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Unrecht an Kurden

Das Volk der Kurden

.....muss die Europäische Union endlich lernen, dass sie dringend eine starke, gemeinsame Außenpolitik und eine einsatzfähige Streitmacht braucht
Un contributo della community di Karl Trojer12.10.2019
Ritratto di Karl Trojer
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Das Volk der Kurden

Mit dem Friedensvertrag zum 1.Weltkrieg haben die Siegermächte im Vorderen Orient rücksichtslos Grenzen gezogen, die das Volk der Kurden unter vier Staaten aufteilte : Iran, Irak, Syrien, Türkei. Seit nunmehr 100 Jahren leidet das Volk der Kurden unter diesem Unrecht ! Geschichtlich könnte man die Kurden als eines der friedfertigsten und freiheitsbewusstesten Völker weltweit bezeichnen. Es waren vor allem die Kurden, die den islamischen Staat besiegt und damit nicht zuletzt auch Europa vor diesen Terror-Horden beschützt haben. Dass nun die westlichen Demokratien mit zahnlosen Drohungen zuschauen wie ein machtbesessener Erdogan diese Kurden aus ihren Städten und Dörfern vertreibt, ist erbärmlich und schuldhaft. Daraus muss die Europäische Union endlich lernen, dass sie dringend eine starke, gemeinsame Außenpolitik und eine einsatzfähige Streitmacht braucht.

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Ritratto di Sepp Bacher
Sepp Bacher 13 Ottobre, 2019 - 10:28

"Dass nun die westlichen Demokratien mit zahnlosen Drohungen zuschauen wie ein machtbesessender Erdogan diese Kurden aus ihren Städten und Dörfern vertreibt, ist erbärmlich und schuldhaft."
Ja, er bekämpft nicht nur die Kurden in Syrien, sondern verfolgt auch eigene Bürger, die sich für die Kurden-Angelegenheiten einsetzen - auch im Ausland, auch in Italien. Ich habe ein bisschen Kontakt zur Kurdischen Gemeinschaft, da ich schon drei kurdische Zugehfrauen hatte. Sie sind eher laizistisch geprägt, leben ihre Religion (Sunniten, alevitische und alavitische Schiiten, Jesiden) meist sehr moderat und die militanten haben eher eine sozialistische Denkweise. Frauen haben keine untergeordnete Rolle und sind aktiv. Die ich selbst kennen gelernt habe, tragen oft gleichberechtigt oder mehr zu Familieneinkommen (meist mehrere Kinder) bei als der Mann. Es gibt bei ihnen keine Kleiderordnung oder Kopftuchpflicht.
Ich verstehe auch nicht, dass nichts sichtbares unternommen wird, sodass die Syrer wieder in ihr Land zurückkehren können und dass man jetzt die Syrischen Kurdenmilizen in ihrem Kampf gegen Erdogan allein lässt. Zudem liefert man diesem Diktator, der uns jetzt auch noch syrische Flüchtlinge schicken will, auch noch mit vielen Waffen aus!

Ritratto di Sepp Bacher
Sepp Bacher 13 Ottobre, 2019 - 10:37

Kaum das geschrieben, lese ich auf Spiegel-Online "Türkische Offensive in Syrien: Trump rät Kurdenmilizen zum Rückzug. Mit dem Abzug der US-Truppen hat Präsident Trump den Weg für die türkische Offensive in Syrien frei gemacht. Nun droht er Ankara mit Konsequenzen - und wendet sich mit einem Rat an die Kurdenmilizen."
Ein Schande, wie die Amerikaner mit ihren vermeintlichen Alliierten spielen!

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 13 Ottobre, 2019 - 20:48

Die Machthaberer in den USA (realiter die Rüstungskonzerne) wollen ja immer noch Russland mit Krieg drohen und brauchen dafür die Türkei als Eckpfeiler im Südosten Russlands. Europa geht in die Knie, weil die Türkei Millionen Flüchtlinge aus Nahost beherbergt, die dann nach Europa kämen.
Auch deswegen ist eine gemeinsame Außenpolitik der EU Illusion (nebst dem Faktum, dass die nationalstaatlichen Regierungen das Haupteinfallstor für den Lobbyismus sind wegen der Abhängigkeit von den Geldgebern der sündteuren Wahlkämpfe). Die verstärkten Rüstungsausgaben kommen von der Forderung der USA via NATO, weil die USA ein zweistelliges Budgetdefizit haben (ungefähr das 7-fache des italienischen).
Die Türkei gehörte neben Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu den regimes, die Waffen an den IS weiterleiteten (Aussage des damaligen US-Vizepräsidenten Joe Biden Ende 2014). Nach Unterlagen von SIPRI kommen 87 % der Waffenlieferungen an diese drei Regimes aus dem Westen.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 13 Ottobre, 2019 - 21:29

