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Wahlen 18 Elezioni

Zynismus pur

Der Parasiten-Spot von Reinhard Zublasing läuft weiter. Nur mit einem Pieps versehen. In Auftrag gegeben und bezahlt wird die Botschaft von der SVP-Wirtschaft.
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Er selbst präsentiert sich bei den Landtagswahlen unter dem Titel „Der Macher“.
Doch Reinhard Zublasing könnte am Ende zum Problemmacher unterm Edelweiß avancieren.
Denn die Affäre um seinen Radiospot ist alles andere als ein einmaliger Ausrutscher. Sondern der Beweis, wie zynisch gewisse Kreise in der SVP bewusst mit offener Ausländerfeindlichkeit kokettieren, um (rechte) Wählerstimmen zu gewinnen.
 

Der Spot

 
Salto.bz hat die Affäre detailliert nachgezeichnet. Der Eppaner Unternehmer, langjähriger Präsident des Eppaner Hockeyclubs und amtierender Vizepräsident des italienischen Einsportverbandes (FISG) Reinhard Zublasing tritt bei den anstehenden Landtagswahlen für die SVP an.
Zublasing, der von der SVP-Wirtschaft und dem LVH lanciert und mitgetragen wird, legt derzeit einen Wahlkampf hin, der rund 100.000 Euro kostet. Besonders auffällig: Im Mittelpunkt seiner Wahlkampagne stehen dabei Themen wie Sicherheit und Ausländer.
 
Zublasing, Reinhard

SVP-Kandidat Reinhard Zublasing: Die Freiheitlichen rechts überholen.

Dass der SVP-Kandidat dabei die Südtiroler Freiheitlichen - in seinem Wahlkampffahrzeug, einem Tesla - rechts überholt, machte er in einem Radiospot deutlich. Dort fordert Reinhard Zublasing eine „klare Obergrenze“ und „nur ehrliche und fleißige Migranten“. Dann sagt der SVP-Wirtschaftskandidat wörtlich: Wir brauchen keine Parasiten.
Der Radiospot lief tagelang unbeanstandet, bis Dolomiten-Chefreporterin Barbara Varesco einen Artikel recherchierte und dabei auch bei SVP-Obmann Philipp Achammer nachfragte. Achammer zog umgehend die Reißleine. Laut dem SVP-Chef wurde der Radiospot umgehend zurückgezogen.
Doch genau das stimmt nicht.
 

Der Pieps

 

Der umstrittene Spot läuft auch derzeit noch. Mit einer kleinen Änderung: Auf das Wort „Parasiten“ hat man einen Pieps gelegt. 
 
Obwohl man das Wort nicht mehr versteht, bleibt die Botschaft dieselbe.
Zynismus pur. 
Dabei ist die Aktion von Reinhard Zublasing von Anfang an durchdacht und kalkuliert.
Nach Informationen von salto.bz hatte man den Eppaner SVP-Kandidaten bereits bei der Produktion des Radiospots darauf hingewiesen, dass das Wort „Parasiten“ ein No-Go ist. Doch Zublasing soll auf diese Wortwahl bestanden haben.
Vor aller aber scheint man sich in der SVP kaum um die Inhalte der laufenden Wahlkampagne zu kümmern. Denn der Radiospot ist keine persönliche Wahlwerbung von Zublasing. Als offizieller Auftraggeber scheint die SVP auf, und bezahlt wird der Spot von der SVP-Wirtschaft.
Demnach ist der Parasiten-Vorwurf Teil der offiziellen SVP-Wahlkampagne. Mit und ohne Pieps.
Vielleicht sollte sich Landeshauptmann und SVP-Spitzenkandidat Arno Kompatscher nicht nur gegen die Plakate von CasaPound zur Wehr setzen, sondern auch in den eigenen Reihen genauer nachschauen.

 

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Verknüpfte Artikel

Zublasing, Reinhard
reinhardzublasing
Politik
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Kommentare

Bild des Benutzers W Karcher

Sehr gut. Der Mann hat offensichtlich einen guten Spin-Doctor.
Im Übrigen bedienen sich die Grünen ähnlich "problematischer" Sprache.

