pass.jpg
upi
Advertisement
Advertisement
Gastbeitrag

Tiki-Taka Doppelpass

Wie stellt man fest, wer Anspruch auf einen österreichischen Pass hat?
Advertisement
Advertisement

Liebe/r Leser/in,

wieviel ist Ihnen unabhängiger Journalismus wert?

Dieser Artikel befindet sich im Salto-Archiv und ist nur für Abonnenten und Spender zugänglich.
Unterstützen Sie salto.bz und erhalten Sie Zugang auf über 5 Jahre kritischen Journalismus!
Sie besitzen noch kein salto.bz-Abo?

Mit (ab) einem Mini-Abo von 12 Euro für ein Jahr erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln auf salto.bz. Wählen Sie jetzt Ihr Abo!

Selbstverständlich freuen wir uns auch über jede weitere finanzielle Unterstützung. Ihre Spendenbereitschaft hilft uns, auch weiterhin unabhängig bleiben zu können und die laufenden Kosten und notwendigen Investitionen zu tragen.

Jetzt ein Abo abschließen!

Sollten Sie bereits ein Abo auf salto.bz abgeschlossen haben, aber über keinen Zugang verfügen, melden Sie sich bitte einfach unter info@salto.bz

Redaktionelle Artikel, die auf salto.bz erschienen und vor 6 Monaten online gegangen sind, sind ab sofort kostenpflichtig. Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung!

Sind Sie bereits salto.bz-Abonnent? Melden Sie sich bitte unter info@salto.bz

Advertisement

Kommentar schreiben

Kommentare

Bild des Benutzers Basso Meno (gesperrt)
Basso Meno (gesperrt) 08.12.2017, 06:42

Das Thema ist offensichtlich das Allerwichtigste in ST/AA.

Der gesamte SPQAA kommt zu Wort :-)

Hoffentlich sehen die Österreicher, dass schon die Materialkosten für die angesprochenen Dokumente hinausgeschmissenes Geld sind.

ST/AA - mir wäre es geschenkt zu teuer.

Bild des Benutzers Tomas Kofler
Tomas Kofler 08.12.2017, 11:34

Das Thema ist das allerwichtigste auf Salto.. und so engagiert wie sie zum Thema kommentieren auch für Sie.

Bild des Benutzers Basso Meno (gesperrt)
Basso Meno (gesperrt) 08.12.2017, 12:41

Nein, sehr wichtig ist mir das Thema nicht.
Mir kann's egal sein, mit welchen Ausweisen ST/AA-ler durchs Leben stolzieren.

Das Thema wird hier täglich abgehandelt, ich lese aber nur von Nachteilen, ja an den Haaren herbeigezogenen
Gefahren (Kriegsfall), nie ein "audiatur et altera pars".
Wie schon anderweitig geschrieben, ekelt mich die hier ständig zu lesende Abneigung gegen Österreich an - von Leuten,
die aber gern die den ST/AA-lern von eben diesem Österreich zugestandenen Vorrechte in Anspruch nehmen oder genommen haben.
Dazu dann ständige Winke in Richtung "Reich der tausend Jahre", austriaci cattiva gente .

Mir sind die Sünder allemal lieber als die Menschen, denen der selbstverliehene Heiligenschein die Augen blendet.

Also, bitte weiter so!

Bild des Benutzers Basso Meno (gesperrt)
Basso Meno (gesperrt) 08.12.2017, 07:02

Ich hoffe, Ihr seid dann so konsequent und verzichtet von selbst auf alle Privilegien, die ST/AA-ler in Österreich anderen Italienern gegenüber voraus haben.
Ich fürchte, eher könnte man einen Pudding an die Wand nageln..

Bild des Benutzers alfred frei
alfred frei 08.12.2017, 08:41

Alles viel zu kompliziert, machen wir es einfacher: die österreichische Staatsbürgerschaft für Südtiroler*innen kommt nur für eingeschriebene Volksparteiler in Frage, wäre ja noch schöner ! Das Alpen-Donau-Duo Achammer - Kurz wird das schon richten und Strache kann am 20. Dezember den Siegel daraufsetzen. Frieden herrscht im Heiligen Land Tirol und leise rieselt der Schnee.

