Gesellschaft | Frauensachen

Ist Familie Frauensache?

Gestern, RAI Sender Bozen, Pro und Contra nach den Nachrichten, Thema: Was ist Familie? Ich freute mich schon auf einen anregenden Schlagabtausch zwischen, zum Beispiel, der Frau Stirner-Brantsch und der Frau Dissertori. Die beiden waren sich ja über diesem Thema in die Haare geraten. Aber: Fehlanzeige. Vielmehr diskutierte, mit der Frau Ladurner vom Familienbeirat, ein freundlicher Herr von der Familienvereinigung (sein Name ist mir leider entfallen). Das ist ja schon mal recht vielsagend, finde ich, heißt’s doch sonst immer, „Familie“ sei Frauensache
Hinweis: Dieser Artikel ist ein Beitrag der Community und spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung der SALTO-Redaktion wider.

Nun gut. Die beiden also plänkeln ein bisschen hin und her, richtig spannend wird’s nicht, und neue Erkenntnisse sind schon gar nicht zu gewinnen. Bis, ja bis der freundliche Herr Vorsitzende der Familienvereinigung die Politiker des Landes dazu aufruft, ihm doch bitte jetzt gut zuzuhören, denn er wolle ein Rezept präsentieren, wie man den Familien helfen könne auf dass es vielleicht doch wieder besser klappen möge mit „bis dass der Tod euch scheidet“. Als da wäre: Geld, viel Geld, sogar alles Geld, welches zurzeit in Sachen „Familie“ an die Bevölkerung verteilt wird. All dieses Geld würde der freundliche Herr an die Mütter verteilen – am liebsten aber, so lässt seine Rede vermuten, an die „traditionellen“. Diese könnten dann, so der Herr wörtlich, nach Belieben darüber verfügen, sogar für den Schönheitssalon dürften sie’s ausgeben, wenn sie bloß alle daheim blieben und sich der Familie widmeten, statt arbeiten zu gehen. Nur so, meint er, könne gewährleistet werden, dass eine Frau auch wirklich frei entscheiden kann, ob sie lieber ihrem Beruf nach oder in den Schönheitssalon geht.

Ja, wirklich, ich find’s schon recht witzig, dass immer noch die Herren – Vorstände, Präsidenten, Obmänner, Politiker - sich berufen fühlen, darüber zu räsonieren, zu planen, zu organisieren und laut durch die Gegend zu plappern, was wir Frauen doch bittschön und wie zu wollen haben, und dass sie zudem nach wie vor und trotz allem zu meinen scheinen, mit Geldzuwendungen seien wir leicht zu überwinden, je mehr Geld, desto überzeugt, so ungefähr. Zum Glück hat die Frau Ladurner ihren freundlichen Kontrahenten dann doch informiert – denn das scheint in seiner Welt noch nicht angekommen zu sein - dass es inzwischen viele und alleweil mehr Frauen gibt, denen ihr Beruf nicht nur lästiges Übel ist in der Übergangsphase zwischen Elternhaus und Gattenhaus, sondern ihnen Freude und Genugtuung bereitet.

In dem Zusammenhang fände ich es sehr nützlich, wenn wir manchmal versuchten, ein bisschen weiter über unseren Horizont hinaus zu zu schauen als nur bis zu den unmittelbaren Nachbarn. In den nördlichen Ländern zum Beispiel ist die arbeitende Mutter, aber auch der Familienmann kein Thema, und in Frankreich wird gar die NICHT arbeitende Mutter schief angesehen. Und jedenfalls finde ich, ist es an der Zeit, dass wir uns endlich von dem längst überholten „Ideal“ unserer lieben Männer und darüber, wie Frau zu sein hat, verabschieden. Dafür braucht’s vielleicht ein bisschen Selbstbewusstsein,  oder auch nur ein bisschen mehr gesunden Pragmatismus und weniger ideologische Verbrämung – die Französin Isabelle Huppert bringt es folgendermaßen auf den Punkt: "Bei uns ist es selbstverständlich, dass man arbeitet. Und je mehr Kinder, desto notwendiger ist es doch zu arbeiten. Wie soll man sonst für sie aufkommen?" Kinder seien nur eine gewisse Zeit im Leben bei der Mutter, der Beruf dagegen bleibe, sagte Huppert. "Es muss hart sein, die Kinder gehen zu lassen, wenn man keine Aufgabe hat."

