Alexander Langer
Südtirolfoto/Othmar Seehauser
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Alexander Langer

Erinnerung an einen Zerbrechlichen

Zum 25. Todestag von Alexander Langer bringt Salto.bz einen Film von Christoph Franceschini und Helmut Lechthaler. Ein Dokument Südtiroler Zeitgeschichte.
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Ritratto di Renate Holzeisen
Renate Holzeisen 3 Luglio, 2020 - 07:23

Quer- und Vordenker braucht insbesondere Südtirol nach wie vor. Erschütternd für mich die frappierende Diskrepanz zwischen den Bemerkungen eines Magnago zu Alexander Langer und die anerkennenden respektvollen Worte von EU-Politikern, die nicht dem politischen Lager Alexander Langers angehört haben, und die dennoch seine Intelligenz, Weitsicht, Sensibilität und Ehrenhaftigkeit offen geschätzt haben.

Ritratto di Manfred Gasser
Manfred Gasser 3 Luglio, 2020 - 07:33

Danke Christoph und Helmut, ein tolles Dokument Südtiroler Zeitgeschichte.

Ritratto di Karl Trojer
Karl Trojer 3 Luglio, 2020 - 08:51

Schön, dass salto.bz diesen wunderbaren Menschen erinnert, danke ! Alexander Langer war ein STARKER ! Abrupt "zerbrochen" ist er wohl an der im Jugoslavienkrieg erlebten Ohnmacht zur Friedensstiftung und den Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten unserer Welt.

Ritratto di Giancarlo Riccio
Giancarlo Riccio 3 Luglio, 2020 - 13:00

Un reportage attualissimo, coraggioso, irrituale ancora oggi.
Vi sono intervenuti alcuni veri amici del carissimo Alex e, per fortuna, nessuno di coloro che invece millantano di averlo conosciuto e frequentato: sono zombies senza qualità, stiamone alla larga.

Ritratto di gorgias
gorgias 5 Luglio, 2020 - 12:15

Wenn Alexander Langer in Florenz am Jugoslavienkrieg zerbrochen sein soll, was ist mit jenen die mitten im Krieg waren und nicht der Freitod suchten?

Ritratto di elisabeth garber
elisabeth garber 5 Luglio, 2020 - 12:55

@Gorgias Jeder Mensch hat andere Hirnwindungen und reagiert geistig-seelisch anders - ist längst bewiesen, aber Schubladendenken ist eben der billigste Trumpf. Es gibt sensible Menschen, die ihrem Leben ein Ende setzten (Franz Marc stellte sich höchstwahrscheinlich gegen Ende des Krieges bewusst in die Schusslinie) und andere überlebten schreckliche Jahre der Kriegsteilnahme vergleichsweise gut (Otto Dix oder Joseph Beuys).

Ritratto di gorgias
gorgias 5 Luglio, 2020 - 13:04

Ich verstehe nicht was Sie mir jetzt über Hirnwindungen und Schubladendenken erzählen wollen, aber die Erklärung dass Alexander Langer am Jugoslavienkrieg zerbrochen sei wird seinem Lebengang nicht gerecht und dient höchstens dem eigenen Wunsch nach Erklärung und Verklärung.

Ritratto di Manfred Gasser
Manfred Gasser 5 Luglio, 2020 - 17:43

Und was wird ihm dann gerecht? Denken Sie, Alexander Langer war ein Gscheiterter, ein Realitätsverweigerer? Denken Sie an Depression, Burnout oder ähnliches? Ich würde ja gern selbst einiges dazu schreiben, da ich aber Hernn Langer nie persönlich kennenlernen durfte, wäre alles nur Spekulation, vielleicht Verklärung. Und jetzt frage ich mich, ohne zu wissen wie nahe Sie Herrn Langer standen, was Ihre Erklärung, ganz ohne Verklärung, wäre.

Ritratto di Sepp Bacher
Sepp Bacher 5 Luglio, 2020 - 21:06

"Ich kann nicht mehr" steht wohl ganz typisches für Burnout. Depression passt auch. Ebenso passen würde Krise der Lebensmitte; jedenfalls kann es mehrere zusammen wirkende Kräfte gewesen sein. Meistens ist das Tiefere, das Private ausschlaggebender als das Scheitern bei der Friedensmission in Jugoslawien. Das könnte der Punkt sein, der das Fass zu überlaufen gebracht hat.
Ich war zwar auch in Langers Umfeld, ich kannte aber nicht seine Intimitäten. Man wusste aber wenig von seinem Privatleben.

Ritratto di elisabeth garber
elisabeth garber 5 Luglio, 2020 - 20:08

@Gorgias Da ich mich mit der Persönlichkeit Alexander Langer noch nie eingehend befasst habe, kann ich auch deren Verklärung nicht wünschen. Mir ging ihre Fragestellung auf die Nerven.

Ritratto di gorgias
gorgias 5 Luglio, 2020 - 20:33

Dann bin ich froh nicht Ihre Hirnwindungen zu haben.

Ritratto di Christian Petter
Christian Petter 3 Luglio, 2020 - 13:48

„Starke, transparente Demokratie“

„Politisches Vertrauen und die Unterstützung der Demokratie ermutigen die Menschen, den Empfehlungen des öffentlichen Gesundheitswesens zu folgen, und ein starker Wohlfahrtsstaat bietet Einkommenshilfen und eine zuverlässige Gesundheitsversorgung, um die Ansteckung zu verlangsamen. Mit anderen Worten: Eine starke, transparente Demokratie hat Uruguay in die Lage versetzt, eine Pandemie, die so viele größere und reichere Nationen überwältigt hat, anzuerkennen, zu bewerten und zu kontrollieren."