Bild des Benutzers Ralph Kunze

Was solls. Jede(r) will sich so bekannt als möglich machen. Das mit dem Piepston finde ich cool, jeder kann sich "sein" eigenes Wort dabei denken. Auch die Berichterstattung, egal welcher Medien und egal ob positiv oder negativ bringt Stimmen.

Bild des Benutzers Martin B.

Wäre der Piepston von Anfang an gewesen, wäre es tatsächlich ein schlauer Gag gewesen. Aufmerksamkeit war ihm so trotzde zuteil, ich glaube nicht das es ihm viel bringt, denn wer Parasiten passend findet, wird eher andere Parteien wählen.

Bild des Benutzers Manfred Klotz

@ W Karcher, beispielsweise?

+1-11
Bild des Benutzers Mensch Ärgerdichnicht

"Der Pieptonmacher" würde als neuer Wahlslogan doch gut passen.

Bild des Benutzers Oliver H.

So weit ist es also schon gekommen. Die einen Parteien bezeichnen Flüchtlinge und Einwanderer ohne zu differenzieren als Bereicherung, in Erinnerung bleibt konkret die Aussage eines Politkers, der meinte, was diese Leute uns brächten sei wertvoller als Gold.
Was viele außer Acht lassen: Zublasnig schafft es, in einem 30 Sekunden-Spot mehr zu differenzieren als es manche Parteien wie die Grünen je könnten. Er spricht klar von mehreren Gruppen: Den fleißigen Einwanderern und Leuten mit echtem Anspruch auf Asyl, denen geholfen werden soll und den kriminellen Einwanderern oder Leuten ohne Rechtsanspruch auf Asyl, die zum Teil auf Kosten der Gemeinschaft leben.

Bild des Benutzers Servus Leute

auch bei kriminellen Einwanderern ist die NS-Terminologie nicht angebracht.

Bild des Benutzers Oliver H.

Parasit ist nicht NS-Terminologie, sondern ein Begriff aus der Biologie. Insofern ist er weniger verfänglich als ein Begriff wie beispielsweise "Untermensch" oder "entartet".

Bild des Benutzers Servus Leute

https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1965_2_1_bein.pdf

Zudem:
wer andere Menschen als Parasiten bezeichnet, als Ungeziefer also, muss folgerichtig auch zu ihrer Eliminierung schreiten. Zublasing könnte also die Plakate von Casa Pound übernehmen.

+1-12
Bild des Benutzers Oliver H.

Ich wurde von einer grünen Landtagskandidatin als Ungeziefer bezeichnet - konkret als Schabe.
Wenn du dort auch so scharfe Kritik übst, bist du konsequent. Andernfalls kann ich dich nicht ernst nehmen.

Bild des Benutzers Oliver H.

Damit du dich gleich betätigen kannst: https://www.salto.bz/de/comment/50907#comment-50907

Bild des Benutzers Silvia Rier

lern mal deutsch (oder schau, bevor du andere verunglimpfst, im Duden nach.)

schä·big
schä́big/
(...)
armselig; gering
"ein schäbiger Rest"

Bild des Benutzers Oliver H.

Dann informier dich doch zur Wortherkunft. Da gehts ganz klar um Ungeziefer von Schaben über die Krätze bis zur Schafräude.

Relativier ruhig deine unsäglichen Eskapaden, die du dir mir gegenüber immer wieder erlaubst....

Bild des Benutzers Silvia Rier

sag das dem duden.

Bild des Benutzers Oliver H.

Du brauchst im online-artikel des dudens nur zur Rubrik "Herkunft" runterscrollen.
Du bist auf dem selben Niveau wie Zublasnig unterwegs. Ihr könntet eich zusammentun. Du gehst den Schaben an den Kragen und er den Parasiten. Dann ist Südtirol endlich nach euren Vorstellungen gereinigt, oder?

Bild des Benutzers Silvia Rier

du weißt schon, gell, dass ich das alles - ganz gegen meine Natur - penibel wie ein Buchhalter registriere, und ablege. Lass dich also nicht aufhalten!

