Verbot
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Covid-19

Neue Verbote

24 Corona-Tote in Südtirol. Italienweit gelten verschärfte Maßnahmen. Die Schulen bleiben nach dem 3. April zu. Wer sind die Verstorbenen? Und ein Appell an die Senioren.
Von
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Lisa Maria Gasser21.03.2020
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627 Coronavirus-Todesopfer mehr als am Vortag wurden am Freitag in Italien gemeldet. Ein neuer trauriger Rekord seit Beginn der Pandemie. Insgesamt 4.032 Personen sind bisher gestorben, teilte der Zivilschutz in Rom mit. Die Zahl der nachgewiesenen Infizierten stieg auf über 47.000.

Update 11.45 Uhr: Südtirol verzeichnet inzwischen mindestens 24 Tote. “Alle Patienten litten an einer oder mehreren schweren Vorerkrankungen; bis auf die 60-jährige Frau, die über mehrere Risikofaktoren verfügte, waren alle Verstorbenen ältere Menschen”, heißt es von offizieller Seite.

Ab dem heutigen Samstag (21. März) gelten italienweit neue, verschärfte Maßnahmen. Am Freitag hat Gesundheitsminister Roberto Speranza das entsprechende Dekret unterzeichnet. Die neuen Einschränkungen:

  • ausdrückliches Verbot, sich in Parks, anderen Grünanlagen und auf Spielplätzen aufzuhalten
  • Erholungs- und Freizeitaktivitäten im Freien sind verboten; zugelassen sind sportliche Tätigkeiten, die allein und im unmittelbaren Bereich des eigenen Wohnsitzes durchgeführt werden – immer unter Einhaltung des Abstandes von einem Meter zur nächsten Person
  • sämtliche Gast- und Barbetriebe innerhalb von Bahnhöfen, Hafenanlagen und an Tankstellen müssen schließen
  • rund um die Feiertage ist es verboten, vom Hauptwohnsitz zum Zweitwohnsitz bzw. zu den Ferienwohnungen zu reisen
  • weiterhin mitgeführt werden muss die Eigenerklärung

Diese Maßnahmen gelten bis Mittwoch, 25. März. Dann läuft das Dekret aus, mit dem Ministerpräsident Giuseppe Conte am 11. März sämtliche Geschäfte (bis auf jene, die die Grundversorgung garantieren) und Lokale geschlossen hat. Jedoch ist sicher, dass die Einschränkungen über den 25. März hinaus verlängert werden. In welcher Form und wie lange, bleibt abzuwarten. Fest steht indes, dass die Schulen auch nach dem 3. April geschlossen bleiben. Unterrichtsministerin Lucia Azzolina meint am Freitag: “Die Schulen werden erst wieder geöffnet, wenn wir die Gewissheit absoluter Sicherheit haben.” Ein neues Datum hänge von den Entwicklungen der nächsten Tage ab, so Azzolina.


In einer Studie analysiert das Istituto Superiore di Sanità alle klinischen Daten der Corona-Toten in Italien. Die Zahlen werden regelmäßig aktualisiert.  Das Durchschnittsalter (Stand 20. März) liegt bei 78,5 Jahren. Am deutlichsten sind die 80- bis 89-Jährigen betroffen. Nur neun der bisher 3.200 in die Studie aufgenommenen Toten waren unter 40 Jahre alt. 70 Prozent sind Männer. Nur sechs Personen (1,2 Prozent – immer Stand 20. März) starben offenbar ausschließlich “am Coronavirus”. Alle anderen starben “mit” dem Virus, sprich, sie litten an mindestens einer schweren Vorerkrankung. Die Hälfte hatte drei oder mehr Krankheiten. Die häufigsten waren Bluthochdruck, Diabetes, Krebs, Herz- und Atembeschwerden. Die häufigsten Symptome der an Covid-19 Verstorbenen waren: Fieber (76 Prozent), Atemnot (73 Prozent), Husten (40 Prozent).

Ein Appell an die Senioren im Lande richtet Christian Wenter, Primar der Geriatrieabteilung am Krankenhaus Meran. Ältere Menschen gehören zu den Personengruppen, die am meisten vom Coronavirus gefährdet sind. “Bleiben Sie zu Hause”, betont Wenter nachdrücklich:

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Kommentare

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G. P. 21.03.2020, 09:17

"Erholungs- und Freizeitaktivitäten im Freien sind verboten."
Ihr könnt natürlich auch über das Ziel hinausschießen! Bei jedem Gang in einen Supermarkt ist die Ansteckungsgefahr tausendmal größer, als wenn ich alleine in den Wald joggen oder Spazieren gehe.
Und was kommt als nächstes? Werden die Haustüren von der Exekutive abgesperrt und verriegelt?
In jedem Fall möchte ich nicht wissen, wie viele Leute sich auf Grund der Freiheitsberaubung und starken Einengung in den eigenen vier Wänden in den nächsten Wochen mit psychischen Problemen herumschlagen werden.

