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Coronavirus

Coronavirus: Folgen für die Wirtschaft

Die Ausbreitung des Coronavirus hat nicht nur negative Folgen für die Wirtschaft Chinas, sondern trifft auch die ohnehin schwache Weltwirtschaft.
Community-Beitrag von Monika Psenner13.02.2020
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Die chinesische Wirtschaft  ist seit dem Ausbruch des Coronavirus in großen Teilen des Landes lahmgelegt. Viele Branchen und Lieferketten sind schwer getroffen. Um die Situation etwas zu entspannen, vergibt die Regierung inzwischen Notkredite. Viele Fabriken sind bis auf weiteres geschlossen. Die Fließbänder vieler Autofirmen in China stehen still, wie zum Beispiel VW und Toyota. Auch zahlreiche Büros, Geschäfte und Kinos sind geschlossen und Restaurants stehen leer. Der öffentliche Nahverkehr ist in vielen Orten eingestellt, der Fernverkehr beeinträchtigt. Der Tourismus ist so gut wie lahmgelegt. Schulen und Universitäten haben ihre Neujahrsferien verlängert. Millionenstädte wurden drakonisch abgesperrt.  Viele Fluglinien haben ihre Flüge nach China ganz oder teilweise ausgesetzt.

 China ist die größte Handelsmacht der Welt

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China ist weltweit die Nummer eins beim Handel. 12,8% der weltweiten Exporte kommen aus China. Rechnet man Hongkong dazu, so sind es sogar 15,7%. Auch über 10% der weltweiten Importe gehen ins Reich der Mitte. Bei den weltweiten Importen rangiert China an zweiter Stelle nach den USA. China ist die wichtigste Drehscheibe der weltweiten Handelsschifffahrt, sieben der zehn größten Containerhäfen der Welt befinden an der Küste von China. In den vergangenen drei Wochen sank die Handelsschifffahrt um 20%. Weltweit sind die Reedereien besorgt. Der sinkende Preis für Schiffstransporte bestätigt, dass es inzwischen nicht mehr nur um die chinesische Wirtschaft geht, sondern dass auch die Weltwirtschaft betroffen ist.  Der Baltic Dry Index (BDI)  notierte Mitte Dezember 2019 noch mit 3.500 Punkten und hat Anfang Februar einen 3-Jahrestiefpunkt von -21 Punkten erreicht. Der Baltic Dry Index wird von der Baltic Exchange in London veröffentlicht und ist ein wichtiger Preisindex für das weltweite Verschiffen von Hauptfrachtgütern auf Standardrouten, er wird häufig als Maßstab für die weltweite Handels- und Wirtschaftsaktivität herangezogen..  

China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt

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China ist nach den USA die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Der private Konsum machte bislang in China etwa 40% des Bruttoinlandsproduktes aus und trägt auch wesentlich zum Wirtschaftswachstum bei. Wegen der Ausgangssperren und der starken Beeinträchtigung des Verkehrs wird derzeit in China viel weniger konsumiert. Geringer privater Konsum, sinkender Handel und sinkende Industrieproduktion, sowie Probleme in diversen anderen Wirtschaftssektoren zeichnen ein düsteres Bild für Chinas Wirtschaft. Experten gehen davon, dass die chinesische Wirtschaft in diesem Quartal sehr wenig oder überhaupt nicht wachsen wird.

In einer globalisierten und vernetzten Welt haben Probleme einer so wichtigen Handel- und Wirtschaftsmacht, wie China es ist, unweigerlich auch Auswirkungen auf andere Länder. Als größter Exportmarkt und zweitgrößter Importmarkt spielt China für die Wirtschaft anderer Länder eine sehr wichtige Rolle. Da der reibungslose Warenaustausch mit chinesischen Firmen in vielen Fällen nicht mehr funktioniert, kann es zu Produktionsausfällen kommen. Viele global agierende Firmen sind auf Zulieferungen aus China angewiesen, zum Beispiel im Technologiesektor, in der Autobranche und im Industriesektor. So hat Hyundai bereits die Produktion in Südkorea eingestellt, da es keine Zulieferteile aus China bekommt.