Ah ja, bevor ich's vergesse: Interessant, zu beobachten, wie der Herr Vorsitzende "die Kinder" und deren Wohl vorschiebt, wenn es darum geht, sein Wunschbild der Frau im Heim am Herd und bei den Kindern in der Öffentlichkeit zu rechtfertigen. Unbestritten und unbenommen haben Kinder ein Recht auf behütete und geordnete Verhältnisse - die aber haben wenig bis gar nichts damit zu tun, ob die Frau und Mutter auch noch einen Beruf hat, dem sie gern nachgeht.

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Michael Bockhorni Mi., 18.09.2013 - 23:24

ich wollte ursprünglich bei der geburt unseres ersten kindes (in österreich) in karenz gehen, was sich finanziell nicht ausging. ab dem ersten lebensjahr hab ich dann auf 75% reduziert und in folge zwischen 75 und 50% teilzeit gearbeitet. einmal habe ich mich für 4 monate vollzeit um unsere tochter gekümmert. hier in südtirol war es aber nicht möglich mit 75 % zu starten und auch bei meiner derzeitigen jobsuche finde ich keinen teilzeitjob (und das im "frauendominierten" sozialbereich).

Mi., 18.09.2013 - 23:24 Permalink
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gorgias Fr., 20.09.2013 - 13:38

"Und jedenfalls finde ich, ist es an der Zeit, dass wir uns endlich von dem längst überholten „Ideal“ unserer lieben Männer . . . "

Ich finde diese verallgemeindernden Sprüche platt und eindimensional. Ich frage mich schon des Längeren in wieweit für Sie der Feminismus kaum mehr als ideologischer Überbau Ihrer Misandrie fungiert, weil besonders reflektiert sind Ihre Gedankengänge immer noch nicht.

Ich jedenfalls kenne das französische und das skandinavische Modell schon länger. Sie sind für mich erstrebenswert.

Fr., 20.09.2013 - 13:38 Permalink
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Sylvia Rier Sa., 21.09.2013 - 09:25

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dass nicht Sie Vorstand der Familienvereinigung sind, oder sonst einer Organisation, die Gestaltungsmöglichkeiten hat, nicht nur in Sachen Meinungsbildung. Tatsache ist aber auch, dass ein übergroßer Teil der Männer immer noch längst überholten Vorstellungen von "Familie" anhängt, und dass ein immer noch viel zu großer Teil der Frauen dieser Vorstellung ihrer Männer anhängt... Vielleicht kennen Sie den Grund dafür? Was, nicht zuletzt, ist "nicht besonders reflektiert" an meinen Gedankengängen, und an welchen Gedankengängen? Was hingegen die Misandrie angeht, die sie in mir vermuten, muss ich sie enttäuschen. Ich wüsste nichts davon. Darf ich meinerseits in ihnen zumindest ein bisschen Misogynie vermuten?

Sa., 21.09.2013 - 09:25 Permalink
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gorgias Sa., 21.09.2013 - 12:10

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objektiv belegen oder sind das nur "gefühlte" Tatsachen?
Wenn sie sich ihrer misandrie besser bewusst werden möchten dann lesen Sie das bitte in ihren Beiträgen nach wo sie auf eine verallgemeinernde und steriotypisierende Weise Männer einseitig für das gerade von Ihnen geschilderte Problem als Ursache erklären . Ein Beispiel habe ich Ihnen schon gegeben. Auch wenn sie das erst nach meinem Kommentar in einer Antwort darauf zu relativieren versuchen, hat das keinen Einfluss auf das Gesamtbild.
Ihre Einstellung kommt in ihren Beiträgen immer wieder reflexhaft hoch auch nachdem man ihnen von mehreren Seiten Gedankenanstösse Angeboten hat.
Die von Ihnen mir zugeschriebene misogynie Werte ich als unreife gegenabwehr.

