Ulrike Tappeiner
©Annelie Bortolotti
Advertisement
Advertisement
Interview

“Ideologien dürfen nicht herein”

An der Freien Universität Bozen wurden zwei Gäste “in der Nähe von rechtsradikalem Gedankengut” übersehen. Präsidentin Ulrike Tappeiner nimmt Stellung – und Abstand.
Advertisement
Advertisement
Salto Plus

Liebe/r Leser/in,

dieser Artikel befindet sich im salto.archiv!

Abonniere salto.bz und erhalte den vollen Zugang auf etablierten kritischen Journalismus.

Wir arbeiten hart für eine informierte Gesellschaft und müssen diese Leistung finanziell stemmen. Unsere redaktionellen Inhalte wollen wir noch mehr wertschätzen und führen einen neuen Salto-Standard ein.

Redaktionelle Artikel wandern einen Monat nach Veröffentlichung ins salto.archiv. Seit 1.1.2019 ist das Archiv nur mehr unseren Abonnenten zugänglich.

Wir hoffen auf dein Verständnis
Salto.bz

Abo holen

Bereits abonniert? Einfach einloggen!

Advertisement

Weitere Artikel zum Thema...

Aleksandr Dugin, sovranità
madrerussia.com

Kommentar schreiben

Kommentare

Bild des Benutzers pérvasion
pérvasion 04.10.2019, 16:27

Was? Es liegt nur an diesen beiden Persönlichkeiten und ansonsten genießt das Rosmini-Institut einen Vertrauensvorschuss? Offenbar haben die es an der Uni noch immer nicht geschnallt. Wir haben schon vor über einem Jahr recherchiert, welche Persönlichkeiten und welches Gedankengut in diesem Verein vertreten sind: http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=42932 Dugin und Réveillard passen sehr gut dazu.

Bild des Benutzers Georg Lechner
Georg Lechner 05.10.2019, 12:09

Das hängt wohl mit der Blindheit der Konservativen für klerikal-reaktionär-faschistoide Verflechtungen zusammen. Typisches Bindeglied ist ein Faible für das Naturrecht, damit einhergehend eine Ablehnung des positivistischen Rechtsverständnisses, das moderne Verfassungen auszeichnet.
Widerspruchsfreiheit des Rechts ist aber in den komplexen Gesellschaften der Gegenwart nur mit dem positivistischen Ansatz zu haben, dass Gesetze und Verträge nur dann rechtsgültig zustandekommen, wenn sie keine inhaltlichen Widersprüche zu bestehenden Gesetzen und Verträgen aufweisen.

Bild des Benutzers maximilian kollmann
maximilian kollmann 04.10.2019, 16:49

Wo sollte »ideologisches Gedankengut« denn diskutiert werden, wenn nicht auf einer »Freien Universität«?
Man wird unangenehmen Ideologien nicht beikommen, indem man sie aussperrt. Wer den Diskurs verweigert und andere Positionen oder Meinungen nicht in der Auseinandersetzung durch (bessere!) Argumente widerlegt, hat schon verloren.

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 04.10.2019, 17:43

Die Universität ist auch nicht mehr der Ort der Aufklärung und kritischen Auseinandersetzung der er einmal war. Heutzutage ist er ein safe space in dem die Studenten davor geschützt werden müssen getriggert zu werden. Wo man bei jedem zweiten Satz Gefahr läuft jemand mit microagressions zu nahe zu kommen.

Es ist endlich Zeit dass man sich Kl kritisch intellektuell mit diesem Ideen auseinander setzt und sie richtig hinterfragt, anstatt zu sagen, daß man am besten nicht hinhört.
Denn wenn es nur noch darum geht, dem Bösen auszuweichen, dann kann man gleich zu den Amisch gehen.

Bild des Benutzers Be Bu
Be Bu 04.10.2019, 18:10

Und woher stammt diese Analyse? Aus "Jordan Peterson" YouTube Videos oder Erfahrung?
Finds immer wieder interessant, wie die "Wächter des Kritischen und Rationalen" anekdotisch und emotional argumentieren.

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 05.10.2019, 01:18

Und woher kommt Ihre Skepsis? Wunschdenken? Ihre Kritik ist unter anderem Absurd weil Sie wohl jeden Gesellschadtskritiker wohl vorwerfen müssten. Möchten Sie dass man jede gesellschaftliche Entwicklung sofort durch soziologische Studien belegt?

Bild des Benutzers Sepp Bacher
Sepp Bacher 05.10.2019, 09:37

"Ihre Kritik ist unter anderem Absurd weil Sie wohl jeden Gesellschadtskritiker wohl vorwerfen müssten." Was vorwerfen?

Bild des Benutzers pérvasion
pérvasion 04.10.2019, 18:12

Echt jetzt? Mit denen reden, die über kurz oder lang die Redefreiheit abschaffen wollen?