Sie schreiben schön, dass “Die Machthaberer in den USA (realiter die Rüstungskonzerne) wollen ja immer noch Russland mit Krieg drohen”,
in Wirklichkeit ist es Russland, das in der Ukraine Krieg führt, und im Besonderen in Syrien. Russland braucht keine Waffen liefern, es führt selbst die Kriege in und am Rande Europas.

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 14 Ottobre, 2019 - 21:03

So wenig wünschenswert die illiberalen innenpolitischen Verhältnisse in Russland sind, so wichtig war und ist der Einsatz in Syrien, denn die USA und die westeuropäischen Regierungen lieferten und liefern Waffen an die Türkei, Saudi-Arabien und die Emirate. Diese Regimes gaben die Waffen an den IS weiter (was der damalige US-Vizepräsident Joe Biden Ende 2004 zugab).
Beim Kriegführen in und am Rande Europas ist der Westen mit denkbar schlechtem Beispiel vorausgegangen, ich erinnere nur an die völkerrechtswidrigen Kriege 1999 gegen Serbien ("um die politischen Regeln des Westens in Südosteuropa durchzusetzen" lt. Leitartikel der "Welt" vom 30.6.2001 unter dem bezeichnenden Titel "Unser Balkan - Alle Lektionen der letzten zehn Jahre kreisen um das eine Wort Macht") und 2003 gegen den Irak. Auch in Afghanistan ging es vorrangig um Machtinteressen (siehe "Eurasische Träume? - Afghanistan und die Kontinuitätsfrage deutscher Geopolitik" von Hans-Ulrich Seidt in "Orient" 3/ 2004)

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 14 Ottobre, 2019 - 21:08

... und dann haben russische Soldaten mit einer Buk-Rakete auch noch einen zivilen Airbus abgeschossen... ist inzwischen einwandfrei nachgewiesen.
Russland hat dazu gelogen und gelogen und gelogen...
“Wichtig” war es, Fassbomben auf Wohngebiete und gezielt auf Krankenhäuser abzuwerfen...?
Das meinen Sie jetzt hier nicht ernst?

Ritratto di Franz Hilpold
Franz Hilpold 20 Ottobre, 2019 - 08:35

Lieber Peter Gasser, es ist eindeutig bewiesen, dass die Passagiermaschine von den Soldaten der faschistischen ukrainischen Regierung abgeschossen worden ist. Sie sollten ihre Informationsquellen überprüfen!

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 20 Ottobre, 2019 - 09:12

Es gibt in allem, wo es um eine Konfrontation mit Russland oder um sonstige geostrategische Interessen geht, derart viele Zweckmeldungen (gerade auch in den öffentlich-rechtlichen Medien), dass es ein Graus ist. Aktuell gibt es deswegen eine massive Klage gegen den ORF: https://www.diepresse.com/5707365/wir-protestieren-gegen-die-selektive-e...
Ich sehe mich daher außerstande, zu beurteilen, was jeweils wahr ist. Für mich selbst misstraue ich a priori jetzt den offiziell verlautbarten Versionen eingedenk der Erfahrungen in den Balkankriegen der 90er.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 20 Ottobre, 2019 - 09:20

natürlich kann man mit solcher Argumentation sagen, dass niemand je auf dem Mond war, dass die Erde noch immer eine Scheibe sei, und sich Jamal Khashoggi in der saudischen Botschaft ins Nirwana gebiemt hat.
Der Weg der Buk von Russland zu den prorussischen Separatisten und zurück nach Russland ist minutiös rekonstruiert und fotografisch dokumentiert.
Das ist leider traurige Realität.
Der Abschlussbericht der Untersuchungskommission ist keine “Zweckmeldung”, allein diese Ausdrucksweise ist schon sehr manipulativ.