Sa., 21.09.2013 - 12:10 Permalink
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Sylvia Rier So., 22.09.2013 - 08:42

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Belege sehen wir doch täglich?! Welche Modelle werden denn diskutiert, in Sachen "Kinder", "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" usw. usf.? Wenn "Teilzeit" diskutiert wird - wer ist denn "die Zielgruppe"? Und: Wer "herrscht" letztendlich (auch) über diese Themen, bzw. setzt die Regeln und zeigt die Grenzen auf? Und wer "lässt sich besprechen" und fügt sich? Ich jedenfalls habe noch keinen unserer Politiker sagen hören, wir müssen jetzt endlich auch mal über Männer-Teilzeit sprechen, oder darüber, was wir tun können, was wir tun müssen, dass ein konsistenter Teil der berufstätigen Väter mit Freude und Überzeugung in die dreijährige Elternzeit geht...aber auch keine unserer Politikerinnen. Und natürlich: Nur, weil ich kritisiere und Missstände anspreche/anprangere, hasse ich Männer noch lange nicht. Im Gegenteil - ich mag sie sehr (nicht alle, natürlich). Vielleicht miss-interpretieren Sie ja meinen Ärger und meinen zuweilen Zorn über diese Missstände als "Hass"?! Derweil: Ärger, Wut und Zorn sind konstruktive Gefühle, Hass ist das nicht. Hass will nur zerstören - Ärger, Wut und Zorn hingegen verändern. Im Übrigen zitiere ich nie aus (bekennenden) jeweils-das-andere-Geschlecht-Hass-Seiten, wie sie das hingegen immer wieder tun.

So., 22.09.2013 - 08:42 Permalink
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gorgias So., 22.09.2013 - 10:12

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wie Sie Ihre Artikel schreiben: Der erste Teil hat den üblichen Tenor, wo sie diesmal nicht expliziert aber mit rethorischen Fragen darauf hindeuten, wer nach ihrer Meinung alles Kontrolliert und für alles Schuld ist. Dann bevor der zweite Teil beginnt, schieben Sie noch ein "...aber auch keine unserer Politikerinnen." ein.
Wer den ersten Teil liest und die Haltung, die über mehrere Zeilen ausgebreitet wird rezipiert, empfindet dann diesen Apendix als Fremdkörper, ja fast als Korrektur eines freudschen Versprechers.
Das Erstaunliche was diese Aussage am Ende macht ist, dass sie nicht nur das vorher Geschriebene relativiert, sondern eigentlich nivelliert und überflüssig macht. Das vorher Geschriebene läuft darauf hinaus, die Männer verantwortlich zu machen. Nicht die Politik, sondern die Männer. Und dann am Ende werden mit diesem Anhang die Frauen auch noch hinzugezufügt.
Das klingt so wie jemand der ruft:"DIE MÄNNER SIND SCHULD, DIE MÄNNER SIND SCHULD!" und dann noch leise anfügt: "die Frauen auch"

So., 22.09.2013 - 10:12 Permalink
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gorgias So., 22.09.2013 - 11:05

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dass seit dem Sie auf der Liste der Grünen als Lückenfüller fungieren, sich auch mehr zusammennehmen. Ich hatte die leise Hoffnung, dass dies eine nachhaltige Wirkung haben könnte und um auch nach den Wahlen anzuhalten.
Jetzt gehe ich davon aus, dass sich Ihr Naturell durchsetzen wird.
P.S.
Und toll dass es Ihnen im Grunde Wurst ist, was ich und "alle anderen" von Ihnen denken. Jetzt bin ich froh, dass ich mir nicht die Mühe gemacht habe Ihnen zu erklären warum ich Ihre Gedankengänge als nicht besonders reflektiert halte.

So., 22.09.2013 - 11:05 Permalink
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Sylvia Rier So., 22.09.2013 - 11:16

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NachhaltigST. Aber da Sie auf diesem Ohr genauso taub sind wie Sie mir unterstellen, dass ich es bin, lassen wir das doch lieber, oder? Ich entspreche Ihren Vorstellungen nicht? Ist das für Sie ein Problem? Für mich nicht. Also dann - schönen Sonntag!

So., 22.09.2013 - 11:16 Permalink
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gorgias So., 22.09.2013 - 12:06

Antwort auf von gorgias

dass Sie sich im Moment - mehr oder weniger erfolgreich - zusammennehmen?
Wenn Sie wirklich nicht darüber reden möchten und wenn Ihnen wirklich egal ist was "die anderen" von Ihnen denken, dann hätten Sie sich diese Diskussion frührer beenden können . . .
. . . aber dafür müssten Sie einmal auf das letzte Wort verzichten.

