Railjet Testfahrt Bozen
Twitter/Helmut Uttenthaler
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Mobilität

Zug um Zug nach Wien

Die ÖBB testet ihre Railjets auf Südtirols Schienen. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember soll die Direktverbindung Bozen-Wien starten, kündigt Landesrat Alfreider an.
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Unbeobachtet ist der Besuch nicht geblieben. Ein Railjet der Österreichischen Bundesbahnen war diese Woche erstmals in Südtirol – im Rahmen einer Sonderfahrt, die den ÖBB-Schnellzug von Innsbruck über den Brenner bis nach Bozen führte.

An Bord: Techniker der ÖBB. Einer davon war Helmut Uttenthaler, der die Sonderfahrt auf Twitter mit zahlreichen Fotos dokumentiert hat.

 

Die Testfahrt fand im Zuge der Vorbereitungsarbeiten für die Direktverbindung Bozen-Wien statt, die auf Hochtouren laufen. Wie berichtet soll es spätestens ab 2020 eine direkte Zugverbindung zwischen der Südtiroler Landeshauptstadt und der österreichischen Metropole geben. “Wir arbeiten daran, dass sie mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 Realität wird”, richtet Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider aus. Er nutzte die Testfahrt am Dienstag und Mittwoch für ein Gespräch mit ÖBB-Vertretern in Südtirol.

 

Bozen-Wien in 6 Stunden und 20 Minuten

 

Zwei Mal täglich soll künftig ein Railjet – die Schnellzüge der ÖBB erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h – die Strecke befahren. In Bozen ist der Start um 8.10 Uhr vorgesehen, mit Ankunft in Wien um 14.30 Uhr. Zurück geht es um 15.30 Uhr, mit Ankunft in Bozen um 21.50 Uhr. Die Bahnhöfe, an denen der Railjet Halt macht, sind Brixen, Franzensfeste, Sterzing, Brenner, Innsbruck, Salzburg, Linz und St. Pölten.

Railjet Testfahrt Bozen
Ab 2020 täglich zu Besuch: der ÖBB-Railjet, der am Dienstag und Mittwoch seine Testfahrt nach Bozen absolvierte (Foto: Twitter/Helmut Uttenthaler)

 

Die Verbindung Bozen-Wien sei ihm “ein Herzensanliegen”, betont Landesrat Alfreider, “und verkehrstechnisch wichtig, weil sie eine Alternative zum Auto bietet”. Durch den Direktzug könne zum einen die Erreichbarkeit von Südtirol verbessert und andererseits der Personenverkehr umweltfreundlich auf die Bahn verlagert werden. Eine Million Euro wird das Land Südtirol dafür jährlich an die ÖBB zahlen.

 

Für 30 Euro?

 

Ulli Mair begrüßt die offensichtlichen Fortschritte auf dem Weg hin zur Direktverbindung Bozen-Wien. Die Freiheitlichen sprechen sich seit Jahren dafür aus und haben über ihre Kontakte zur FPÖ nach Österreich mehrmals politischen Druck ausgeübt. Neben einer Maßnahme “hin zu einer nachhaltigen, umweltschonenden und effizienten Mobilität” sei die geplante ÖBB-Railjet-Verbindung ein “starkes europäisches Signal” und schließe Südtirol “effizient an das europäische Mobilitätsnetz an”, meint Mair nun.

Railjet Testfahrt Bozen
Bis zu 230 km/h schnell: aber auch günstig soll die Fahrt Bozen-Wien werden, fordert Ulli Mair (Foto: Twitter/Helmut Uttenthaler)

 

Die Freiheitliche Landtagsabgeordnete nimmt die Landesregierung in die Pflicht. “Politiker, die von Klimaschutz sprechen, aber keine Maßnahmen setzen, damit der Bahnverkehr ausgebaut und billiger wird, sind von vorgestern. Wer die Preise im Zugverkehr kennt, weiß, dass Autofahren bzw. Fliegen um ein Vielfaches billiger ist, weil der Bahnverkehr nicht zu steuergünstigem Strom kommt und die Infrastrukturkosten zu tragen hat. Südtirol muss diesem Umstand über ein Südtirol-Wien-Ticket entgegenkommen, das die Wien-Fahrt für Südtiroler um 30 Euro, also auf Sparschienen-Niveau, ermöglicht. Derzeit liegt der Preis für eine Fahrt von Bozen nach Wien in der 2. Klasse nämlich bei über 100 Euro. Das Bahnticket Bozen-Wien um 30 Euro wäre ein konkreter Schritt, der in Zeiten von Klimadebatten unabdingbar ist.”

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Screenshot/Youtube

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Kommentare

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 28.06.2019, 07:35

Und das ganz ohne Bozner Flughafen!

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Herbert Kaserer 28.06.2019, 08:05

Ich hätte den Zug bis Meran "durchgebunden", wie die Eisenbahner sagen. Es braucht aber auch dringend eine Tagesrandverbindung nach München. Ob die Landesregierung für einen Zug Bozen - Mailand auch einen finanziellen Beitrag locker machen würde? Die Sparschienetickets zu 29 € nach Wien gab es jahrelang, es wäre echt gut, wenn sie wieder angeboten würden.

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Martin Aufderklamm 28.06.2019, 10:46

Klar wäre eine Durchbindung nach Meran super, aber das scheitert leider an der Infrastruktur (Eingleisigkeit, 30' Takt)....aber wer weiss....vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt.
Auf alle Fälle ein Schritt in die richtige (Fahrt)richtung. ;-)

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Hartmuth Staffler 28.06.2019, 12:58

Das Sparschienenticket gibt es weiterhin.

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Massimiliano Rausa 28.06.2019, 12:16

Un collegamento diretto sulla linea Adriatica:
Rimini, Pescara, Bari e magari Lecce è chiedere troppo?
Anche quest'anno andremo al mare a Vienna..

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Martin Aufderklamm 28.06.2019, 12:54

Da giovedi a sabato (andata) e da venerdi a domenica (ritorno) c'è il collegamento per Rimini e sabato e domenica (andata e ritorno) c'è il collegamento per Ancona.
Per Vienna al momento si cambia cosi come per localita' a sud di Ancona.

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Servus Leute 28.06.2019, 13:32

non vado al mare, a Vienna invece sí. E Ancona non è capitale.

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Livia Minnea 29.06.2019, 12:03

Der neue ITALO-Zug startet immer um 6.42 Uhr von Bozen. Es braucht dringend eine Zugverbindung in der Früh von Meran nach Bozen, damit die Meraner Bürger diese Verbindung in Anspruch nehmen können. Auch die Rückfahrt am Abend ist problematisch. Er braucht um 21.30 Uhr eine Zugverbindung von Bozen nach Meran.

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