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 20 Ottobre, 2019 - 11:44

Die Beispiele aus dem ersten Absatz sollen meine Argumentation wohl ins Lächerliche ziehen. Interessanter ist da schon der zweite Absatz. Ich nehme an, dass er nicht so beabsichtigt war wie er dasteht. Die Buk wurde demnach an Russland zurückgegeben und das auch noch fotografisch dokumentiert?
Der Begriff "Zweckmeldung" bezog sich auf die Berichterstattung in den Medien, besonders im Hinblick auf die später aufgeflogenen Lügen aus den Balkankriegen. der "Spiegel" ist nicht erst seit der Causa Relotius mit Vorsicht zu genießen, schon Kurt Bracharz war über die Berichterstattung zur Schiffstaufe der "Vorarlberg" in den 60ern irritiert: https://kultur-online.net/inhalt/sagen-wie-es-ist

Ritratto di Klaus Griesser
Klaus Griesser 14 Ottobre, 2019 - 21:49

Die Streitmacht Europas ist eh schon (genauer immer noch) drinnen über die US-Kommandostelle der NATO, hatte das ganze Syrienschlamassel mitverschuldet, den Krieg am Ende verloren und hat die Aggression der Türkei befürwortet. Das jetzige Waffenembargo gegen die Türkei durch Deutschland, Frankreich und (noch ausstehend?) Italien sind ekelhafte Krokodilstränen. Europa hatte mit dem Kurdenschlächter Erdogan schon vor Jahren einen Flüchtlingsdeal ausgehandelt - auch Dorfmann war dafür!- und erpresst es jetzt noch obendrein. Eine Schande für Europa gegenüber dem tapferen Volk der Kurden!

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 14 Ottobre, 2019 - 22:26

Es ist doch erfrischend, wenn man über den Syrienkrieg/Bürgerkrieg liest, und vom Bürgeraufstand, dem Schlächter Assad und den gezielten Fassbomben der Russen auf Wohngebiete und Krankenhäuser nichts liest.

Ritratto di Klaus Griesser
Klaus Griesser 15 Ottobre, 2019 - 15:40

Sie sollten Ihre Informationsquellen überprüfen, meine ich. Ursprünglich -da gebe ich Ihnen recht- war in Syrien schon ein Bürgeraufstand gegen Assad, sie vergessen aber dass dem Völkerrecht widersprechend die westlichen Militärbündnisse sich in dem Chaos eingenistet und gehaust haben, danach hat Assad Russland um Militärhilfe gebeten und so hat der Westen den Krieg verloren. Seither ist aber in Syrien Wiederaufbruchstimmung, viele in die Türkei geflüchtete Syrer sind zurückgekehrt zum Wiederaufbau. Die Kurden haben am Wiederaufbau Syriens in wahrlich demokratischer Manier teilgenommen, nicht von ungefähr stellt sich die syrische Armee an die Seite der Kurden.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 15 Ottobre, 2019 - 18:11

ach ja, wie gut dass in Syrien “Wiederaufbruchstimmung” herrscht, Heil Assad und Weidmanns Heil.

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 15 Ottobre, 2019 - 19:57

Ja, Heil Assad. Als der den US-Interessen noch nicht in die Quere gekommen war (Entscheidung für die "falsche" Gaspipeline), ließ die CIA dort ebenfalls foltern (wie in Rumänien, Thailand etc.)
Im Übrigen empfehle ich eine gehörige Portion Skepsis gegenüber jeglichen Meldungen aus Kriegsgebieten. Wie sehr wir bei den Kriegen angelogen wurden (etwa bei denen am Balkan), wurde erst allmählich klar (etwa mit den Aussagen von Alice Mahon beim Kriegsverbrechertribunal, siehe http://www.icty.org/x/cases/slobodan_milosevic/trans/en/060301IT.htm )

Ritratto di Klaus Griesser
Klaus Griesser 15 Ottobre, 2019 - 21:18

Herr Jägermeister, falls Sie wirklich glauben, dass die Einmischungen und Eingriffe des Westens im Nahen Osten humanistisch beseelt waren nach Freude-Friede-Eierkuchen, dann empfehle ich Ihnen Todenhöfers "Heuchelei des Westens" zu lesen um nicht weiterhin vom mainstream der Presse angelogen zu werden.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 15 Ottobre, 2019 - 21:23

Todenhöfer ist keineswegs objektiv bzw. sachlich neutraler Analyst.