So., 22.09.2013 - 12:06 Permalink
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Sylvia Rier So., 22.09.2013 - 12:34

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was ich immer in Frauenbelangen sagen mag, es passt ihnen nicht, und sie drehen und wenden es und zupfen so lange daran herum, bis es ihnen passt, aber immer noch nicht stimmt. Das macht nicht wirklich viel Spaß, ihnen doch auch nicht, oder? In anderen Belangen scheinen wir uns doch durchaus hin und wieder anzunähern, oder? Und nein, ich nehme mich nicht wirklich zusammen, vielleicht ein bisschen zurück (unbewusst? reflexhaft? aus Verantwortungsgefühl?), weil ich ja nicht mehr nur für mich allein spreche, aber nur ein bisschen, nichts relevantes, und ich glaube, ich kann mir das als Listenfüllerin und kleinstes, völlig irrelevantes Lichtlein durchaus erlauben, in Maßen. Nein, die ganz banale Wahrheit ist vielmehr: Ich bin müde, die Saison war/ist anstrengend, und das zeigt sich, je weiter sie fortschreitet... sie werden sehen, wenn der Winter anfängt, bin ich wieder erholt und topfit, und wenn sie dann den Eindruck haben werden, dass ich mich nicht mehr "zusammen reiße", dann wird das nicht daran liegen, dass die Wahl vorüber ist, wie sie wohl vermuten würden/werden. Ob's mich wirklich nicht interessiert, was "alle" von mir denken? Mah. Wenn kein Gegenmanöver auch nur ansatzweise erfolgreich ist, wenn gar nichts nutzt, wie bei ihnen beispielsweise, dann wäge ich irgendwann einfach ab: Aufwand? Nutzen? Das letzte Wort? Ihnen lasse ich's besonders ungern!

So., 22.09.2013 - 12:34 Permalink
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gorgias So., 22.09.2013 - 13:25

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um Ihr Naturell zu entfalten? Jetzt wo die Wahl immer näher rückt. Dann besteht doch die Aussicht, dass Sie sich bald nach den Wahlen erholen und nachhaltigST zu ihrer alten Form zurückfinden?
Ist das also im Moment nur eine Sivlia mit halber Kraft?
Was dem Thema Geschlechtergerechtigkeit angeht, ist es zu wichtig um es jemanden zu überlassen der sich einer eindimensionalen, mit Steriotypen besetzten Rethorik bedient und vor Komlexität und Tiefgang scheut. Frauen victimisiert und Männer demonisiert und keine Probleme hat sich jederzeit selbst zu wiedersprechen um Kritik abzuwehren, um dann wieder zu ihrem Grundtenor zurückzufinden.
Und Übrigens:
Sie lassen mir nicht gerne das letzte Wort. Warum? Weil Sie gern Recht haben? Es gibt aber zwei Arten wie man recht haben kann: Mit Schlagfertigkeit oder mit Argumentationskraft. Sie werden aber kaum den entscheidenden Unterschied zwischen beiden kennen.

So., 22.09.2013 - 13:25 Permalink
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Peter Righi Di., 24.09.2013 - 06:41

Solange Klischees uns gefangen halten, werden wir uns in keine Richtung bewegen. Diese vorgefertigten Muster hemmen die Vorstellungen neuer Familienkonstellationen und gar nicht zu reden von deren Umsetzung.
Wenn ich meine persönliche Erfahrung, als alleinerziehender Vater, schildern darf, dann reduziert sich dies auf 2 Klischees: Mann=böse Erziehung=Frauensache.
Daraus entwickelt sich eine Lebensart, die mit neuer Kreativität und Inhalten bestückt wird und bei der mir alle Familienverbände und politischen Parteien mit ihren vorgefertigten Mustern den Buggl hinunter rutschen können.