Bild des Benutzers Manfred Klotz

Oliver, mehrdeutige Adjektive erhalten ihren Sinn aus dem Zusammenhang. Wenn du bei der Verwendung von "schäbig" auf ein Insekt schließt ist das schon sehr weit hergeholt.
Dass gerade du, der sich gerne derber "Wortkeulen" bedient, darüber mokierst ist schon absurd, oder?

Bild des Benutzers Servus Leute

ich teile den Ton nicht und auch nicht den persönlichen Angriff der Frau Rier, aber dass sie Dich als Schabe, also Ungeziefer bezeichnet hätte, ist zu weit hergeholt.

Bild des Benutzers Christoph Moar

"in Erinnerung bleibt konkret die Aussage eines Politkers, der meinte, was diese Leute uns brächten sei wertvoller als Gold"

Man kann Zitate durch geschicktes Auslassen auch sinnentstellen.
Also dann. Was Martin Schulz in seiner Rede wirklich gesagt hat.

"Was die Flüchtlinge zu uns bringen, ist wertvoller als Gold. Es ist der unbeirrbare Glaube an den Traum von Europa. Ein Traum, der uns irgendwann verloren gegangen ist."

Der Traum von Europa baut auf den Prinzipien von Demokratie, Rechtsstaat, Menschenrechten und, nicht zuletzt, einem dauerhaft gesichertem Frieden. Aber das kann man nicht wissen, wenn man statt einer differenzierten Rede nur einen Halbsatz zitiert.

+1-12
Bild des Benutzers Oliver H.

Hält diese in meinen Augen naive Aussage von Schulz dem Realitätscheck stand? "Flüchtlinge" schreiben nach Hause, dass z.B. Deutschland ihnen ein "Gehalt" fürs Nichtstun zahle. Niemand kann leugnen, dass der derzeitige Aufbau der Sozialsysteme kombiniert mit einer Nichteinhaltung der GateKeeping-Funktion durch Grenzkontrollen ein enormes Ungleichgewicht schafft.
Wo blieb 2015 die Rechtsstaatlichkeit? Es ist belegt, dass Einwanderungswillige ihre Papiere vor der Grenze entsorgten, um so die wahre Herkunft zu verschleiern.
Der Traum, der Schulz vorschwebt wird doch gerade durch die Fehlentscheidungen in der Migrationskrise gefährdet! Gerade die Rechtsstaatlichkeit ist uns verlorengegangen.

Du weißt genau so wie ich, dass es Reformen braucht bei der Frage, wer unter welchen Bedingungen einreisen darf und eine Aufenthalts/Arbeitsgenehmigung bekommt. Außerdem müssen die Regeln dazu, wer unter welchen Bedingungen Sozialleistungen in welcher Höhe beziehen darf vernünftig geregelt werden.
Ein Sozialstaat ohne Grenzen wird langfristig nicht erhaltbar sein. Ein deutscher Jurist drückte es mal treffend aus:
In einem Staat können ein Wohlfahrtsstaat, offene Grenzen und Eigentumsrechte niemals gleichzeitig existieren.

Bild des Benutzers Christoph Moar

Der deutsche Jurist hat dabei nur von Milton Friedman abgekupfert, der die heutige Migration in den USA mit der vor 1914 verglich. Bloss war Miltons Aussage, bevor sie verdreht und durch die Social Media Mühlen getreten wurde die, dass genau die *illegale* (und nicht die legale) Migration dem Staat nützt. :) :) :)

+1-11
Bild des Benutzers Oliver H.

Das ändert ja nichts an der Richtigkeit der Aussage, oder?
Im Übrigen weißt du auch, dass ich für eine liberalere Einwanderungspolitik bin.
Und des Weiteren ist festzuhalten dass Friedman unter illegaler Einwanderung etwas völlig anderes verstand als das, was in Europa gerade passiert bzw. 2015 passierte.

Bild des Benutzers Servus Leute

wo verwenden denn die Grünen eine Terminologie, die sich an die Nazi-Diktion anlehnt?

https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1965_2_1_bein.pdf

https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article116994124/Nazi-Sprach...

Bild des Benutzers W Karcher

Die Grünen fordern eine "Ausmerzung von Diskriminierung und Sexismus in all seinen Formen und Ausprägungen". (https://www.verdi.bz.it/chancengleichheit/)

Würde ein Politiker gewisser anderer Parteien das Wort "Ausmerzung" in den Mund nehmen, egal von was und in welchem Kontext, dann wäre das gleich wieder total Holocaust und so.