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 16 Ottobre, 2019 - 08:00

Die Einmischungen und Eingriffe waren nie humanistisch beseelt. Das gab auch die FAZ im August 2006 anlässlich der Kongo-Aktion zugunsten des west-freundlichen Diktators Kabila ganz offen zu, als sie schrieb, dass die Politiker der Öffentlichkeit endlich klarmachen sollen, dass solche out-of-area-Einsätze nicht humanistischen oder ähnlichen hehren Zielen dienen, sondern der Aufrechterhaltung der bestehenden Weltwirtschaftsordnung, von der nur wenige Länder so sehr profitieren wie Deutschland.
Statt Todenhöfer empfehle ich Robert Kennedy jr., der der Frage nachgegangen ist, warum die USA (und ihre Satelliten) zu einem derartigen Feindbild für die Araber geworden sind:
https://www.nachdenkseiten.de/?p=32213
Übrigens misstraut auch Erdogan den USA und hat ein russisches Raketenabwehrsystem gekauft.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 16 Ottobre, 2019 - 12:04

ja, der Erdogan ist uns allein ein leuchtendes Vorbild, wen der misstraut, dem müssen auch wir misstrauen...
humanitär und mitnichten machtpolitisch orientiert, vor allem sein Umgang mit der politischen Opposition und der kritischen Presse ...
Milosevic, Assad, Putin, Erdogan... wen wollen Sie uns noch schmackhaft machten?

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 16 Ottobre, 2019 - 17:55

Von schmackhaft machen kann wohl keine Rede sein, wo ich auf Assads Mittäterschaft mit den CIA-Folterknechten hingewiesen und Putins illiberale Innenpolitik nicht ausgespart habe. Was ich als "Westler" aber sehr wohl betone, sind die machtpolitischen Sünden des Westens, die sich hinsichtlich Balkan in Österreich bereits bitter gerächt haben (über Haiders Hochkommen und das Kuschen gegenüber seinem Herabwirtschaften der HAAG; möglicherweise hat er das Stillhalten mit den Wissen über die Zustimmung/ Beteiligung der Regierung zu Waffenlieferungen in das damalige Kriegsgebiet Balkan erpresst; die HAAG war die finanzielle Drehscheibe für die Waffenlieferungen vor allem Deutschlands an die Küsten Kroatiens und Bosnien-Herzegowinas, über die das US-Magazin "Defense Foreign Affairs Strategic Policy am 21.12.1992 berichtete ).

Ritratto di Rufer Peter (gesperrt)
Rufer Peter (gesperrt) 19 Ottobre, 2019 - 13:15

R. Erdogan wird die EU, und damit insbesondere Deutschland, nun dauerhaft mit der möglichen Weiterleitung von Flüchtlingen unter Druck halten. So ist das eben, wenn man sich auf Deals mit einem Despoten einlässt, moralisch überlegen sein will und selber kein Stück der Drecksarbeit übernimmt. Daher muss sich Europa wieder auf steigende Flüchtlingszahlen vorbereiten.

Ritratto di Rufer Peter (gesperrt)
Rufer Peter (gesperrt) 17 Febbraio, 2020 - 19:09

Friedensbemühungen in Libyen, zwischenzeitlich Ruhe im Irak, Dash (IS) in Syrien fast zerschlagen. Trotz alldem, weitere Krisen werden aufziehen.
https://www.tagesspiegel.de/politik/radikaler-islam-und-verfall-der-demo...

Ritratto di Christian Mair
Christian Mair 18 Febbraio, 2020 - 09:49

Die Idliboffensive der Türkei auf Seite von HTS (Haiʾat Tahrir asch-Scham) zeigt, dass die internationale Koalition unter der Führung der USA mittlerweile auf Seite von dschihadistisch-islamistischen Kreisen und Muslimbrüdern gelandet ist. Weiters zeigt sich die Radikalisierung der Türkei.
Die zahlreichen Kommentare in diesem Forum zeigen, dass dies von einer Mehrheit der Leute durchschaut wird.
Bezüglich der Kurden ist zu sagen, dass diese unter der Führung der YPG und teilweise auch PKK den IS bekämpft haben und das erfolgreich trotz der Interventionen des Westens.
Deutschland und andere haben sich auf die Seite der Peshmerga in Nordirak engagiert, die Kurden der autonomen GebieteRojavas in Nord-Syrien haben aber kaum Unterstützung erhalten.

