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Systemkritik

Gekaufte Wissenschaft

Wem sollen wir noch glauben, wenn nur mehr ein Bruchteil der Forschung nicht geldgetrieben ist? Der Autor und Uni-Professor Christian Kreiß wirft unbequeme Fragen auf.
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Kommentare

Bild des Benutzers Karl Trojer

Gut, dass es die Organisationen wie attac, compact u.ähnliche gibt, die über internet-Plattformen die Bürger fair aufklären und angemessene Aktionen gegen Machtmissbrauch starten, die die Politik in der EU zu beeinflussen vermögen (siehe das Ermöglichen einer EU-weite Bürgerinitiative durch Sammeln von ü+ber 1 Mio Unterschriften, , oder Aktionen gegen die Arroganz der Finanzspekulanten die über TTIP u.ä. die öffentlichen Entscheidungsträger zu entmachten suchen) ! Es gilt, diese Plattformen zu nutzen und zu unterstützen. Die Kleinen, das heißt wir einzelne Menschen und Gemeinschaften, haben nur eine Chance, wenn wir uns rechtzeitig und umfassend vernetzen.

+1-11
Bild des Benutzers Manfred Klotz

Auszug aus einer Rezension von Dr. Markus Neurohr zum Buch "Gekaufte Wissenschaft": "Allerdings muss man sich als Leser darüber im Klaren sein, dass drittmittelfinanzierte Vorhaben in Deutschland nur einen kleinen Teil aller Forschungsprojekte ausmachen. Vor diesem Hintergrund einen breiten Einfluss der Industrie zu postulieren, ist gewagt. Unterm Strich wirkt Kreiß’ Plädoyer gegen die Drittmittelforschung daher recht stark meinungsgefärbt."
Selbst wenn er es verneint, geht Kreiß recht unverblümt davon aus, dass die Forschung korrupt ist. Er hat wahrscheinlich noch nie die ethischen Erklärungen am Ende solcher Studien gelesen. Wenn Sie den Impfkritikern oder dem UI München helfen wollen Frau Pitro, müssen Sie sich mehr anstrengen.

Bild des Benutzers Roberta Orlek

Sie wissen aber schon, dass ihr Rezensent, Dr Markus Neurohr, für das privat-wirtschaftlich finanzierte Labor Dr. Graner arbeitet, das von Aufträgen aus der Industrie abhängig ist, oder?

Und das Labor scheint auch mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eng verbunden zu sein, wo Herr Neurohr auch sein Studium absolviert hat. Zufälligerweise ist das KIT eine deutsche Gentechnik und Pestizid Hochburg, die wiederum eng mit BASF, BAYER, Monsanto und Co kooperiert und ihre Forschung von der Chemieindustrie finanzieren lässt, wie ein Blick auf die Uni Webseite zeigt.

Kein Wunder also, warum Dr. Neurohr so kritisch auf seinen Kritiker reagiert, denn von der Industrie finanzierte Wissenschaftler wie er, werden ja gerade von Prof. Kreiß kritisiert.

Denn vor allem im Fall Monsanto, sind die gefälschten und gekauften Studien dutzendfach dokumentiert, wie u.a. die TV Doku, „Monsanto - Mit Gift und Genen“ aufgedeckt hat.

Selbst der deutsche Gutachter Prof. Helmut Greim hat neben Stickoxiden und Holzschutzmitteln auch im Auftrag von Monsanto Dioxin, PCB und Glyphosat als total harmlos beurteilt, wie die ARD in „Gekaufte Expertise“ dokumentiert hat:

http://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/gekaufte-expertise-100.html

All das kann man mit dem Internet schnell herausfinden und prüfen, denn die Zeiten, in der wir sagen konnten: „Wir haben es nicht gewusst“, sind nun endgültig vorbei.

Bild des Benutzers Manfred Klotz

Sehr geehrte Frau Orlek, Ihr Kommentar ist hier vollkommen fehl am Platz. Es geht um Statistik, d.h. um die Tatsache, dass nur ein kleiner Teil der Forschungsprojekte gesponsert werden und damit die Aussage von Kreiß schon stark an Wirkung verliert, da ist es ganz unerheblich wer wo und für wen arbeitet, denn die Zahlen lassen sich nicht von der Hand weisen. Aber Sie kritisieren ja offensichtlich auch öffentliche Forschungseinrichtungen, die Sie nicht selbst ausgesucht haben. Im Übrigen kritisiert Neurohr ja genau die Verallgemeinerung, die sich jeder populistische Trittbrettfahrer - siehe UI und Schiebel - zu Nutze macht. Mit Glyphosat - das scheint Ihr Steckenpferd zu sein - hat mein Post übrigens überhaupt nichts zu tun, daher ist auch der Verweis darauf umsonst. Mir ist durchaus bekannt wie Monsanto arbeitet. Aber darum geht es nicht, wenn Sie mein Kommentar im Zusammenhang den Artikel von Frau Pitro aufmerksam gelesen haben.