Bild des Benutzers Peter Gasser

Sie bemerken nicht den Unterschied, dass einmal von einer Sache, und hier von Personen gesprochen wird?

+1-11
Bild des Benutzers Oliver H.

W Karcher hat schon irgendwie Recht. Wenn die Freiheitlichen die Ausmerzung von Ausländerkriminalität fordern würden, hieße es sofort, man wolle Ausländer ausmerzen. Ich erlebe es ja täglich selbst.
Wenn man die aktuelle Migrationspolitik kritisiert, ist man automatisch ein Rassist. Das geht so weit, dass einem Landtagskandidatinnen der Grünen öffentlich rassistische Zitate in den Mund legen, die nie gesagt oder geschrieben wurden und sich dann weigern, Belege dafür zu liefern. Alles nur, um Kritiker mundtot zu machen.

Da spielt es gar keine Rolle, dass ich im Endeffekt sogar für eine Liberalisierung der Migrationspolitik bin - wer es wagt den Status quo zu kritisieren, wird als Rassist, Nazi und schlimmeres hingestellt. Da braucht man gar nicht Begriffe wie "Parasiten" zu verwenden.

Im Übrigen erinnere ich daran, dass ich erst vor einigen Tagen von einer Landtagskandidatin der Grünen hier mit Ungeziefer gleichgesetzt wurde. Wo blieb da der Aufschrei des Christoph Franceschini?

Bild des Benutzers Silvia Rier

lern mal deutsch. Hopfgartner, oder schau im Duden nach, bevor du andere verunglimpfst

schä·big
schä́big/
(...)
1b.
armselig; gering
"ein schäbiger Rest"

Bild des Benutzers Manfred Klotz

Nein Karcher hat in keiner Weise recht, wenn er "Ausmerzung von Diskriminierung und Sexismus in all seinen Formen und Ausprägungen" mit Ausmerzung von Menschen gleichsetzt. Punkt. Dein Beispiel vom Typ Hätte Wäre Täte ist ungeeignet, um seine Aussage zu rechtfertigen.
Übrigens, um deiner Mitleid-Masche gleich einen Dämpfer zu versetzen: Kein intelligenter Mensch betitelt jemand als Rassisten, weil er die Migrationspolitik kritisiert, sondern eventuell wegen der Art, wie er sie kritisiert und welche Lösungsvorschläge er bringt.

Bild des Benutzers W Karcher

@Manfred Klotz – "Nein Karcher hat in keiner Weise recht, wenn er 'Ausmerzung von Diskriminierung und Sexismus in all seinen Formen und Ausprägungen' mit Ausmerzung von Menschen gleichsetzt."

Da haben Sie recht. Zum Glück hat Karcher dies aber auch gar nicht getan...

Bild des Benutzers Manfred Klotz

Doch hat er, aber offensichtlich kann er sich nicht daran erinnern:
"Würde ein Politiker gewisser anderer Parteien das Wort "Ausmerzung" in den Mund nehmen, EGAL VON WAS UND IN WELCHEM KONTEXT, dann wäre das gleich wieder total Holocaust und so"

Bild des Benutzers Ludwig Thoma

"Wenn man die aktuelle Migrationspolitik kritisiert, ist man automatisch ein Rassist."

Wenn man kritisiert, dass es für Afrikaner quasi keine legalen Möglichkeiten gibt nach Europa zu kommen und man wohlwollend in Kauf nimmt, dass tausende in KZ-ähnlichen Lagern in Libyen entrechtet werden oder im Mittelmeer ertrinken, ist man also ein Rassist. Hamer wieder was gelernt heute.
Schön wäre auch noch eine Debatte über das Kobalt und Lithium im Tesla vom Kandidaten, aber das sprengt dann wohl den Rahmen.

