Seilbahn Ritten
Othmar Seehauser
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Übernahme

Endstation für SAD

Seilbahn, Trambahn und Standseilbahn: Die STA AG übernimmt die Führung der drei Strukturen am Ritten und auf die Mendel. Damit verliert die SAD weiteres Terrain im ÖPNV.
Di
Ritratto di Lisa Maria Gasser
Lisa Maria Gasser16.03.2021
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Ritratto di Siegfried Freud
Siegfried Freud 16 Marzo, 2021 - 14:15

Es ist mehr als bedenklich, dass das Land Südtirol immer mehr zum Unternehmer wird. Man sollte stets berücksichtigen, dass die Politik mit Unternehmertum bzw. -geist generell gar nichts am Hut hat und deshalb Fehler vorprogrammiert sind.
Hierbei gilt in erster Linie die Postenbesetzung, die nach Kriterien erfolgt, die fernab jeglicher, aus der Privatwirtschaft stammenden Logik, vollzogen wird. Hinzu kommt die Auswahl der Lieferanten bzw. der Güter und Dienstleistungen, die im Zuge dieser Mechanismen angekauft werden.
Die Südtiroler Gesellschaft sollte sich gut überlegen, ob sie hierbei den richtigen Weg einschlägt, denn die bereits auseinanderdriftende Schere zwischen Arm und Reich nimmt, durch Manöver wie dieses, weitere Formen an, die absolut zum Nachteil der Bevölkerung sind.
Herr Gatterer wird durch seine Außenwahrnehmung mit Sicherheit als neues "Feindbild" dargestellt. In der Substanz tut er hingegen nur das was sich jede Volkswirtschaft wünscht.

Ritratto di Manfred Gasser
Manfred Gasser 16 Marzo, 2021 - 15:05

Wächst die Schere zwischen arm und reich jetzt plötzlich, weil die öffentliche Hand Unternehmer spielt? Ich dachte immer daran ist der neoliberale Kapitalismus schuld?

Ritratto di Siegfried Freud
Siegfried Freud 16 Marzo, 2021 - 17:33

Sie haben Recht. Ich korrigiere: "...auch durch Manöver wie dieses..." im 3. Absatz.
Ist Ihr Kommentar lediglich auf die oben beschriebene Korrektur ausgerichtet oder haben Sie noch andere Argumente zum Thema? Aus dem Kontext müsste erkennbar sein, dass das Auseinanderdriften eines der großen Themen der nächsten Jahrzehnte sein wird.
Inwieweit hierbei der Gesellschaft durch die Vielzahl der Landesgesellschaften und ihrer Macht geholfen wird, darf getrost bezweifelt werden.

Ritratto di Martin Al.
Martin Al. 16 Marzo, 2021 - 18:04

Ich würde sagen, zwischen den Zeilen im Kommentar von Herrn Gasser ist damit alles gesagt. Wie sie auf die Idee kommen, dass Privatisierung die Schere zwischen Arm und Reich wieder schließt, ist mir gelinde gesagt ein absolutes Rätsel (und kommen sie mir nicht mit der neoliberalen Mär vom Trickle-Down Effekt).
Von der Privatisierung profitiert in erster Linie das Kapital und das sitzt ja bekanntlich bei den Armen und der Mittelschicht ... Diese mischen bei millionen- und milliardenschweren oder auch eine Nummer kleinere Privatisierungen immer an vorderster Front mit ... (*Achtung Ironie*)

Was es braucht, und da stimme ich ihnen im weitesten Sinne indirekt zu, sind Spielregeln, wie weit der Einfluss und die Befugnisse der Exekutive und in Südtirol (aber nicht nur) vor allem das Parteibuch, gehen dürfen.

