Pragser Wildsee
Othmar Seehauser
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Mobilität

Plan P

Der Pragser Wildsee soll auch heuer von Verkehrs- und Besucheranstürmen verschont bleiben. Deshalb wird die Zufahrtsstraße zwei Monate lang täglich fünf Stunden gesperrt.
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Vergangenes Jahr war der Pragser Wildsee gemeinsam mit dem Sellajoch noch Teil der #dolomitesvives-Kampagne. Heuer gibt es die Initiative zur Verkehrsreduzierung, mit der im Sommer 2017 und 2018 Einheimische und Gäste für eine grüne Mobilität auf Pässen und auf der Fahrt zu beliebten Ausflugszielen sensibilisiert werden sollte, nicht mehr. Doch am Pragser Wildsee setzt man weiterhin auf Sanftheit – und Straßensperren. Am Donnerstag hat Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider den “Plan Prags” vorgestellt. Das Mobilitätsmanagement von Land, Gemeinde und IDM für das Pragser Tal im heurigen Sommer wurde im Dialog mit den Verbänden und Organisationen sowie den Bürgern vor Ort ausgearbeitet.

Bis zu 7.000 Fahrzeuge wurden noch im Sommer 2017 jeden Tag auf der Straße zum See gezählt. Im Sommer 2018 hielten sich an Spitzentagen bis zu 10.000 Menschen rund um den See auf. Diese Zahlen wollen Land, Gemeinde und IDM nun senken.

Plank, Pichler, Alfreider, Mittermair
Ziehen an einem Strang: (v.l.) IDM (vertreten von Thomas Plank und Hansi Pichler), Land (Mobilitätsassessor Daniel Alfreider) und Gemeinde Prags (Bürgermeister Friedrich Mittermair) (Foto: LPA/Ingo Dejaco)

 

Begehrter Hotspot

 

2018 gab es insgesamt 160.422 Entwertungen für die Busse zum Pragser Wildsee – und der liegt auf der Beliebtheitsliste auf touristischen Bewertungsportalen wie Tripadvisor oder Holidaycheck, aber auch in den Social Media wie etwa Instagram ganz oben. Diese Begehrtheit gelte es nun zu gemeinsam zu managen, meint Thomas Plank vom Destination Management Ost von IDM. “Der Pragser Wildsee hat sich zu einem richtigen Hotspot für Gäste entwickelt – auch weil heute die Gäste als Influencer selbst die Kommunikation für diese Hotspots übernehmen und Bilder davon in Echtzeit in die Welt hinaustragen, die dann wiederum andere zum Kommen anregen”, weiß auch IDM-Präsident Hansi Pichler. Aber nicht nur für die Urlaubsgäste, sondern vor allem für die Bürger vor Ort solle das Pragser Tal im Dolomiten-Unesco-Welterbe deutlich aufgewertet werden – “damit es für sie mehr Lebensqualität gibt”, betont Landesrat Alfreider.

Der Pragser Bürgermeister stimmt ihm zu: Man wolle zusammen den Verkehr im Pragser Tal “besser managen und auch mehr einschränken, vor allem aber die Situation der Menschen, die im Tal leben verbessern”, meint Friedrich Mittermair. “Deshalb setzen wir auf ein Konzept, das umwelt- und gesundheitsschonend ist und für das nun erste Maßnahmen starten.”

Eine Sperre sei wegen des hohen Verkehrsaufkommens notwendig, so der Bürgermeister. Aber man wolle gemeinsam mit den Bürgern “an einem langfristigen umweltverträglichen Konzept arbeiten, das der Entwicklung des Tales zugutekomme und Wertschöpfung im Tal generiert”.

 

Fünf Stunden am Tag zu

 

Was sieht der “Plan Prags” nun vor?

Bereits an den Einfahrten bei Mühlbach, Olang, Winnebach und Schluderbach sowie am Eingang des Tals weisen von Kindern gestaltete Schilder auf den Respekt vor dem Weltnaturerbe hin und laden ein, dieses sanft zu “er-fahren”.
Vom 10. Juli bis zum 10. September 2019 ist das Pragser Tal von 10 bis 15 Uhr nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar (zum Vergleich: im Sommer 2018 war die Straße zum Pragser Wildsee täglich von 10.30 bis 14 Uhr gesperrt).
Für den motorisierten Verkehr gibt es eine Sperre, und zwar ab der Abzweigung der Landesstraße zum Pragser Wildsee (LS 47) und der Landesstraße nach Altprags (LS 80).
Vom Bahnhof Welsberg fährt im Halbstundentakt ein Shuttle-Bus bis zum Pragser Wildsee. Auch der bestehende Busdienst der Linie 442 ab Niederdorf wird zu einem Halbstundentakt verdichtet.

 

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