Di., 24.09.2013 - 06:41 Permalink
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Sylvia Rier Di., 24.09.2013 - 08:15

Antwort auf von Peter Righi

meinst du denn? Ich hab deine Nachricht jetzt ein paar Mal durchgelesen, komme aber immer noch nicht klar :-) Jedenfalls aber kann ich dir eins sagen: Ich habe exakt die Erfahrung gemacht, die du in deinem 2. Absatz beschreibst - nur mit umgekehrten Vorzeichen: Frau = an allem Schuld, Mann = jedenfalls Opfer (gleich habe ich wieder gorgias am Hals...) Vielleicht braucht es einfach mehr Frauen und Männer, die die gleichen oder sehr ähnliche Erfahrungen machen/gemacht haben, sodass beide Seiten wissen, wovon die jeweils andere spricht, damit sich endlich etwas bewegen kann. Und natürlich nutzt es wenig, wenn immer nur die "traditionellen" vorne dran sind und ihre alteingesessenen Rollenbilder auf die Gesellschaft abfärben lassen, während sich die anderen, die neueren, schön brav im Hintergrund halten, weil... ja, warum eigentlich?

Di., 24.09.2013 - 08:15 Permalink
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Peter Righi Di., 24.09.2013 - 08:49

Antwort auf von Peter Righi

... meistens beginnen so endlose Diskussionen ;)
Wir stecken immer wieder fest, wenn wir uns mit "Schuldfragen" beschäftigen. Meine Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jedes Schicksal ein Einzelschicksal ist und nicht stellvertretend für ein anderes stehen kann. Genauso kann ein Mann nicht für die Männlichkeit und keine Frau für die Weiblichkeit stehen. Dies ist auch der Grund, wieso ich mich nie mehr auf "Meinungsvertreter" einlassen werde und nie mehr als Speerspitze für eine Gruppe verwendet werden möchte. Ich weiß wovon ich spreche!

Di., 24.09.2013 - 08:49 Permalink
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Sylvia Rier Di., 24.09.2013 - 09:07

Antwort auf von Peter Righi

dem Manfred hast du heute einen guten Tag beschert :-) und vielleicht noch gleich ein paar anderen dazu. Passt also, auch, wenn ich immer noch nichts verstanden habe, aber nachdem der Manfred verstanden hat, muss das wohl an mir liegen. Na ja, vielleicht gibt sich mal die Gelegenheit. Also dann, alles Gute für dich :-)

Di., 24.09.2013 - 09:07 Permalink
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Manfred Gasser Di., 24.09.2013 - 10:00

Antwort auf von Peter Righi

aber das hat eigentlich nichts mit Peter Righi zu tun.
Ich musste ihm einfach einen Applaus schenken, weil er genau das tut, was zu viele in diesen Diskussionen nicht können(oder nicht wollen?), er trennt das Subiekt(Mann oder Frau) von den obiektiven Eigenschaften(Männlichkeit oder Weiblichkeit), auch "Klischees" genannt, und versucht damit einen neuen Weg zu gehen, den man(frau) aber erst mal bereit sein muss mitzugehen.

Di., 24.09.2013 - 10:00 Permalink
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Sylvia Rier Di., 24.09.2013 - 13:13

Antwort auf von Peter Righi

dahinter. Wärt ihr, Peter, Manfred, gorgias, so freundlich, mir auf die Sprünge zu helfen? Wo? bediene ich Klischees? Sage ich etwa nicht vielmehr, ich würde mir wünschen, wir würden uns z. B. auch am Norden inspirieren, wo der Familienmann längst etabliert ist? Und wie geht das, Manfred, mit "objektiven Eigenschaften, auch Klischees genannt" - Klischees sind doch Vorurteile, wie können die "objektive Eigenschaften" sein?!

Di., 24.09.2013 - 13:13 Permalink
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Manfred Gasser Di., 24.09.2013 - 14:42

Antwort auf von Peter Righi

Wie das möglich ist? In dem man(frau) das Subiekt als Obiekt sieht, sprich die Männlichkeit statt den Mann, die Weiblichkeit statt dem Weib, und damit alle Männer in einen Topf schmeisst, und alle Weiber in den anderen.
Und was dein Arbeiten mit Klischees(sprich Vorurteile, Schablonendenken) betrifft, hier ein paar Beispiele:

"Ja, wirklich, ich find’s schon recht witzig, dass immer noch die Herren – Vorstände, Präsidenten, Obmänner, Politiker - sich berufen fühlen, darüber zu räsonieren, zu planen, zu organisieren und laut durch die Gegend zu plappern, was wir Frauen doch bittschön und wie zu wollen haben"
Das ist vereinfachtes Schablonendenken auf höchstem Niveau, es gibt nämlich auch Präsidentinnen, Obfrauen, Politikerinnen, die sich doch auch zu was berufen fühlen, oder?