Bild des Benutzers Waltraud Astner

Es gibt schon legale Wege nach Europa zu kommen, nämlich über ein Visum zu Arbeitszwecken oder über ein Resettlement, das Flüchtlingen unter Aufsicht des UNHCR zusichert eine Zukunft in Europa anzustreben. Es gibt allerdings kein Recht in Europa auf irgendeine Art einzuwandern. Wer von der Subsahara kommt und Asyl sucht, also politisch verfolgt wird (Definition für Asylrecht) findet das im nächstgelegenen sicheren Staat. Wer Kriegsflüchtling ist, bekommt eh keinen Asylstatus zugesichert ( Krieg oder Bürgerkrieg fällt nicht unter das Asylrecht) sondern allenfalls ein zeitlich begrenztes humanitäres Bleiberecht. Das streben die Menschen, die über keine finanziellen Ressourcen verfügen im nächstgelegenen Flüchtlingslager an. Also wie gesagt es gibt KEIN RECHT auf Asyl in Europa.

Bild des Benutzers Ludwig Thoma

Hm, lassen Sie mich raten. Das ist dann wohl gar nicht so einfach in den jeweiligen Herkunftsländern einen Asylantrag zu stellen oder ein Visum für Arbeitszwecke zu erlangen, ohne hier eine Jobzusage zu haben die man erst kriegt, wenn man denn ein Visum hat. Wir können also sagen, dass zwar alles stimmen mag was Sie da schreiben, aber eben nicht funktioniert.

Bild des Benutzers Waltraud Astner

Was nicht möglich ist eben nicht möglich. Ich bekomme auch kein zeitweiliges oder permanentes Aufenthaltsrecht in Australien oder Kanada wenn ich die KRITERIEN nicht erfülle.

Bild des Benutzers Manfred Klotz

Frau Astner, die Menschenrechtscharta schreibt nicht vor in welchem Land der Asylsuchende Asyl suchen soll/darf. Sie räumt nur das Recht darauf ein.
Sie erfüllen die Kriterien nicht, weil Sie vor nichts - weder vor Krieg, noch vor Verfolgung oder Hunger - flüchten müssen.

Bild des Benutzers Waltraud Astner

Ich sprach von mir selbst auch nicht im Zusammenhang von Asyl und Flucht, sondern von legaler Migration (Auswanderung), evtl. nach Kanada oder Australien, was auch logisch ist, weil ich von Asylsuche nicht betroffen bin, da ich in Italien nicht politisch verfolgt werde (Definition für Asyl). Wäre ich aber politisch verfolgt, dann müsste ich in einem der angrenzenden Länder um Asyl ansuchen. Ich kann nicht mehrere sichere Drittstaaten durchqueren um dort Asyl zu begehren wo es mir passt oder wo es die besten Sozialleistungen gibt. Asyl muss im nächsten sicheren Land gestellt werden.
Wäre ich ein Kriegsflüchtling, dann würde ich ins nächstgelegene Lager fliehen und dort abwarten bis ich wieder zurückkehren kann. Außerdem bin ich ja eine nicht mehr ganz junge Frau, die nicht Schlepper bezahlen und weite Reisen unternehmen kann. Das Ziel Europa ist skandalöserweise nur für jene erreichbar, die es bezahlen können und es "derpacken"und die durch illegale Machenschaften (Schlepperei) herkommen. Aber ich kann als Kriegsflüchtling auch hoffen, dass ich ein legales Resettlement bekomme. Grundsätzlich finde ich es aber besser heimatnah untergebracht zu werden um schneller heimkehren und die Heimat wieder aufzubauen zu können.

Bild des Benutzers W Karcher

@Peter Gasser: Doch den bemerke ich, deshalb habe ich ja betont: "egal von was und in welchem Kontext" – denn bei anderen Politikern wäre dieser Unterschied sogleich unwichtig gewesen.

Bild des Benutzers Silvia Rier

Ich glaube, Oliver Hopfgartner, (d)eine Aussage wie diese ist an Zynismus wohl kaum zu überbieten:

"Den fleißigen Einwanderern und Leuten mit echtem Anspruch auf Asyl, denen geholfen werden soll und den kriminellen Einwanderern oder Leuten ohne Rechtsanspruch auf Asyl, die zum Teil auf Kosten der Gemeinschaft leben."

Es gibt keine "falschen" oder "unechten" Flüchtlinge. Wer vor etwas flieht ist ein Flüchtling, egal, ob er vor Krieg, vor steigenden Meeresspiegeln und sinkenden Inseln, oder vor Hunger und Not flieht.