Bild des Benutzers Rudi Rieder

http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2017-10/eu-parlament-glyphosat-pflanzen...
Glyphosat wird für mindestens weitere 5 Jahre zugelassen, da nutzen auch die millionen von Unterschriften nicht. Neben der "gekauften" Wissenschaft dürfte es auch keine Institutionen wie die EU-Kommision geben, die zur Gänze aus Vertretern der Wirtschaft besteht.

Bild des Benutzers Roberta Orlek

Gerade im Fall Glyphosat, kann man gut die Methoden nachverfolgen, wie ein Pharmakonzern Wissenschaftler, Behörden und Verbraucher mit Lobbyisten und selbstgeschriebenen Studien manipuliert.

Die internen Monsanto Emails, die eine Anwaltskanzlei online veröffentlicht hat, belegen, dass selbst die leitende Toxikologin von Monsanto, Dr. Donna Farmer, in einer Email von 2009 schreibt, dass sie nicht sagen kann, ob Roundup Krebs erzeugt, weil Monsanto das nie getestet hat, wie man in der Süddeutschen nachlesen kann:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/umstrittene-chemikalie-wie-monsant...

In den Orginal Monsanto Email kann man auch nachlesen, dass Monsanto die entscheidenen Glyphosatstudien selbst geschrieben hat, und dann nur noch externen Wissenschaftler dafür bezahlt hat, diese zur „prüfen“ und zu unterschreiben. Teilweise geben die Mitarbeiter sogar zu, dass die Studien belegen, dass Glyphosat genotoxisch ist, und die externen Wissenschaftler Schwierigkeiten hatten, diese zu vertuschen.


Dennoch behaupten die deutsche Behörden weiterhin, dass Roundup kein Krebs erzeugt. Das ist mehr als blamabel für die deutsche Regierung und Wissenschaft.

In den Emails steht auch, wie US Behördenmitarbeiter Monsanto dabei geholfen haben, kritische unabhängige Studien zu verhindern, wie hier die ganze Welt nachlesen kann, nur die deutschen Wissenschaftler, Behörden und Politiker anscheinend nicht:

https://www.baumhedlundlaw.com/toxic-tort-law/monsanto-roundup-lawsuit/m...

Vielleicht liegt das ja daran, dass in der BfR Pestizidkommission keine Mediziner oder Umweltschützer sizen, sondern u.a. drei hochrangige Mitarbeiter von BAYER und BASF, die jedes Jahr mit Glyphosat Millionen Euro verdienen. Zufälligerweise sitzen sie nun beim BfR, um die geheimen Glyphosatstudien von Monsanto zu beurteilen.
Und auch die anderen Kommissionsmitglieder sind u.a. Labormitarbeiter und arbeiten in Instituten, die von den Glyphosatherstellern finanziert werden.

http://www.bfr.bund.de/de/mitglieder_der_bfr_kommission_fuer_pflanzensch...

Doch Monsantos Methoden um Verbraucher und Medien zu manipulieren gehen noch weiter und sind perfekt orchestriert: Das deutsche Marktforschungsunternehmen, die Kleffmann Group, hat zum Beispiel erst im August eine Studie veröffentlicht, die belegt, dass die Profite der deutschen Landwirte um 70% einbrechen würden, wenn sie kein Glyphosat mehr einsetzen dürften.

Reiner Zufall: Der Kleffmann Managing Director, Björn Neumann, war noch bis Dezember 2016 Monsanto Deutschland Chef.

https://www.kleffmann.com/de/kleffmann-group/news--presse/pressemitteilu...

Die selbe Methode in Frankreich, denn einen Monat später veröffentlichte das Marktforschungsunternehmen IPSOS France eine Studie, die behauptet, dass die französischen Bauern ohne Glyphosat über 2 Mrd. Euro Verlust haben werden. Zufälligerweise war der ISPSO France Chef, Laurent Depouilly, früher Roundup Marketing Experte bei Monsanto.

https://fr.linkedin.com/in/laurent-depouilly-6166011a/en

Doch das sind keine Zufälle, sondern die PR Methoden von Monsanto. Und wir sollen nun glauben, dass die hochbezahlten Wissenschaftler in den Behörden und Politiker diese Methoden nicht erkennen?

Herr Kreiß darf es nicht so nennen, aber wir schon, denn was Monsanto, Wissenschaftler und Behörden dort machen ist hochkriminell, und vorsätzliche Körperverletzung an Millionen von Menschen.

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