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Biodiverstiät- Frösche und Kröten sind gefährdet, auch durch Pestizide

Frösche, bleibt im Wasser!

Südtirols Frösche und Kröten sind gefährdet. Eine in Südtirol nicht beachtete Gefährdungsursache sind Pestizide.
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Amphibien sind Tiere, welche ihre Jugend im Wasser verbringen und als ausgewachsene Tiere an Land kommen. Der Begriff Amphibien beschreibt diese zwei Seiten ihres Lebens, das Leben im Wasser und auf dem Land.

Frösche und Kröten gehören zu den Amphibien. Eier werden ins Wasser abgelegt (Laichschnüre bei Kröten und Laichballen bei echten Fröschen), aus denen sich Kaulquappen entwickeln. Kaulquappen verwandeln sich zu kleinen Fröschen (Metamorphose), welche das Wasser verlassen und an Land heranwachsen.

Es kommt immer wieder vor, dass Laichgewässer entwässert, aufgefüllt oder trockengelegt werden. Lebensraumzerstörende Eingriffe in Feuchtgebiete werden in der Fachsprache der Landwirtschaft als Meliorierung oder Bonifizierung bezeichnet. Der Lebensraumverlust und die Zerschneidung von Lebensräumen sind die klassischen Gefährdungsursachen.

Sämtliche Frosch- und Krötenarten Südtirols scheinen auf der Roten Liste auf:

Erdkröte (Bufo bufo)- gefährdet

Wechselkröte (Bufo viridis)- stark gefährdet

Springfrosch (Rana dalmatina)- drohende Gefährdung

Grasfrosch (Rana temporaria)- gefährdet

Wasserfrosch (Rana esculenta agg.)- gefährdet

Laubfrosch (Hyla intermedia)- stark gefährdet

Gelbbauchunke (Bombina variegata)- gefährdet

 

Kröten, Frösche und Unken sind auf den Erhalt von Gewässern und auf ihre arttypischen Lebensräume angewiesen. Eine der wenigen erfreulichen Nachrichten für Amphibienfreunde ist das Vorkommen der Wechselkröte (Bufo viridis) am Bozner Flughafen.

Ein in Südtirol weitgehend ignorierter Faktor für den Artenschwund sind Pestizide, welche in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt werden. Die feuchte Haut der Frösche absorbiert Stoffe in größeren Mengen und auch Pestizide werden über die Haut aufgenommen, wie eine Studie der Universität Landau aufzeigt (http://www.uni-koblenz-landau.de/de/landau/aktuelles/archiv-2013/amphibiensterben). Dies bewirkt eine Sterblichkeit von bis zu 100%. Die Sterblichkeitsrate von 100% bedeutet vereinfacht ausgedrückt, dass alle Frösche tot sind. Die in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide können ganze Populationen dahinraffen und wirken sich negativ auf die Biodiversiät in der Kulturlandschaft aus.

 

Südtirols Frösche und Kröten sind gefährdet, die einen Arten mehr, die anderen weniger. Zu den am meisten bedrohten Arten gehört der Laubfrosch. In Südtirol handelt es sich um den Italienischen Laubfrosch (Hyla intermedia), welcher nur noch in der Milländer Au vorkommt. Das kleine geschützte Biotop bei Brixen beherbergt die letzten Exemplare seiner Art in Südtirol und durch die Anlage von Teichen wurde versucht, den weiteren Niedergang der Population zu verhindern. Die im Amt für Landschaftsöklogie zuständige Maria Luise Kiem hat Teiche bauen lassen und die Umweltgruppe Eisacktal begleitet das Projekt (http://www.provinz.bz.it/news/de/news.asp?art=507625).

Der Landtagsabgeordnete Paul Köllensberger stellte zum Thema Pestizide und Amphibien eine Landtagsanfrage, welche aber nicht beantwortet wurde:

In der Milländer Au ist die Laubfroschpopulation in den letzten Jahren stark zurückgegangen und die Abteilung 28 hat zusätzliche Teiche angelegt.

Neben dem Lebensraumverlust sind es auch Pestizide, welche Amphibien bedrohen, wie u.a. auf den Seiten des Umweltbundesamtes Deutschland zu lesen ist.

Frage:

Welche Pesitzide werden in Südtirols Apfelmonokulturen eingesetzt?

Wie wirken sich diese Substanzen auf Gewässer aus?

Wie wirken sich diese Pestizide auf Amphibien aus?

Kann ausgeschlossen werden, dass die Laubfrösche im Biotop Milländer Au durch den Einsatz von Pestiziden in ihrem Bestand nicht gefährdet werden?

 

Die Landtagsanfrage von Paul Köllensberger wurde nicht beantwortet und dem Landtagspräsidenten, dem Südtioler Landtag und den Bürgern Südtirols werden damit Informationen vorenthalten. Für den Schutz von Arten und Lebensräumen sind Faktoren, wie der Eintrag von Pestiziden, zu berücksichtigen und eine Grundvoraussetzung für effizienten Artenschutz. Die nicht- Beantwortung einer Landtagsanfrage ist auch demokratiepolitsch bedenklich, da die Kontrollfunktion von Abgeordneten in Rahmen ihrer oppositionellen Arbeit unterbunden wird.

Zum Schutz von Gewässern und Feuchtgebieten gibt es entsprechende Landesgesetze, in denen Abstandsregeln für die Ausbringung von Pestiziden definiert werden. Diese Gesetze werden in Südtirol aber pratisch nicht angewandt. Für das Überleben der einzelnen Individuen und Arten muss die Wirkung von Pestiziden berücksichtigt werden und es ist notwenidg zu handeln, bevor es zu spät ist und Vorkommen erloschen sind.

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Kommentare

Bild des Benutzers F. T.
Na sowas. In Südtirol gibt es einen italienischen Laubfrosch ?. Ja ist der eingewandert ? Darf der das ?
Bild des Benutzers martin hilpold
Der Italienische Laubfrosch ist nicht eingewandert, sondern einheimisch. Der Springfrosch trägt den wissenschaftlichen Namen Rama dalmatina, sein Name weist auf sein Verbreitungsgebiet hin: Balkan. Auch er ist nicht eingewandert sondern einheimisch.
Bild des Benutzers Sepp Bacher
Soll wohl heißen Rana dalmatina?
Bild des Benutzers Mensch Ärgerdichnicht
Hauptsache er quakt zweisprachig, dann ist alles in Ordnung.
Bild des Benutzers martin hilpold
Und wenn er dreisprachig quakt, dann ist er perfekt.
Bild des Benutzers F. T.
Was hör ich da? Es gibt auch einen balkanischen Frosch. Ja gehören wir schon zum Balkan ? Gut, Tschuschen haben wir, wenn schon, genug da. Was würde wohl der Karl Valentin dazu sagen. Als man ihn fragte welchen Beruf er ausübe, antwortete er, er baue Leitern. Ach, sagte der Fragesteller, die grossen Leitern für die Feuerwehr ? Nein, antwortete er, die kleinen für die Laubfrösch.
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