Dann: Dir zufolge sind also alle (ad "differenzieren" ^^), die keinen Anspruch haben auf Asyl, à priori "kriminell". Die Feststellung, ob Flüchtlinge Anspruch haben auf Asyl, oder nicht, dauert meist ziemlich lange (das kannst du dem Rechtssystem der EU oder einzelnen ihrer Länder ankreiden, aber wohl eher nicht den Flüchtlingen). Bis zur Klärung gilt, wie immer in einem Rechtsstaat, "im Zweifel für den Flüchtling (den Angeklagten)".

Bild des Benutzers Sepp Bacher

Un die meisten kommen nicht kriminell, sondern werden es hier - z. T. aufgrund der widrigen Lebensumstände.

Bild des Benutzers Oliver H.

Silvia, ich habe nie gesagt oder geschrieben, alle seien kriminell, die keinen Asylanspruch hätten. Ich habe ganz klar "oder" und nicht " und" geschrieben.

Ich differenziere also im Gegensatz zu dir sehr wohl. Warum legst du mir wieder Worte in den Mund, die ich nie gesagt habe? Geht das schon wieder los?

Bild des Benutzers Silvia Rier

du schreibst ganz unmissverständlich:

"Den fleißigen Einwanderern und Leuten mit echtem Anspruch auf Asyl, denen geholfen werden soll

und den kriminellen Einwanderern (...)."

Weiß gar nicht, was es daran zu deuteln gäbe. Aber vielleicht weiß' ich's ja doch ...

Bild des Benutzers Oliver H.

Und? Wenn man sagt, dass es kriminelle Einwanderer gibt, heißt das ja nicht, dass alle Ausländer kriminell sind. Es handelt sich um eine Teilgruppe. Wenn ich von hässlichen Frauen spreche, heißt das ja auch nicht, dass alle Frauen hässlich sind.
Wenn ich von ansteckenden Patienten spreche, heißt das auch nicht, dass alle Patienten ansteckend sind, et cetera et cetera.
Genau das was du jetzt machst bzw. versucht, habe ich oben kritisiert.

Bild des Benutzers W Karcher

"Es gibt keine 'falschen' oder ‘unechten' Flüchtlinge. Wer vor etwas flieht ist ein Flüchtling, egal, ob er vor Krieg, vor steigenden Meeresspiegeln und sinkenden Inseln, oder vor Hunger und Not flieht."
Hier geht es aber um den rechtlichen Begriff des Flüchtlings und nicht um Ihr (von mir und anderen sowieso nicht geteiltes) umgangssprachliches Verständnis von "Flüchtling". Und der rechtliche Begriff ist einigermaßen klar definiert. Da ist nicht jeder ein Flüchtling, der behauptet, er sei vor irgendwas geflohen. Also solange Sie nicht angeben, ob Sie im rechtlichen oder im umgangssprachlichen oder im gutmenschlichen Sinne von "Flüchtling" reden, ist mit Ihrer o.g. Aussage eigentlich nichts anzufangen.

"Dir zufolge sind also alle [...], die keinen Anspruch haben auf Asyl, à priori 'kriminell'".
Kriminell ist beispielsweise, wer Asylgründe vortäuscht, weil er zu Zwecken des Sozialstaatsparasitismus oder der kriminellen Betätigung in ein Land einreisen will. Das ist dann, wenn Sie unbedingt den Ausdruck falsch verwenden wollen, "a priori". Kriminell ist Übrigens per definitionem derjenige, der Straftaten begeht.

"im Zweifel für den Flüchtling (den Angeklagten)"
Falsch. Hier gilt nämlich die Beweislastumkehr. Abgesehen davon, dass die Parallelisierung mit einer Anklage hier ganz verfehlt ist.

Bild des Benutzers Silvia Rier

Solange nicht geklärt ist, ob Anrecht besteht auf Asyl, oder nicht, muss davon ausgegangen werden, dass dieser Status zuerkannt werden könnte.

Das mag gefallen, oder nicht. So ist es aber.

