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Mobilität

Neues Leben für alte Bahn

Die Seilbahn Jenesien soll komplett erneuert werden, eine Mittelstation erhalten und an den Öffentlichen Nahverkehr angebunden werden. Für knapp 20 Millionen Euro.
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Nach dem Aus für die Verlängerung der Jenesiener Seilbahn bis an den Rand des Bozner Stadtzentrums, liegt nun ein neues Projekt für das Restyling der Aufstiegsanlage, die von der Landeshauptstadt auf den Salten führt, vor. Neu und leistungsstärker, aber auf der gleichen Trasse, lautet die Vision für die neue Seilbahn Jenesien. Am Freitag Vormittag präsentierten Mobilitätslandesrat Florian Mussner, die Bürgermeister von Bozen und Jenesien gemeinsam mit dem Direktor der Südtiroler Transportstrukturen AG, Joachim Dejaco und dem Direktor der Landesabteilung Mobilität, Günther Burger das Projekt.

“Die Seilbahn nach Jenesien wird auf der bisherigen Trasse verlaufen, lediglich die Bergstation wird etwas verschoben, vor allem aber soll sie den Bedürfnissen der Pendler, Schüler und anderen Fahrgäste entgegenkommen, gut an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angebunden und so organisiert sein, dass sie sich wirtschaftlich trägt.”
(Florian Mussner)

Vor allem in Jenesien hatte man lange Zeit darauf gedrängt, eine Mittelstation zu errichten. “Dadurch könnte das Wander- und Ausflugsziel Salten attraktiver gemacht werden”, sagen Bürgermeister und Opposition. Sie dürfen sich freuen, denn im Rahmen der Erneuerung der Seilbahn soll bei der Kreuzung Afing eine Mittelstation entstehen. Die Bergstation hingegen wird etwas verschoben und näher ans Dorfzentrum verlegt und an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden. Das hatten unter anderem auch die Grünen gefordert.

Aufbruchsstimmung

Aufbruchsstimmung: LR Florian Mussner, Gemeindereferentin Marialaura Lorenzini, BM Renzo Caramaschi, Gemeindereferentin Hedwig Gamper, STA-Direktor Joachim Dejaco und BM Paul Romen. Foto: LPA/Angelika Schrott

Konkret wird die neue Bergstation mit Citybussen an das Dorf Jenesien angebunden. Doch auch im Tal tut sich etwas: Die Linie 12 der SASA, die die Talstation mit dem Stadtzentrum verbindet, wird künftig in beide Richtungen verkehren.
Für die neue Seilbahn sind Kabinen vorgesehen, die bis zu 45 Personen transportieren können. Im 15-, 10- oder 7,5-Minutentakt kann sie so zwischen 180 und 450 Personen stündlich befördern. Die Fahrtzeit beträgt 5.40 Minuten, wird bei der Mittelstation Halt gemacht, ist man zwei Minuten länger unterwegs.

 

Rund 20 Millionen Euro für Rundumerneuerung

Die neue Bahn wird auf der schrägen Länge von 2,5 Kilometern einen Höhenunterschied von 760 Metern überwinden und dabei mit nur mehr drei statt der bisherigen sieben Stützen auskommen.
An der Talstation sind 55 Parkplätze, ein Buswendeplatz und 200 Abstellplätze für Räder vorgesehen. An der Bergstation gibt es einen nahen Parkplatz. Neu entstehen soll die Anbindung an die Busse, ein Vorplatz und ein Radverleih. Das Projekt für die Bergstation soll über einen Architekturwettbewerb ermittelt werden, der noch heuer ausgeschrieben wird. 2018 soll das Jahr der Planung und Genehmigung werden. Die Ausschreibung für den Seilbahnbau selbst ist für 2019 geplant. Im selben Jahr könnten somit die Bauarbeiten beginnen werden – und die neue Bahn 2020 in Betrieb gehen.

Simulation der neuen Talstation

Zukunftsvision: Simulation der neuen Talstation (von Norden)

19,6 Millionen Euro soll das gesamte Restyling kosten. Das Land wird die Kosten für den Bau der Bahn tragen und die beiden Gemeinden die Spesen für die Arbeiten auf den externen Flächen. Zufrieden sind sowohl Paul Romen. Jenesiens Bürgermeister hatte wie viele andere auch in seinem Dorf um die Zukunft der Seilbahn, die Romen als “Lebensader” für sein Dorf bezeichnet, gebangt. “Durch den Neubau eröffnen sich neue Perspektiven für Jenesien und Bozen, damit die Bürger schnell zur Arbeit, zur Schule oder an ihr Ausflugsziel kommen”, sagte Romen am Freitag. Renzo Caramaschi betonte, dass es dieses Mal eine enge Zusammenarbeit zwischen seiner Gemeinde, Bozen, der Nachbargemeinde Jenesien und der Provinz beziehungsweise den zuständigen Ämtern gegeben habe, um eine von allen geteilte Lösung für die Erneuerung der inzwischen 80 Jahre alten Seilbahn zu finden. Eine Weiterführung der Trasse der Talfer entlang ins Stadtzentrum war für Caramaschi nie in Frage gekommen.

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