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Lehrer & Lockdown!

Wo bleiben Respekt und Wertschätzung?

Schule – das sind auch die Lehrer und das nichtunterrichtende Personal! Wo bleiben Respekt und Wertschätzung?
Community-Beitrag von Chiara Martorelli11.11.2020
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Dem aufmerksamen Beobachter wird es nicht entgangen sein, dass in den Diskussionen um die Schule im Zusammenhang mit der Covid-Problematik nie oder höchst selten auch die Lehrer und das nichtunterrichtende Personal genannt wurden oder auch nur marginal eine Rolle gespielt hätten. Im Mittelpunkt standen stets nur die Familien, welche sicherlich eine wichtige Komponente der Gesellschaft und der Schule sind, aber eben auch nur ein Teil der Schulgemeinschaft sind.

Während in der Wirtschaft Verbände, Sozialpartner, Einzelpersonen usw. angehört werden, verdient sich das Schulpersonal nicht einmal eine Erwähnung am Rande.

Ausdruck einer Respektlosigkeit. Und doch funktionierte Schule gerade in den letzten Monaten hauptsächlich durch das Engagement des Schulpersonals, und es war in der Einhaltung der Covid-Protokolle im Vergleich zu anderen Kategorien geradezu vorbildlich.

Zu Beginn des letzten Lockdowns stampften die Lehrpersonen den Fernunterricht regelrecht aus dem Nichts aus dem Boden, ohne große Unterstützung, mit eigenen Geräten, sogar mit selbst bezahlten Internetanschlüssen. Dies war auch möglich durch gegenseitige Unterstützung, so z.B. Fortbildungen im kleinen Kreis, und dies alles zum Nulltarif, während man vor Corona auch durchaus mittelmäßige Referenten fürstlich bezahlt hat, aber viele von denen kamen ja auch aus Deutschland oder der Schweiz. Ganz zu schweigen von den vielen Telefon- und E-Mailkontakten mit Schülern und Eltern, wo viele Lehrer/-innen unzählige unbezahlte Stunden geleistet haben.

Den Sommer über wurden mit viel Aufwand die notwendigen Vorbereitungen für das anstehende Schuljahr getroffen.

Die Schulen starteten gut gerüstet in das neue Schuljahr, zwar mit vielen Auflagen und einem stark gestiegenen Arbeitspensum für das gesamte Schulpersonal. Aber schon bald galt es an vielen Schulen neue Hürden zu meistern: Quarantäneklassen, kurzzeitige Schließungen usw. Immer wieder neue Herausforderungen, die es kurzfristig zu bewältigen galt. Dazu immer wieder Diskussionen, Einmischungen von außen und vor allem kaum Wertschätzung!

Jetzt werden die Schulen wieder geschlossen, von heute auf morgen muss der Präsenzunterricht für Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen organisiert, der Fernunterricht vorbereitet, die Kontakte zu den Eltern intensiviert und Stunden von Kollegen, denen Freistellungen zustehen, übernommen werden.

Der anstehende Lockdown wiegt besonders schwer für die Schulen, vor allem wenn man bedenkt, dass das Schulpersonal alle Protokolle penibel eingehalten hat, was man von anderen Kategorien nicht immer behaupten kann und nach wie vor steht der behütete Vormittag der Kinder im krassen Gegensatz zu einem teilweisen Happy-go-lucky-Verhalten in der Freizeit am Nachmittag.

Die Rechnung bezahlen nun wieder die Lehrer und die Kinder. Schade, dass der Lohn dafür eine geringe Wertschätzung ist, die auch dadurch zum Ausdruck kommt, dass keinerlei Mitsprache oder Anhörung bzw. Einbindung in Entscheidungen durch unsere Vertretungen und Organisationen erfolgt ist.

Das Fehlen einer angemessenen Bezahlung oder ein Ersatz für die persönlichen Ausgaben für die digitale Schule seien hier zumindest der Vollständigkeit halber genannt!

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Kommentare

Bild des Benutzers Georg Lechner
Georg Lechner 11.11.2020, 20:23

Die geringe Wertschätzung für Lehrer kennt man auch anderswo und der Hintergrund ist wohl in den verfluchten Maastricht-Kriterien zu verorten.
Nebstbei: Kinder - vor allem im Pflichtschulalter - sind nicht die Ursache für die hohen Zahlen an Neuinfektionen: https://www.wienerzeitung.at/themen/sars-cov-2/2071216-Kaum-Antikoerper-...

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Martin Koellensperger 11.11.2020, 21:23

Kinder / Schule tragen auch am wenigsten zum Fallzahlanstieg bei
https://orf.at/stories/3189452/
Gehören folglich auch als allerletztes geschlossen

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Peter Gasser 11.11.2020, 21:30

Das ist richtig.
Aber wir haben WELTWEIT die höchste Wocheninzidenz - weltweit!
Wie bloß haben gerade wir DAS geschafft?
Nr. 1 auf der Welt, am schlimmen Ende der Pandemie-Skala.

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Sepp Bacher 12.11.2020, 19:36

Das ist die Frage! Südtirol vergleicht sich gerne mit Staaten, weniger mit Bundesländern, Regionen oder Bezirken.

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Andreas gugger 12.11.2020, 19:49

@Gasser - erwähnen sie das in jedem Artikel? Wem nützt ihr Paranoia? bitte verschonen sie uns. ein erneuter Aufruf. Lesen sie einfach mal ein Buch aus den 60zigern. Es interessiert auch niemanden welche NEWS sie gerade reinbekommen. RELAX!!!

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Peter Gasser 12.11.2020, 20:16

mir gefällt dein ständig gebrauchter pluralis majestatis - relax, Freund Gugger.
Vielleicht auch mal ein Beitrag zur Sache, statt off topic reflexbeißen.
Vorschlag: einfach nicht lesen.

Bild des Benutzers Harald Knoflach
Harald Knoflach 12.11.2020, 21:05

Hallo Peter,
hast du da bitte eine Quelle, dass Südtirol die höchste regionale 7-Tage-Inzidenz hat. Auf dem Covid-Dashboard des ECDC hab ich dafür keinen Beleg gefunden. Danke.

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