Bild des Benutzers W Karcher

Klar, aber das ist nun kaum noch mehr als eine Tautologie. Wir prüfen ja sicher keine Ansprüche, wenn wir von vornherein davon ausgehen, dass diese bestehen oder dass diese nicht bestehen.

Und doch, das gefällt. Denn es ist besser als dieser Blödsinn, zu glauben, dass jeder der "ich Flüchtling" oder "Asyl" sagt, dies auch tatsächlich ist. Die Prüfung ist eigentlich gut, denn es gilt, die vergleichsweise wenigen echten Asylberechtigten aus der großen Zahl an Asylbetrügern herauszufiltern. Freilich wurde dies in den großen Zielstaaten der Sozialstaatseinwanderung in den letzten Jahren leider nur sehr halbherzig gemacht.

+1-12
Bild des Benutzers Oliver H.

Silvia, lenk nicht ab. Du hast behauptet, ich würde alle Flüchtlinge als kriminell bezeichnen. Belege das oder nimm es zurück. Du versuchst nun zum wiederholten Mal mich als Rassisten hinzustellen. Liefere einen Beleg oder korrigiere dich.

Bild des Benutzers Waltraud Astner

"Solange nicht geklärt ist, ob Anrecht besteht auf Asyl, oder nicht, muss davon ausgegangen werden, dass dieser Status zuerkannt werden könnte."
Stimmt im Prinzip, dennoch ist zu sagen, dass nahezu alle die hierherkommen sich illegaler krimineller Organisationen bedienen, sich meist nicht ausweisen können und das Land illegal betreten haben, sozusagen nach dem Motto: Wenn ich kein Recht habe nach Europa einzuwandern, dann verschaffe ich es mir eben indem ich das Asylrecht dazu benütze. DAS ist der Umstand, der vielen Leuten mit normalem Rechtsempfinden sauer aufstößt, zumal es Europa auch nicht gelingt Nichtberechtigte wieder abzuschieben (ein erneuter Rechtsbruch).
Wenn der Status des Asyls zuerkannt werden kann, was stimmt, so ist deshalb noch lange nicht gesagt, dass die VORGANGSWEISE, die dazu führt richtig ist. Denn wenn alle hier Ankommenden schon vorab auf ganz Italien bis in die letzten Dörfer verteilt und "integriert" werden, ohne deren Identität und Absichten zu kennen, so ist das äußerst fahrlässig. Jemand ohne nachweisbare Identität kann alles sein, ein Heiliger oder ein Terrorist oder er kann von in seiner Heimat begangenen Verbrechen geflohen sein. Im besten Fall ist er redlich, wird aber nach abgelehntem Asylantrag gnadenlos auf die Straße geworfen und keiner von der "Verteilern" und "Integrierern" übernimmt Verantwortung.
Außerdem müsste der Umstand dass jemand jung, gesund und männlich sein muss um überhaupt in Europa ob als Asylberechtigter, mit subsidiärem Schutzstatus, oder illegal Fuß fassen zu können, bei Ihnen als Feministin alle Alarmglocken schrillen lassen. Aber alle diese Ungerechtigkeiten, illegalen Zustände und Ungereimtheiten lösen bei Ihnen und den Grünen allgemein, keinen Aufschrei der Empörung aus, im Gegenteil, man hat den Eindruck dass alles so beibehalten werden soll.

Bild des Benutzers Sepp Bacher

Ganz raffiniert dieser Zublasing. Und der Chefredakteur unterstützt ihn auch noch mit einem weiteren Artikel? Aber der Machen Zublasing wirbt auch auf salto.bz! Man möchte fast an ein Eppaner Gentlemen’s Agreement denken?!

Bild des Benutzers Ralph Kunze

Warum sollen sich die beiden wehtun? Weder Zublasing noch Franceschini haben etwas unrechtes getan. Der eine braucht die Stimmen, der andere Quote(oder Aufrufe) Den Lesern gefällt es(vor allem den Kommentatoren...). Eine win-win Situation.

Bild des Benutzers Morris Peintner

Und für die Leser ist es auch eine win-Situation, weil man wieder eine hochqualitative und nieveauvolle Diskussion ohne persönliche Beleidigungen mitverfolgen darf.

+1-11
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