Neben einer Isolierung der Türkei, sind die Forderung nach Freilassung von Demirtas und Öcalan und die Rücknahme der Einstufung der PKK als Terrororganisation einfachste politische Maßnahmen. Diese Schrite sind aber wahrscheinlich nur durch Auflösung der NATO möglich, welche nach dem Ende des kalten Krieges ihre historische Mission wohl erfüllt hat.

#DelistPKK #FreeÖcalan #DissolveNato #RiseUp4Rojava

Ritratto di Monika Psenner
Monika Psenner 19 Febbraio, 2020 - 01:24

Bezüglich Syrienkrieg kann ich die beiden Bücher von Michael Lüders sehr empfehlen:

Wer den Wind sät: Was westliche Politik im Orient anrichtet

Wer den Wind sät, wird Sturm ernten - Michael Lüders beschreibt die westlichen Interventionen im Nahen und Mittleren Osten seit der Kolonialzeit und erklärt, was sie mit der aktuellen politischen Situation zu tun haben. Sein neues Buch liest sich wie ein Polit-Thriller - nur leider beschreibt es die Realität.

Die den Sturm ernten: Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte

Wo liegen die Wurzeln der syrischen Katastrophe? Das gängige Bild sieht die Schuld einseitig bei Assad und seinen Verbündeten, insbesondere Russland. Dass auch der Westen einen erheblichen Anteil an Mitschuld trägt, ist kaum zu hören oder zu lesen. Michael Lüders erzählt den fehlenden Teil der Geschichte, der alles in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 19 Febbraio, 2020 - 06:36

... das mag schon sein.
Wer aber bombt seit Monaten die Menschen aus Dörfern und Städten?
Es ist Russland.
Millionen müssen fliehen, und hausen in klirrender Kälte in windigen Zelten.
Wer warf Fassbomben auf Krankenhäuser und Giftgas in Dörfer?
Russland bombt in Syrien die Menschen aus den Häusern, nicht der Westen.
.
Wenn man die letzten 2 Jahrhunderte europäischer Geschichte betrachtet, gibt es auch Grund genug, dass jeder Staat jeden, und jedes Volk jedes bekriegen müsste. Wir tun es aber nicht!
.
Diktatoren dürfen aus eigenem politischem und physischem Überleben niemals eine Opposition zulassen, niemals: daher gibt es keinen Grund, den Schlächter Assad auch nur irgendwie zu verteidigen.
.
Wenn es eine Verantwortung des Westens gibt, dann wäre diese, Frieden zu bringen. Wir aber schauen zu, wie Russland einfache Menschen aus ihren Häusern und Dörfern bombt.
Allein ihres Mittelmeerhafens wegen.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 19 Febbraio, 2020 - 06:54