Ritratto di Siegfried Freud
Siegfried Freud 16 Marzo, 2021 - 18:40

Man erkennt von den Kommentaren wie linksgerichtet salto.bz ist, aber ich will es dennoch versuchen.
Welchen Vorteil haben Sie (und ich, als Südtiroler) wenn Dienstleistungen (allgemein, nicht nur der Transportdienst) von Landesgesellschaften ausgeführt werden? Die Posten werden besetzt wie gehabt, Güter gekauft wie gehabt (siehe Bsp. SASA), die erwirtschafteten Überschüsse gehen vorab an irgendwelche parteinahe Berater (Bsp. Sanität) um danach dem doofen Südtiroler Bürger zu erklären, dass die Gesellschaft non-profit arbeite.
Der Gegenpol wäre eine Zuführung der Dienste über eine gut abgesteckte Ausschreibung (und kommen Sie mir nicht mit Tundo, denn genau dort hapert's an derselben), der Konzessionär kauft Güter (Busse usw.) nach privatwirtschaftlichen Prinzipien und nicht um der Partei nahestehende Personen und Lobbies zu befriedigen und die Überschüsse wandern in des Unternehmers Tasche. Da er (und dies besagt die Ausschreibung) jedoch seine Sitz in Südtirol haben muss, versteuert er dieses Geld hier, seine Kinder besuchen lokale Sportvereine usw. Er muss sich zwar weiterhin mit doofen Südtirolern herumplagen, die glauben Transport, Strom, Wasser, Müll und morgen auch noch das Handwerker- und das Tourismusgewerbe gehörten in die öffentliche Hand, aber zumindest hat er etwas getan, das auf jeden Linken wie das Kreuz auf Dracula wirkt: er hat ein Unternehmen aufgebaut und damit einen Spirit geschaffen selbst etwas zu verwirklichen, gerne auch als bottom-up zu bezeichnen. Dies im krassen Gegensatz zur top-down-Theorie, die Sie postulieren, wonach ein Herr aus rein politischen Gründen zum Herrscher bspw. eines Safety-Parks werden darf, sich dort sein monatliches Gehalt abholt, kein Risiko eingeht usw. Die Miese, die die Einheit macht, wird locker durch das Steuergeld abgedeckt, die Linken propagieren dies, da ja "alles beim Land sein muss" und die Geschichte nimmt ihren Fortschritt.
Ach ja, beim von mir genannten Modell entsteht der spirit, d.h. der Mut verschiedener selbst ein Unternehmen zu gründen. Bei ihrem lediglich das Kuschen und das "ja-nicht-aufmucken-vor-der-Pension". Suchen Sie sich aus welches Modell fortschrittlicher für eine Volkswirtschaft ist und welches die Schere zwischen Arm und Reich mehr öffnet oder schließt.

Ritratto di Manfred Gasser
Manfred Gasser 16 Marzo, 2021 - 20:14

Das mit dem Wasser finde ich sehr interessant für das neoliberale Kapital. Ein fast unerschöpfliches öffentliches Gut, das man nur noch in Flaschen füllen muss, um richtig Reibach zu machen.
Und noch was, ich bin links, habe aber nichts gegen innovative Personen, die sich mit eigenen Ideen, viel Engagement und einem sozialen Gewissen ein gutlaufendes Unternehmen aufbauen.

Ritratto di Siegfried Freud
Siegfried Freud 17 Marzo, 2021 - 08:42

Herr Gasser, ich danke Ihnen für Ihr Nachhaken. Dies erlaubt die Gelegenheit Umstände zu erwähnen, die Ihnen in Ihrem Verstaatlichungswahn verborgen bleiben. Nach dem Referendum 2011 hat sich der Preis für das Wasser vervielfacht (siehe Artikel http://www.referendumacqua.it, auch in Südtirol), dies sind die Auswüchse der staatlichen Macht, die sich gerne als Unternehmer sieht und mit Hilfe der Medien die Wahlschafe auf ihre Seite zieht. Und da Ihre verherrlichte Landesmacht im Unterschied zum "neoliberalen Kapital" dermaßen sozial agiert, nimmt sie massive Eingriffe in die Natur vor, aus reiner Profitgier (https://www.tageszeitung.it/2019/05/30/fischbestand-wird-vernichtet/). Und da wir schon beim Thema Wasser sind, da dies in Ihrer vielgepriesenen öffentlichen Hand steckt, sind Sie als Linker auch begeistert wenn sie Ihre Stromrechnung in der Hand halten.
Ich erinnere daran, dass es ein privater Kraftwerksbetreiber war, der aus Eigeninitiative die Produktion gedrosselt hat um der Staatsanwaltschaft im Fall Neumair behilflich zu sein. Soviel zum Thema "Kapitalisten sind böse und entführen kleine Kinder".
Und noch was, bitte zeigen Sie anhand eines Vergleichs auf inwieweit STA innovativer als Herr Gatterer ist, inwieweit diese mehr Engagement und soziales Gewissen zeigt - da bin ich jetzt aber echt gespannt.