Stark betroffen sind auch die Reise- und Tourismusbranche, vor allem im Asiatischen Raum, der stark von Chinesischen Touristen abhängig ist. Besonders Thailands Wirtschaft leidet sehr, da der Tourismus einen großen Teil der Wirtschaft ausmacht und jedes Jahr über 11 Millionen chinesische Touristen das Land besuchen. Auch Japans Wirtschaft ist sehr exponiert, einerseits kauft China Industriemaschinen, Pkws und Lastautos, sowie technologisch anspruchsvolle Konsumgüter von Japan und andererseits liefert China Teile für Japanische Fabriken. Zudem besuchen jährlich Millionen chinesische Touristen Japan.

 

Der Ölpreis ist seit Ausbruch des Coronavirus um über 20% gefallen

Chinesische Unternehmen kaufen keine oder weniger Rohstoffe ein, das drückt die Rohstoffpreise, Kupfer- und Nickelpreise sind auf dem tiefsten Stand seit mehr als 2 Monaten. Wenn sich die Situation nicht bald entspannt, werden die Preise noch mehr unter Druck kommen. Auf dem Rohölmarkt hat sich die schwierige Situation in China bereits stark bemerkbar gemacht. Der Ölpreis ist seit Ende Dezember, also seit dem Ausbruch der Coronavirus-Epidemie um circa 22% gefallen, da China, der weltweit größte Erdölimporteur, derzeit um bis zu 20% weniger Öl importiert. Branchenexperten befürchten, dass es heuer erstmals seit der Finanzkrise 2009 zu einem weltweiten Rückgang der Nachfrage nach Öl kommen wird.

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Nach Ansicht der US-Notenbank schadet das Coronavirus nicht nur Chinas Wirtschaft, sondern bremst auch die weltweite Konjunkturentwicklung. Wie stark die Auswirkungen der Virus-Epidemie auf die Wirtschaft letztlich sein werden, hängt davon ab, wie schnell die Epidemie unter Kontrolle gebracht werden kann. Noch steigt die Zahl der Neuinfizierungen und der Todesfälle täglich, die WHO (Weltgesundheitsorganisation) stuft das Coronavirus Covid-19 weltweit als eine „ernste Bedrohung“ ein, das Ende der Epidemie könne man derzeit nicht voraussagen. Nach Entwarnung klingt das nicht und so muss sich die Wirtschaft wohl noch auf weitere Rückschläge einstellen.

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Kommentare

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Rufer Peter 13.02.2020, 16:31

Nicht verwunderlich dass die Epidemie in Wuhan ausgebrochen ist. Auf dem Markt dort sieht es aus wie auf einer Müllkippe für Tierkadaver. Das dort nicht schon lang eine Godzilla artige Monstrosität aus den Blutpfützen gestiegen ist, sollte als Weltwunder durch gehen.

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Georg Lechner 13.02.2020, 18:00

Die Zahlen offenbaren noch einen weiteren kritischen Punkt abseits der aktuellen Problematik im Zusammenhang mit dem Coronavirus: China und Deutschland weisen erhebliche Exportüberschüsse auf, die USA einen enormen Importüberschuss. Das verschärft die ohnehin bisher negative Handelsbilanz der USA zusätzlich und wirkt zusammen mit dem zweistelligen Budgetdefizit sehr bedrohlich. Darum versucht China, die faulen Dollarüberschüsse loszuwerden, indem es sich in Europa und Afrika einkauft.

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Rufer Peter 16.02.2020, 13:52

Sollte das Virus nicht sehr bald kontrolliert und eingedämmt werden, droht nicht nur China der ökonomische Shutdown. Nicht in Vierteljahrs-Statistiken, sondern im realen täglichen Leben. Stehen erst einmal alle Bänder still, werden grosse Versorgungsengpässe entstehen. Die Auswirkungen auf andere Industrieländer kann man auch nicht hoch genug einschätzen. Zusätzlich droht ein Überspringen des Virus in die Slums anderer asiatischer Länder, was eine enorme menschliche Katastrophe bedeuten könnte.

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Georg Lechner 16.02.2020, 19:45

Die hygienischen Verhältnisse auf den Märkten in chinesischen Städten sind für Europäer unvorstellbar. Dass sich da Krankheiten schnell ausbreiten, ist kein Wunder.

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Peter Gasser 16.02.2020, 19:48

Das ist nicht nur in China, sondern in ganz Zentralasien so.

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