"In den nördlichen Ländern zum Beispiel ist die arbeitende Mutter, aber auch der Familienmann kein Thema, und in Frankreich wird gar die NICHT arbeitende Mutter schief angesehen. Und jedenfalls finde ich, ist es an der Zeit, dass wir uns endlich von dem längst überholten „Ideal“ unserer lieben Männer und darüber, wie Frau zu sein hat, verabschieden."
Ich war noch nie in Skandinavien und kann deshalb auch nicht viel dazu sagen, und in Frankreich habe ich die Sprache leider nicht verstanden. Aber auch hier wieder, die Männer!! Die "lieben" Männer!! Alle Männer?? Klingt doch irgendwie nach Klischee, oder?

"Tatsache ist aber auch, dass ein übergroßer Teil der Männer immer noch längst überholten Vorstellungen von "Familie" anhängt, und dass ein immer noch viel zu großer Teil der Frauen dieser Vorstellung ihrer Männer anhängt"
Woher weisst du das? Wie kannst du das belegen? Ist das nur ein Gefühl von dir, oder wieder eine Klischee?

Übrigens glaube ich nicht, dass in unseren Familien, egal welcher Art, alles richtig und gut läuft. Aber ich glaube auch nicht, dass durch dieses Verteufeln des Mannes per se auch nur irgend etwas besser wird.

Di., 24.09.2013 - 14:42 Permalink
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Sylvia Rier Di., 24.09.2013 - 16:11

Antwort auf von Peter Righi

1. Also, mit „Subjekt als Objekt“ muss ich mich noch auseinander setzen, das ist mir jetzt arg fremd, ich kann das nicht nachvollziehen.
2. NICHT vereinfachtes Schablonendenken, sondern Fakt. Ich denke z. B. an den Präsidenten der Familienvereinigung: Einerseits heißt es immer, „Familie sei Frauensache“, andererseits sitzt der Familienvereinigung ein Präsident vor. Darf ich darin einen Widerspruch sehen? Zugegeben – es gibt auch Männer, denen dieses „Recht“ durchaus zustehen könnte - den Herrn, den ich beim Schreiben meines Textes vor Augen hatte und noch ein paar andere, zähle ich allerdings nicht dazu. Schau dich doch um, in den Parteien, die den Ton angeben in unserem Lande: Was siehst du? Und jetzt bitte nicht die Ausnahmen nennen…
3. Natürlich kannst du dich an diesen Kinkerlitzchen aufhängen, das steht dir frei. Du kannst dich aber auch auf die Botschaft konzentrieren und z. B. fragen: Wie machen die das in Skandinavien? Dort sitzt z.B. um 16 Uhr niemand mehr im Büro, auch Karriere-Männer nicht, denn die sind bei ihren Familien; und es ist dort gar nicht unüblich, dass ein Mann ein Meeting um 14.30 Uhr verlässt, weil er sein Kind aus dem Kindergarten holt. Ist doch gut, oder? Da könnten wir doch hinwollen, oder? Ich kann mich nur an der Mehrheit orientieren, und die Ausnahmen anerkennen. Aber verändern muss sich die Mehrheit, nicht die Ausnahmen.
4. Schau dich doch um! Worüber wird denn diskutiert, wenn’s um Familie geht! Gestern, „Dolomiten“: „Die Frau gehört die ersten Jahre zu den Kindern“. Ah ja? Wo steht das geschrieben? Weißt du, ich kann die aktive Rolle der Männer in diesen Diskussionen, in denen es ja auch um ihre Kinder geht, nicht erkennen! Wo ist der Mann, der aufsteht, und ruft, he, ihr da, ich habe auch das Recht, drei Jahre bei meinem Kind zuhause zu bleiben! Denkt an mich auch, wenn ihr plant! Ich habe noch keinen gehört, aber ich gebe zu, vielleicht habe ich ja auch nicht alles gehört.
5. Nein, ich glaube auch nicht, dass damit etwas besser wird, abgesehen davon habe ich nicht das Gefühl, dass ich Männer „verteufle“. ‚Wenn ich in meinen Texten manchmal überziehe, dann betrachte es ruhig als „Hilfsmittel“, in Sachen Aufrütteln. Denn das glaube ich, ist notwendig: Dass Männer anfangen, weniger sich selbst als vielmehr ihre Rolle in Frage zu stellen... sind wir damit eigentlich bei Subjekt/Objekt?!

