Rendering Kaunertal-Langtaufers
Oberländer Gletscherbahn AG
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Graun

Skischaukel lässt Wogen weiter hochgehen

In Graun herrscht dicke Luft: Der Bürgermeister fordert einen Gemeindereferenten zum Rücktritt auf. Wegen der Causa Langtaufers-Kaunertal. Rückenwind kommt aus Tirol.
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“Dicke Luft” – unter diesem Titel berichtet die Tiroler Tageszeitung am heutigen Montag über den Zwist, der in der Gemeinde Graun rund um die geplante Skischaukel Kaunertal-Langtaufers ausgebrochen ist. Nach jahrelangem Hin und Her und einem Rechtsstreit steht eine endgültige Entscheidung immer noch aus. Zuletzt teilte Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer auf eine Anfrage der Grünen mit, dass sowohl der Umweltbeirat als auch eine eigens einberufene “sozioökonomische Kommission” dem von der Oberländer Gletscherbahn AG vorgelegten Konzept eine Absage erteilt hat. Allerdings muss sich die “sozioökonomische Kommission” ein weiteres Mal mit der Causa beschäftigen, da für eines der drei Mitglieder ein Befangenheitsverdacht besteht. “Wir warten auf dieses Gutachten”, bestätigte der Sprecher der Oberländer Gletscherbahn AG, Paul Jakomet, vergangene Woche im TT-Interview. “Dann erwarten wir zeitnah eine Entscheidung der Süd­tiroler Landesregierung.” Indes ziehen über Graun Gewitterwolken auf.

 

Die Rolle(n) des Referenten

 

Bereits Anfang 2018 hatte salto.bz über die Mehrfachrolle von Josef Thöni in der Geschichte berichtet. Thöni ist Hotelier, HGV-Ortsobmann, Mitbegründer und Aktionär der Oberländer Gletscherbahn AG – und Gemeindereferent für Tourismus, Verkehr, Handel und Handwerk der Gemeinde Graun. Wie die TT am Montag berichtet, hat Bürgermeister Heinrich Noggler Thöni nun zum Rücktritt aufgefordert. Es gebe “kein Vertrauensverhältnis mehr”, Thöni sei “untätig” und verfolge “nur das Projekt Langtaufers-Kaunertal”.

2015 hatte der Grauner Gemeinderat – Bürgermeister Noggler inklusive – in einem Grundsatzbeschluss mehrheitlich für den skitechnischen Zusammenschluss Kaunertal-Langtaufers gestimmt. Die Zeiten hätten sich geändert, meint Noggler, im Gemeinderat gebe es inzwischen keine Mehrheit mehr für das Projekt, zeigt sich Noggler überzeugt. “Die Tatsache, dass ich ein Projekt unterstütze, das vom Gemeinderat genehmigt wurde, ist sicher kein Grund für meinen Rücktritt”, kontert Josef Thöni auf den Vorwurf seines Bürgermeisters – und erhält Rückendeckung vom Tourismusverband Tiroler Oberland.

 

 

Welches Signal?

 

“Das geplante Projekt Kaunertal-Langtaufers bietet eine große, sinnvolle Chance zur touristischen Weiterentwicklung der ganzen Region Tiroler Oberland und des Obervinschgaus, die man nicht verstreichen lassen sollte”, erklärt Armin Falkner, Obmann des TVB Tiroler Oberland in einer Aussendung. “Denn das aus der Skiverbindung neu entstehende Angebot würde die gesamte Region als Skiregion attraktiver machen und so vollkommen neue Möglichkeiten eröffnen.”

Insbesondere von den verlängerten Saisonzeiten, die der Zusammenschluss mit dem Gletscherskigebiet auf Nordtiroler Seite möglich machen würde, “würden bei einer Umsetzung des Projektes in Zukunft sowohl Langtaufers, Graun und der gesamte Obervinschgau sowie vor allem auch Nauders als Teil des eigenen Tourismusverbandsgebietes profitieren”, ist man beim TVB Tiroler Oberland überzeugt. Nicht zuletzt könne von dem Projekt eine “Signalwirkung für die Europaregion Tirol” ausgehen, ist Armin Falkner überzeugt: Durch die Skischaukel “würde sich zudem die historische Möglichkeit ergeben, das erste länderübergreifende Seilbahnprojekt zwischen Nord- und Südtirol zu realisieren”.

Die Grünen können dem nichts abgewinnen. Im Südtiroler Landtag haben Brigitte Foppa, Riccardo Dello Sbarba und Hanspeter Staffler Ende April einen Beschlussantrag vorgelegt, in dem sie die Landesregierung auffordern, sich “klar gegen die Skiverbindung Langtaufers-Kaunertal auszusprechen und dem Projekt eine definitive Absage zu erteilen”.

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