Ritratto di Manfred Gasser
Manfred Gasser 17 Marzo, 2021 - 10:02

Da ich kein Ideologe bin(Typen wie ich nennt man in letzter Zeit gerne despektierlich "Gutmenschen"), kann ich gerne die Leistungen des Herrn Frasnelli anerkennen, ohne gleich mit der Bemerkung "Und kommen Sie mir nicht mit Frasnelli, das ist die Ausnahme von der Regel" die Diskussion abzuwürgen. Im selben Moment weiß ich aber auch, dass im öffentlichen Sektor viel falsch läuft, was aber nicht automatisch bedeutet, dass der private Sektor alles besser machen würde. Ich stelle mir einfach immer die Frage, was haben wir als Gesellschaft davon, was könnte für uns besser sein? Und da scheint mir eine verdiente Million in z.B. die Digitaliserung besser investiert, als in eine Yacht am Mittelmeer.

Ritratto di Siegfried Freud
Siegfried Freud 17 Marzo, 2021 - 10:22

Ich bin kein Experte im Transportwesen, aber meines Wissens hat SAD in die SII-Digitalisierung kräftig investiert.
Da Sie den anderen aufgezeigten Themen gezielt ausweichen, konstatiere ich etwas wie Neid, ein sehr schlimmes Übel.

Ritratto di Manfred Gasser
Manfred Gasser 17 Marzo, 2021 - 11:32

Und wieder ein Totschlagargument, um die Diskussion abzuwürgen, aber Sie vergessen einen wichtigen Punkt: Gutmenschen sind gut, ansonsten würde man sie ja Neidmenschen nennen. :-)

Ritratto di Martin Al.
Martin Al. 17 Marzo, 2021 - 14:17

Uff, mit Verlaub Herr Freud, ihre Ansichten sind doch etwas undifferenziert und naiv.

Die Welt ist nicht schwarz-weiß, ebenso sind weder strikt progressive noch strikt konservative Perspektiven immer richtig.
Es gibt in diesem Sinne Dienstleistungen, die eindeutig besser in privater Hand aufgehoben sind, ebenso wie bestimmte Dienstleistungen am und für Menschen unbedingt in öffentlicher Hand bleiben müssen, da Gewinnabsichten den sozialen Zielen solcher Dienstleistungen zuwider laufen.
Und dazwischen, gibt es noch andere Formen, die sowohl innovativ als auch sozial sein können. Genossenschaften zählen hier beispielsweise dazu.

Bitte beenden sie das cherry-picking zu ihren Gunsten und sehen sie sich um, was es auf lange Sicht bedeuten kann, wenn wir dem Kapitalismus grundsätzlich die Vorzugsschiene einräumen. Beispiele wie das NHS oder die privatisierte Bahninfrastruktur in Großbritannien sind nur einige unter vielen.

Von der Verstaatlichung des Tourismus sind wir ebenso weit entfernt, wie von jener des "Handwerks". Wo sie kommunistische Tendenzen sehen, ist mir ein Rätsel. Sie geben Inhalte aus den Presseaussendungen der SAD oder Pressekonferenzen des Herrn Gatterer wider, Ausgewogenheit sieht anders aus. Welche Rolle nehmen sie ein, dass sie dem Herrn so nach dem Mund reden? Googeln sie mal Arbeitnehmerzufriedenheit in der SAD, um nur ein Beispiel zu nennen. Dabei unterstelle ich, dass ihnen diese Informationen nicht neu sind, sie sie aber schlicht und einfach unterschlagen, da sie ihrer Argumentation nicht nützlich sind.

Hören Sie auf mit der Neid-Debatte als Totschlagargument. Wer was leistet, soll was davon haben, aber nicht auf Kosten der Allgemeinheit und in einem sozialverträglichen Ausmaß. Das Mantra vom Markt, der es richtet, ist ein Irrweg. Die Stromrechnungen mancher Texaner während des Schneesturms im Februar haben das schön gezeigt. Halten sie doch den dort Betroffenen eine unserer Stromrechnungen, von der sie schwadronieren, unter die Nase.