„Uruguay setzt seine Tradition fort, regionalen Trends entgegenzuwirken“, analysierte unlängst das wissenschaftsaffine Nachrichtenportal The Conversation. „Seit Langem zeichnet sich das Land durch eine lebendige partizipatorische Demokratie, geringe Ungleichheit und eine ausgeprägte Sozialpolitik aus – alles Umstände, die den relativen Erfolg Uruguays in der Pandemie zum Teil erklären können.“

... auch wenn ich dich nicht mehr kennen lernen durfte, sagte jemand* irgendwann einmal:

„Am Anfang war das Wort ...“

...und auch am Ende war ein Wort:

... Danke ...

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 3 Luglio, 2020 - 19:03

Ich habe Alex Langer sehr gut gekannt und oft mit ihm diskutiert. Er hat seine idealistischen Vorstellungen nicht mit der Realität vereinbaren können und war in diesem Sinne ein Realitätsverweigerer, als den ich ihn immer bezeichnet habe. Daran ist er zerbrochen.

Ritratto di Christian Mair
Christian Mair 5 Luglio, 2020 - 11:17

Aber wer heute die Realität nicht verweigert, ist kein vernunftbegabter Mensch- sondern Ungleichheitsideologe, Umweltzerstörungsideologe, Wachstumsideologe. Oder?
Wir brauchen einen Wandel und zwar auf allen Ebenen
- EU, Staat, Region;
- Medien;
- Wirtschaft;
- Gemeinwohlorientierung:
- politische und soziale Teilhabe;

Ritratto di Holenstein Remy
Holenstein Remy 5 Luglio, 2020 - 09:25

Alexander Langer zeigte mir, dass man mit Visionen mehr erreicht als mit Kritik. Als ich ihn noch nicht persönlich kannte, beeindruckte er mich in einer Podiumsdiskussion am Fernsehen. Er wurde von den Gesprächspartnern recht hart und oft beleidigend angegriffen. Trotzdem blieb er ruhig, ignorierte die Beleidigungen und legte dar, welche Projekt dringend anzugehen sind und welche Lösungen er dafür vorsieht. Später habe ich viele Treffen mit ihm erlebt, welche er als unermüdlicher Anreger befruchtete.
Über seine persönliche Befindlichkeit, erfuhr ich erst nach seinem Tod Weniges. Dabei erinnere ich mich noch gut an ein Treffen zu dem ich mit Alexander vom Bahnhof Terlan zu zweit zur Burg von Andrian hochwanderte. Er wollte wissen wie es mit der Vinschgerbahn vorwärts geht und was wir gegen das Giftspritzen der Obstplantagen machen können ? Wie wir die MeBo verhindern ? Und was sonst im Dachverband läuft ? Doch jedes Mal wenn ich ihn etwas Privates fragte, wich er aus und griff sofort ein weiteres Umweltthema auf. Ich erhielt den Eindruck, dass er, obschon er viel mit Leuten in Kontakt war, stark an Einsamkeit litt. Er war gleichzeitig die stärkste und zerbrechlichste Person, die ich in Südtirol kennenlernt.
Remy Holenstein

Ritratto di Sigrid Pernthaler
Sigrid Pernthaler 5 Luglio, 2020 - 16:22

ZUM SCHLUSS
Zu Alexander Langers Zeiten war es einfach für mich, wählen zu gehen. Alex war genial, unbestechlich, authentisch und er sprach mir uß der Seele. Er war mein Fixstern am politischen Himmel. Ist es schon 25 Jahre her? Ich hatte damals einen Traum: Bozen geführt von einer Bürgerliste, ohne die Parteien mit ihrem öden ethnischen Zickzack, als ob es nicht Wichtigeres gäbe. Motiviert von einem Selbsterfahrungskurs in der Schweiz, habe ich mit einer Handvoll Freunden eine Bürgerliste gegründet. Cittadini & Bürger nannten wir sie, schwarz auf einem rot-weißen Herzen. Es gesellten sich bald die seelenverwandten Grünen zu uns. Ich war selbsternannte Bürgermeister-Kandidatin. Bald schon wurde mir klar, dass ich ohne jegliche Erfahrung und hoffnungslos überfordert war. Da kam Alexander Langer aus Brüssel dazu und liebäugelte selbst mit einer Bürgermeisterkandidatur. Unsere Basis entschied sich dann für ihn, gegen mich. Das war ok. Und es war auch schon bald klar, dass wir baden gehen würden mit unserer Bürgerliste, da Alex die obligatorische Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung immer verweigert hatte. So wie ich übrigens auch. Mir kam aber vor, dass meine Bürgerliste mit Alex als Kapitän, wenigstens einen ehrenvollen Selbstmordsschiffsbruch erleiden würde, mit einer klaren Botschaft: Weg mit dem missbräuchlichen, Bozner-feindlichen Monstrum namens Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung! Und, wie fühlt man sich im Jenseits? Fragte uns Alex nach der verpassten Wahl. Das war im Mai. Ich kam dann Anfang Juli gerade rechtzeitig vom Meeresurlaub zurück, um an der Gedenkmesse für Alexander Langer teilzunehmen. Ich stand in einer Ecke der Franziskaner Kirche und weinte. Ich weinte dort eine ganze Stunde lang, über unsere unverwirklichten, unverwirklichbaren, zerbrochenen Träume. Und ich bin mir inzwischen sicher, Alex, dass keiner von uns die Welt verbessern muss und die Menschheit retten kann. Und sie auch nicht zu retten braucht. Zu leben - unbestechlich und authentisch - genügt.

Ritratto di Andreas Mozzelin
Andreas Mozzelin 5 Luglio, 2020 - 20:40

Lentius, Profundius, Suavius

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