Wikipedia zu „Wer den Wind sät (2015)“:
Christian Patz bemängelte auf dem Portal für Politikwissenschaft im ganzen Buch einen „zynischen Unterton“, der sich zuweilen ins „Abstruse“ steigere: So versteige sich Lüders zu der Aussage, dass der amerikanische Cruise‑Missile‑Angriff auf Al-Qaida-Ausbildungslager als Reaktion auf die Bombenanschläge auf die US‑Botschaften in Kenia und Tansania 1998 zur Ablenkung von der Lewinsky-Affäre erfolgt sei. „Jenseits der ausführlichen Anklage“ westlicher Politik vernachlässige Lüders dabei Ursachendynamik und Eigenverantwortung der Regime in der Region für deren Zustand.[26]
Das ARD-Kulturmagazin ttt – titel, thesen, temperamente lobte das Buch hingegen als kenntnisreiches, pointiertes und packendes Buch geschrieben, eins, das gefehlt habe. Christine Romann weist in ihrer Rezension besonders auf die sich wiederholenden politischen Muster hin, die Lüders in der Vergangenheit aufzudecken sucht. Das Desaster des fanatischen Islam, die islamische Revolution im Iran, der Terror, die brutale Gewalt des IS wären nicht in der Welt ohne die Interventionen des Westens innerhalb der letzten 60 Jahre. Dahinter hätten, so Lüders, immer Geschäftsinteressen, Geo- und Machtpolitik, vor allem der USA gestanden.[27]
In der Islamischen Zeitung urteilte Andreas Abu Bakr Rieger, als „unbestechlicher Chronist“ fasse Lüders die jahrzehntelangen Machenschaften des Westens in der Region klug zusammen, er merkt aber an, dass Lüders, während er die Politik Israels mit guten Gründen scharf kritisiere, ein wenig der Abgrund der selbstmörderischen Strategie der Hamas-Ideologen entgehe.[28]
Armin Pfahl-Traughber bescheinigte beim Humanistischen Pressedienst dem Buch zwar die Nennung „einer Fülle von historischen und politischen Fakten, welche die Ambivalenz und Doppelmoral westlicher Politik in der dortigen Region veranschaulichen“, Lüders stelle wichtige Fragen wie: „Gibt es eine einzige militärische Intervention des Westens, die nicht Chaos, Diktatur, neue Gewalt zur Folge gehabt hätte?“ Pfahl-Traughber bemängelte jedoch „Aufgeregtheit und Einseitigkeit, aber auch Moralismus und Oberflächlichkeit“ der Darstellung. Die Frage, warum die USA bzw. der Westen so handelten, würde Lüders nicht näher erläutern, und das Gut-Böse-Schema der Beurteilung der Akteure finde sich auch bei ihm selbst“.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 19 Febbraio, 2020 - 07:07

wikipedia zum letzten Buch Lüders „Armageddon im Orient“ (2018):
„Lüders hält eine sachliche Analyse des Gegensatzes zwischen im nahen Osten "gerade in Zeiten von fake news" für notwendig, um die "Feindbild-Prosa" zu widerlegen; sein Ziel sieht er darin, die eigentlichen Faktoren der Politik deutlich zu machen: Machterhaltung und Durchsetzung von Interessen.[40] Lüders zeichnet die Entstehung des Konflikts nach und analysiert die gegenwärtige Lage des Iran im geopolitischen Parallelogramm. Er warnt vor den unkalkulierbaren Folgen eines Krieges in der Region.
In seiner Rezension[41] in der Süddeutschen Zeitung gesteht René Wildangel Lüders zu, die Brisanz des Konflikts und die machtpolitischen Faktoren richtig einzuschätzen. Er wirft dem Autor jedoch vor, derselben Schwarz-Weiß-Malerei zu verfallen, die er ständig kritisiere. Bei der Darstellung des Krieges in Syrien folge er letztlich dem "syrisch-russischen Narrativ". Lüders gelinge es nicht wirklich, Alternativen zu den von ihm kritisierten Berichten der Mainstream-Medien zu liefern, da sich seine Arbeit nur auf Zeitungsartikel, nicht auf eigene Recherche stütze. Auch zum iranisch-saudischen Konflikt liefere Lüders viel Richtiges und Erhellendes, aber wenig Neues. Es fehlten der militärische und strategische Aspekt und die Herausarbeitung konkreter Alternativen der Politik“.
.
auch: „Schwarz-Weiss-Malerei im Sinne des syrisch russischen Narrativs“, steht da.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 19 Febbraio, 2020 - 06:45

„zeigt, dass die internationale Koalition unter der Führung der USA mittlerweile auf Seite von dschihadistisch-islamistischen Kreisen und Muslimbrüdern gelandet ist“: mit Verlaub - das ist Unsinn (und welche „internationale Koalition“ meinen Sie hier?)
.
„Die zahlreichen Kommentare in diesem Forum zeigen, dass dies von einer Mehrheit der Leute durchschaut wird“: und das, sei erlaubt zu sagen, ist Manipulation, da sich das nirgends „zeigt“.
.
„Diese Schrite sind aber wahrscheinlich nur durch Auflösung der NATO möglich, welche nach dem Ende des kalten Krieges ihre historische Mission wohl erfüllt hat“: ja? ... dann hätte Putin mit seinen Panzern und Raketen nicht nur ein Verkehrsflugzeug angeschossen, sondern bereits die Ukraine durchquert und stünde vor Wien... das Baltikum wäre wieder Sovjet, und Krieg um Polen im Gange.
.
Welche „Interventionen des Westens“ gegen die Kurden meinen Sie?

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