Di., 24.09.2013 - 16:11 Permalink
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Manfred Gasser Di., 24.09.2013 - 21:44

Antwort auf von Peter Righi

1. Vergiss es.
2.Du schliesst zu oft von einigen auf alle, Präsidenten, Obmänner. Politiker.
3.Um 16 Uhr niemand mehr im Büro? Um 14.30 Uhr nicht unüblich? Glaubst du wirklich was du da schreibst?? Und wenn ja, wer hat dir das eingeredet?
4. Schwierig dir zu widersprechen, obwohl ich glaube, dass es in den jungen Familien nicht so "schlimm" aussieht, wie du hier schreibst.
5. Mann ist Subiekt, Rolle ist Obiekt.

Di., 24.09.2013 - 21:44 Permalink
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Sylvia Rier Mi., 25.09.2013 - 07:18

Antwort auf von Peter Righi

1. Ich glaub‘, ich hab’s (letzter Satz, vorletzter Kommentar)
2. Nie alle, aber weitaus Mehrheit.
4. Ich denke, das könnte ich widerlegen aber: Vergiss es 
5. s. 1
3. „Auch dieser Irrglaube trägt zur Unvereinbarkeit von Familie und Beruf bei. Dass es auch anders geht, zeigt zum Beispiel Dänemark. In der Regel verlassen alle das Büro, wenn die Kita schließt. Dem Vater, der um sieben Uhr noch im Büro sitzt, kann es passieren, dass ihn Kollegen fragen, ob ihm seine Familie nicht wichtig sei.“ (http://www.zeit.de/2013/22/arbeitswelt-eltern-politiker)
„Kein aus Deutschland nach Nordeuropa entsandter Expat kommt ohne die Geschichte über einen Manager zurück, der am Nachmittag ganz selbstverständlich pünktlich um 15:30 Uhr das Meeting verlässt, um seine Kinder aus der Tagesstätte abzuholen.“ Oder auch. „Um den Haushalt kümmert sich ihr Mann, sagt die SEB-Chefin. „Denn zwei CEOs in der Familie, das geht nicht.“ (http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/skandinavien-buller…)
Und das hier spricht in Sachen „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ doch auch mehr als nur Bände, findest du nicht ? http://diestandard.at/1379291823152/Die-wahre-Mutti-geht.
Also dann: Einen schönen Tag für dich!

Mi., 25.09.2013 - 07:18 Permalink
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Manfred Gasser Mi., 25.09.2013 - 14:57

Antwort auf von Peter Righi

Du hast sie verlinkten Kommentare aber schon zu Ende gelesen, oder? Also mir scheint da auch nicht alles Gold was glänzt, bei Teilzeit keine Aufstiegschancen mehr, Einstellungen nur mehr auf Vollzeit, und bei Frau Schröder ist es doch eine persönliche Entscheidung, oder glaubst du, sie hat keinen Kitaplatz bekommen?

Mi., 25.09.2013 - 14:57 Permalink
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Sylvia Rier Mi., 25.09.2013 - 15:09

Antwort auf von Peter Righi

Du wolltest einen Beleg dafür, dass Männer dort mitten im Meeting aufstehen ("wer hat dir das eingeredet?"), weil sie ihre Kinder holen müssen und Überstunden und um 17 Uhr die Büros leer sind. Der Rest war nie Thema, und natürlich habei ch nie behauptet, dass dort oben ALLES rose e fiori sei. Aber: Sie machen sehr vieles sehr gut, und wir könnten uns ein paar Scheiben von dem abschneiden, was sie gute machen... Eigenartig, wie alle etwas andere zu lesen scheinen aus den gleichen Texten :-) Und dass die Entscheidung der Ministerin eine "persönliche" ist, ist auch klar - die Entscheidung ist aber gereift, weil (so der Text) Familie und Beruf für sie nicht vereinbar scheinen, und das trotz der bestimmt äußerst privilegierten Verhältnisse, in den diese Dame lebt. Jetzt stell dir mal vor, wie "normale" Frauen (und Männer) beides unter einen Hut bekommen... Noch einen schönen Nachmittag für dich und: Träum mal wieder :-)