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 05.10.2019, 01:25

Es geht nicht darum mit dem denen zu reden, sondern in the erster Linie sich mit deren Ideen auseinandersetzen um die eigene Position zu festigen und anderen mehr als nur oberflächliche Etikettierung anbieten zu können. Dafür müsste man sie nicht einmal umbedigt einladen. Aber dass man da etwas versäumt hat, sieht man wohl dass hier zuerst eingeladen wurde und nun sich Verantwortliche im nachhinein distanzieren.

Bild des Benutzers pérvasion
pérvasion 05.10.2019, 09:53

Bei der Veranstaltung kann es nur darum gehen, *mit* ihnen zu reden oder aber sie reden zu lassen und ihnen somit eine öffentliche Bühne zu bieten. Beides — anders als die Befassung mit ihren (gefährlichen) Ideen — ist m.E. nicht sinnvoll.

Ihnen einen Saal an der Uni zur Verfügung zu stellen bedeutet zudem, sie indirekt mit öffentlichen Geldern zu unterstützen und zu legitimieren.

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 05.10.2019, 10:13

Es ist natürlich nicht sinnvoll solchen Organisationen eine Veranstaltung in the der Universität abhalten zu lassen. Aber im Rahmen einer kritischen Auseinandersetzung wäre es auch möglich Diskutanten einzuladen. Diese Ideen haben sich schöne genügen verbreitet, weil jene die öffentlich Kritiken ausüben sollten es nicht für nötig hielten sich zu dazu herab zu lassen. Weiter ignorieren wird das Phänomen nicht verschwinden lassen.

Bild des Benutzers Peter Gasser
Peter Gasser 05.10.2019, 10:52

Ideologen argumentieren nicht, Ideologen glauben. Es geht dabei um Macht, nicht um Argumente.

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 05.10.2019, 13:01

Es geht nicht darum Ideologen zu überzeugen, sondern deren arguementatives Gebäude auseinander zu nehmen und deren Glaubenssätze frei zu legen. bzw. Ihre Ideologie konsequent zu Ende zu denken und damit die Folgen aufzuzeigen.
Ideologien kachieren und verdecken oft teile der Wirklichkeit. Kritik dient dazu diese aufzuzeigen.

Wenn eine Universität dafür nicht der richtige Platz ist, wo dann?

Bild des Benutzers pérvasion
pérvasion 05.10.2019, 13:38

Das trifft sowieso alles *nicht* auf die gegenständliche Veranstaltung zu. Sie zuzulassen heißt lediglich, ihr den Mantel der Wissenschaftlichkeit umzuhängen.

Bild des Benutzers elisabeth garber
elisabeth garber 08.10.2019, 13:17

PS: Somit auch derselben Meinung wie Gorgias - Kommentare vom 5 Oktober.

Bild des Benutzers elisabeth garber
elisabeth garber 08.10.2019, 13:10

@Kollmann M. Derselben Meinung.

Bild des Benutzers lost in translation
lost in translation 04.10.2019, 18:25

All dem nach zu schließen, was sich zum Rosmini-Institut online lesen lässt, geht es diesem gerade nicht um die kritische Auseinandersetzung. Das Institut und seine Mitglieder vertreten – gelinde ausgedrückt – ultrareaktionäre Positionen und ihre Tagungen scheinen ausnahmslos der Innenschau unter Gleichgesinnten zu dienen. Nur wenn sich die Universität dem (gründlich und nachhaltig) verweigert, wird sie ihrem Auftrag als Ort der freien Forschung und Lehre gerecht.

Bild des Benutzers Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 04.10.2019, 23:38

Dass die Uni-Präsidentin keine Ahnung hatte, mit wem sie sich da mit dem Rosmini-Institut eingelassen hat, spricht nicht gerade für sie. Noch bedenklicher erscheint mir allerdings die Rolle von Rektor Lugli. Da hat man wohl den Bock zum Gärtner gemacht.

Bild des Benutzers pérvasion
pérvasion 05.10.2019, 09:53

Bock zum Gärtner? Warum?

Bild des Benutzers Georg Lechner
Georg Lechner 05.10.2019, 11:40

Man sollte endlich mit dem Unsinn (den die SED zum Erbrechen praktiziert hat) aufhören, Dogmen und ihre Propagierung als Ideologie zu bezeichnen.
Ideologie ist für mich noch immer etwas, was mit Entscheidungen (etwas zu tun oder zu lassen, auch wenn es machtpolitisch nicht unbedingt opportun ist, aber einer Überzeugung entspringt) zusammenhängt und damit in einer Welt des machtpolitischen Pragmatismus zunehmend fehlt.

Bild des Benutzers Klaus Griesser
Klaus Griesser 08.10.2019, 16:28

Frau Tappeiner sagt im Interview, an der Freien Universität Bozen dürfe "kein ideologisches Gedankengut hineingebracht werden.", was ich bezüglich faschistoider Ideen richtig finde. Aber KEIN ideologisches Gedankengut? Die Freie Universität ist nicht frei von Ideologie(n), z.B. sind die Scientists for Future erfreulicherweise für einen Systemwechsel. Das zielt doch direkt/ indirekt auf einen Ideologienwechsel, oder?

Advertisement
Advertisement
Advertisement