Im Nachhinein hätte ich bereits auf die, um es freundlich zu sagen, provokante These, dass Privatisierung die Schere zwischen Arm und Reich wieder schließen könne, nicht reagieren sollen. Diese Aussage ist bereits so skurril, dass man sie eigentlich kaum ernst nehmen kann. Ich bin aus dieser Debatte mit Ihnen raus.

Ritratto di Martin Sitzmann
Martin Sitzmann 16 Marzo, 2021 - 16:42

Endlich schlägt das Pendel aufgrund der unguten Erfahrungen der letzten Jahre wieder in die andere Richtung aus.
Essentielle Dienste für die Bürger*innen gehören in die öffentliche Hand. Man schaue sich die Postmisere an...
Schon klar, dass das dem neoliberalen Turbokapitalismus nicht in den Kram passt. Die paar Prozente Mehrausgaben vertragen die öffentlichen Haushalte schon, wenn dafür der Service wieder halbwegs passt und die Angestellten nicht wie Lohnsklaven ausgepresst werden. Da hat die öffentliche Hand auch eine moralische Verpflichtung. Diese Seite kommt mir in der Debatte immer zu kurz.

Ritratto di Siegfried Freud
Siegfried Freud 17 Marzo, 2021 - 12:02

Ohne sich in Details zu verlieren, stellt sich nach wie vor die Kernfrage: wo liegt das Problem, wenn ein privater Anbieter sog. öffentliche Dienste übernimmt? Was ist eigentlich öffentlich, das ist die eigentliche Frage?
Hat Herr Frasnelli nicht bewiesen, dass er gleich gut, wenn nicht besser Strom produziert als die öffentliche Hand? Beispiel Stromproduktion aus Wasserkraft, mit dem Argument, dass dies nur die öffentliche Hand dürfe, würde man jegliche Privatinitiative zunichte machen. Und die Umweltauflagen gelten für alle.
Im Transportwesen verhält es sich analog. Muss der Busbetreiber am Schlern unbedingt die öffentliche Hand sein oder kann es ein Privater nicht besser? Dass der Private wächst, liegt womöglich an seiner Bravour. Wenn Alperia wächst und in Bulgarien investiert, sagt auch keiner was. Ich sehe hier einfach viel Neid, die Löhne der sog. öffentlichen Manager erreichen Sphären, die nur schwer nachvollziehbar sind. Klar hat der Top-Manager aus der Privatwirtschaft auch ein Top-Gehalt. Er trägt aber das Risiko was man von öffentlichen Managern nicht behaupten kann.
Auch das Argument mit den Löhnen kann ich nicht nachvollziehen. Südtiroler Lehrer beanstanden, dass sie deutlich weniger verdienen als ihre Kollegen aus dem Ausland. Da spricht niemand von "moralischer Verpflichtung" des Landes, aber den Managern aus der Privatwirtschaft wird vorgeworfen mit Dumping-Löhnen zu arbeiten. Dabei verdient man in Südtiroler KMU für lokale Verhältnisse nicht schlecht, wenn man tüchtig ist. In den Landesgesellschaften ist es leider oft umgekehrt, dort verdienen die Tüchtigen wenig und die "protetti" viel; dabei liefern die letztgenannten nicht immer das was von Managern der Privatwirtschaft geliefert wird.

Ritratto di m s
m s 17 Marzo, 2021 - 22:09

Privatisierungen von Kernbereichen wie Gesundheitsversorgung, ÖPNV, Wasserversorgung usw. waren und sind ein großer Fehler. Gut dass sich das Land und die Politik da nicht mehr erpressen lassen. Hoffe die ziehen das jetzt auch durch. Dass in öffentlichen Verwaltungen nicht alles rund läuft mag stimmen, aber wenigstens sind sie nicht der Gewinnmaximierung verpflichtet. Gerade dieses Beispiel zeigt im Kleinen was passieren kann wenn sich ein Land von Privatunternehmen zu abhängig macht. Und ist das Monopol erst installiert und unverzichtbares Knowhow ausgelagert, können Bedingungen diktiert werden, dann wird es erst richtig teuer für den Bürger...Dass der Spruch "Gewinne werden privatisiert, Verluste werden sozialisiert" nicht aus der Luft gegriffen ist, hat sich nicht erst seit der Finanzkrise schon x-mal gezeigt. Deshalb gut so, für Defizitgeschäfte würde kein Unternehmer hyperventilieren ;-)

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