Mi., 25.09.2013 - 15:09 Permalink
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Peter Righi Di., 24.09.2013 - 14:05

Deine Stellungnahme ist schon klar. Es gibt aber auch hier Familienmänner, die längst schon wissen welche Rolle sie in einer zeitgemäßen Familie besetzen. Es wäre fatal, Modelle anderer Länder zu kopieren. Unsere Gesellschaftsstruktur ist anders und von richtiger Emanzipation, die ich als Gleichstellung betrachte, sind wir noch weit entfernt.
Mit Klischees meine ich Schablonen und nicht Vorurteile. Ich verbinde damit die gesellschaftlichen Gewohnheiten und Muster, mit denen hier in Südtirol sog. Patchworkfamilien immer wieder Schwierigkeiten haben. Ich wurde sogar mal um einen Familienbogen gefragt, als ich beim Skifahren eine Familienkarte kaufen wollte.
Mir ist die Realität schon klar, dass 90% der Alleinerzieher/innen Frauen sind. Aber es gibt auch eine Minderheit - die nicht gleichgestellt behandelt wird.

Di., 24.09.2013 - 14:05 Permalink
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Sylvia Rier Di., 24.09.2013 - 16:27

Antwort auf von Peter Righi

habe ich nichts gesagt, ich glaube, ich habe gesagt, "ein bisschen weiter über unseren Horizont hinaus zu schauen als nur bis zu den unmittelbaren Nachbarn." Man kann sich doch auch inspirieren, und aus den verschiedenen Modellen, die sich schon bewährt haben oder auch nicht (Experimentierfreude in Maßen kann durchaus weiterbringen), das herauspicken, was wir annehmen, weiterführen, angleichen usw. könnten. Daran kann ich nichts negatives entdecken. Woher kommen wohl die Schablonen/Muster her, die du ankreidest? Von den Frauen, die das Recht auf "Muttersein" als ihr ausschließliches Recht beanspruchen? Oder von (überholten) Rollenmustern/-bildern, in der grundsätzlich der Mann nicht "Mutter" sein darf, weil das nicht "männlich" ist? Wer definiert denn jetzt schon seit Jahrhunderten und mehr und immer noch, wie unsere Gesellschaft und Familien zu beschaffen sein haben? Wo sind die Männer, die in den Diskussionen um Kindergartenplätze, Teilzeit usw. laut werden und sagen, ja, ihr da, und wir, sind wir etwa nicht die andere Hälfte der Eltern? Richtig - es ist jetzt notwendig (meine Meinung) dass Männer sich emanzipieren. Du hast das offensichtlich hinter dir, die meisten anderen nicht. Das ist allerdings "gefühlt", nein, kann ich nicht belegen.

Di., 24.09.2013 - 16:27 Permalink
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Michael Bockhorni Di., 08.10.2013 - 20:31

Antwort auf von Peter Righi

wenn unter erziehung die aufteilung der aufgaben und lasten (zeitlich und finanziell) gemeint ist, dann gibt es viel weniger "alleinerziehende" bzw. ein-eltern-familien. in den meisten fällen beteiligen sich beide eltern nach einer trennung (sowie in "aufrechten" familien LEIDER in ZU unterschieldichem ausmass), dann gibt es ja auch die erwähnten patchwork familien, in denen sich die (tlw. erhöhten) aufgaben auf mehrere personen aufteilen, dann noch jene, die wie eine "normale" familie zusammenleben, aber eben nicht verheiratet sind und dann gibt es wirklich die alleinerziehenden, bei denen ein elternteil sich vertschüsst hat und denen manchmal auch noch die großeltern fehlen.
@ sylvia: wo sind die männer die laut sagen dass sie die andere hälfte sind und sich in diskussionen um teilzeit und kindergarten einmischen. der verein "väter aktiv" möchte genau dafür ein forum und sprachrohr sein und in respektvollerweise dialog und kontroverse in der südtiroler gesellschaft suchen: www.facebook.com/VaeterAktiv (Homepage ist noch im Aufbau)

Di., 08.10.2013 - 20:31 Permalink