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Ludwig Thoma 21.03.2020, 09:25

Ganz zu schweigen von der Schwächung des Immunsystems durch fehlende Bewegung im Freien und damit einhergehender größerer Anfälligkeit für Infektionen.
Man hätte durchaus differenzieren können zwischen Stadt und Land. Schließlich leben ca. 17 M Italiener im ländlichen Raum.

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Peter Gasser 21.03.2020, 09:27

"Psychische Probleme" aufgrund von "Freiheitsberaubung" betrachten wir nun im Vergleich zur freiwilligen Disziplin in den asiatischen Staaten, welche genau damit erfolgreich waren. Ohne Dekret - aus natürlichem Verständnis und gemeinschaftlicher Rücksichtnahme heraus.
Wie gesagt, ich liebe diese Landesverwaltung nicht, aber ich folge den Ratschlagen zum Wohle unserer Gemeinschaft - und im besonderen unserer älteren und kranken Mitbürger.
"Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den Schwächsten ihrer Glieder verfährt." (Zitat von Gustav Heinemann)

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Sepp Bacher 21.03.2020, 10:45

Gilt gilt Ihr letzter Satz bezüglich ("alte und kranke Mitbürger") auch für Gesunde und außerhalb dieser Krise? Dann ist es mit unserer Gesellschaft schlecht bestellt!

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Renate Holzeisen 21.03.2020, 10:49

Damit die Situation realistisch eingeschätzt werden kann, muss man nun endlich damit beginnen, zumindest stichprobenartig flächendeckend zu testen. Wenn die Durchinfizierungsrate, wie zu hoffen ist, bereits sehr hoch ist, dann werden die politischen Maßnahmen andere sein können, als wenn dies nicht der Fall sein sollte. Statistiken, Schätzungen, die allein auf die Anzahl der offiziell festgestellten Infizierten, die wohl (und ich betone hoffentlich) nur einen Bruchteil der effektiven darstellt, sind de facto wertlos.

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G. P. 21.03.2020, 11:08

Flächendeckend testen? Dazu fehlen vor allem die Ressourcen und wohl auch die Test-Sets.

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Renate Holzeisen 21.03.2020, 11:39

Vernünftige politische Maßnahmen setzen realistische Daten voraus. Die dafür eingesetzten Ressourcen sind bestens investiert, denn ansonsten riskiert man, unvergleichlich mehr an Ressourcen sinnlos und mit nachhaltigen, nicht nur wirtschaftlichen Schäden, zu zerstören ... wenn für fragwürdige Halstücher, die wohl jeder in der einen oder anderen Form zuhause gehabt hätte, angeblich Euro 700.000 an Steuergelder verwendet werden, dann darf es an den Ressourcen für wesentliche Maßnahmen nicht fehlen ... der politische Wille muss da sein, dann ist sehr Vieles möglich

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Waltraud Astner 21.03.2020, 13:41

Ich fände es sinnvoller die bereits immunisierten Menschen besonders die Asymptomatischen als solche ausfindig zu machen. Denn diese könnten falls die Immunisierung bestätigt ist, sich gefahrlos in der Gesellschaft nützlich machen. Dafür braucht es soviel ich weiß kein Testkit sondern eine Blutprobe. Der Test auf Corona falls negativ könnte sich nämlich stündlich ändern, der auf Immunisierung nicht. Es ist nicht einzusehen dass die Immunisierten weiterhin von der Gesellschaft isoliert werden und dieser dadurch wertvolle Dienste entgehen. Aber vielleicht ist dieser Gedanke noch verfrüht.

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Klemens Riegler 23.03.2020, 10:17

Liebe Renate, bitte lassen wir dieses Thema (angeblich 700.000) derzeit beiseite. Solche Streitereien gehören in die Nach-Corona Ära. Es war gut gemeint und laut Zulauf hatten effektiv nicht alle so eine Bandana zu Hause. Und es ist ja kein Wegwerfartikel - billiger Einweg-Mundschutz schon (Umwelt). Der Preis ist übrigens halbwegs okay ... kostet im Geschäft gut das doppelte bis Vierfache .

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Klemens Riegler 23.03.2020, 10:03

Liebe Waltraud Astner, das ist nicht verfrüht sondern schlussendlich die einzig wahre und richtige Vorgehensweise wie wir als westliche Demokratien aus dem Dilemma herauskommen können und wohl müssen. Denn solange wir nicht wissen wer immun ist, können wir nicht zurück zur Normalität. Wenn wir das nicht tun sind unsere Alten und Gefährdeten zu Weihnachten immer noch #zuhause.
Um es noch ein Mal klar zu stellen: Immunisiere können niemanden mehr anstecken und werden selbst nicht mehr krank ... = unsere Helden! Immer und überall einsetzbar.
Und wenn wir das Rad weiter drehen, dann könnten wir auch Stationen mit Positiv getesteten (leichteren Problemfällen) notfalls von infizierten Ärzten und Pflegern (ohne Symptome) betreuen lassen. Anstatt diese 3 Wochen in Quarantäne zu schicken. Klingt alles komisch, aber eigentlich müsste es doch so sein.

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