Bild des Benutzers Oliver H.
Ich weiß nicht so recht... Ich wohne selbst direkt an der Hauptstraße durch das Tauferer-Ahrntal in Gais. Wir empfinden den Verkehr nicht als störend. Stockenden Verkehr zu den Stoßzeiten zu einem "Verkehrsproblem" hochzustilisieren, das mit einem teuren Projekt gelöst werden muss, halte ich für leicht übertrieben. Das Bussystem funktioniert perfekt. Wir haben seit jeher einen Halb-Stundentakt, obwohl tagsüber die meisten Busse recht leer sind. Nur morgens, nach Schulende und abends sind die Busse wirklich voll, dann sogar teilweise überfüllt. Weiters verstehe ich eine Aussage von Prof. Monheim nicht: Lokalbahnen schreiben durch Warentransport schwarze Zahlen und gleichzeitig will er die Trasse durch die Ortszentren führen. Das erscheint mir leicht seltsam. Würde eine solche Bahn schwarze Zahlen schreiben, gäbe es schon längst private Organisationen, welche die gesamten Kosten übernehmen würde. Weitere Faktoren sind die Taktung sowie die Preisgestaltung. Wer wird die Bahn betreiben? Das Projekt ist zwar nicht schlecht, wir sollten aber dennoch ein paar Schritte weiter denken und nachfragen.
Bild des Benutzers Oliver H.
die möglichkeit der Korrektur von Kommentaren wäre ziemlich angenehm: 1. Lokalbahn und Warentransport konkret: Ist Warentransport geplant oder nicht? Falls ja, wieso führt die Trasse dann durch Ortskerne? Wäre das sinnvoll und gewollt? 2. Im drittletzten Satz muss es natürlich am Ende "würden" heißen.
Bild des Benutzers Frederik Frick
Hoffentlich wird dafür nicht die Umfahrung von St. Georgen vor den Zug geworfen. Dort soll die Situation ja ganz schlimm sein - haben zumindest drei Hansln mal behauptet. Aber jetzt im Ernst - die Idee hätte durchaus Charme, aber die Fragen, die sich aufdrängen, sind Machbarkeit und Rentabilität des ganzen. Ich glaube nicht, dass dieses Projekt zufriedenstellend realisiert werden kann. Und rechnen würde es sich dann eh nicht. Nicht zuletzt wird vermutlich der Name Oberhollenzer das Projekt aus gegebenen Gründen hintertreiben. Aber ein schönes Gedankenspiel ist es trotzdem.
Bild des Benutzers Albert Mairhofer
Einschienenbahnen fahren hängend oberhalb von Straßen, Flüssen (Wuppertal) und stellen daher kein Hindernis auf dem Boden dar. Der Antrieb erfolgt über elektrisch angetriebene Gummiräder, die auf Schienen laufen und daher keine Belästigung darstellen. Die Bahn fährt automatisch, kann nicht entgleisen uns erlaubt daher höheres Tempo. Je höher die Träger desto größer die Spannweiten. Die Bau- und Betriebskosten sollen um 60 % niedriger als bei einer am Boden verlaufenden Bahn sein. Im Alpenkanaltunnel zwischen Innsbruck und Gargazon verläuft die Fahrspur im Gewölbe des Tunnels, und dient während der Bauarbeiten zum Abtransport des Ausbruchmaterials. Eine, dem BBT ebenbürtige Infrastruktur als Zugabe zur Wasserstraße Donau-Tirol-Adria.
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