Bild des Benutzers pérvasion
pérvasion 08.12.2017, 09:42

Wenn's Herrn Pallaver nicht zu blöd ist, einen solchen Artikel zu schreiben, sollte er wenigstens lesen, was er selbst zitiert: »Dieses Bundesgesetz gilt für Personen deutscher oder ladinischer Sprachzugehörigkeit, *die im Gebiet der Provinz Bozen geboren wurden*, sich bei der jeweils letzten in der Provinz Bozen durchgeführten Volkszählung zur deutschen oder ladinischen Sprachgruppe bekannt haben und nicht die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen.« Wieviele »Flüchtlinge« werden wohl auf dem Gebiet der Provinz Bozen geboren sein? Eher nicht so viele, würde ich mutmaßen.

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 08.12.2017, 11:47

Salto ist bei dieser Kampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft echt nichts mehr zu blöd. Gegen eine saubere Argumentation hätte ich ja nichts. Gut formulierte, konträre Standpunkte sind eine Bereicherung.
Aber wenn ein Francesco Palermo behauptet, dass Steuern etwas mit Staatsbürgerschaften zu tun haben, danach ein Max Haller vor wortwörtlichem Krieg zwischen Österreich und Italien warnt und jetzt ein Pallaver wieder mal im Kreis palavert, dann kann man echt schon von Angstkampagne sprechen.

Liebe Salto-Redaktion, wenn Ihr unbedingt dieses Thema ständig bringen wollt, dann bitte auf höherem Niveau!

Bild des Benutzers 19 amet
19 amet 11.12.2017, 12:58

Und Sie verlangen Niveau! Dabei haben Sie beim ganzen, sehr präzise und logisch abgefassten Beitrag von Pallaver, kein einziges Haar zum reklamieren gefunden, und sinken daher auf das tiefste Niveau das es gibt. Er würde pallavern. Schämen Sie sich Herr Tammerle.

Bild des Benutzers King Arthur
King Arthur 08.12.2017, 12:54

@Pérvasion: Naja, er argumentiert ja davor, dass "es zweifelhaft [ist], ob das Kriterium des Geburtslandes einer höchstrichterlichen Prüfung standhalten kann", und geht dann von dieser Argumentation aus. Insofern ist es schon in sich stimmig - ob die Argumentation selbst auch stimmig ist, ist wieder eine ganz andere Frage... ;-)

Bild des Benutzers Silvia Rier
Silvia Rier 09.12.2017, 10:26

das kann sich aber doch schnell ändern, pérvasion, oder? es wäre wohl ein wenig arg kurzsichtig, in solchen Belangen nicht in längeren bis langen zeiträumen zu denken, findest du nicht auch?

Bild des Benutzers pérvasion
pérvasion 09.12.2017, 12:27

Keine Ahnung was du meinst, Silvia. Ich habe ja kein Problem damit, dass Zugewanderte einen italienischen und/oder österreichischen Pass bekommen. Das Problem schreibt Pallaver herbei, obwohl es so wohl gar nicht existiert.

Bild des Benutzers Michael Bockhorni
Michael Bockhorni 09.12.2017, 16:41

@pervasion: im Gesetzestext ist ein "Beistrich" und kein "und". Ein Fahrverbot für Autos, Motorräder und Fahrräder gilt nicht nur für Autos , die auch das Kriterium Motorräder und Fahrräder erfüllen.

Bild des Benutzers pérvasion
pérvasion 09.12.2017, 19:26

Dein Ernst?

Bild des Benutzers King Arthur
King Arthur 09.12.2017, 22:37

@Michael Bockhorni: Blödsinn! 1. Steht im Gesetzestext sehr wohl ein "und", und 2. bedeutet dieses "und" in einem derartigen Zusammenhang sehr wohl, dass mehrere Voraussetzungen kumulativ vorliegen müssen... Andernfalls - und dessen kannst du dir bei der präzisen österreichischen Gesetzgebung sicher sein - wäre hier ein "oder" gestanden!

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 08.12.2017, 11:53

Ich habe wirklich andere Sorgen, als ob ich nun demnächst die M;glichkeit erhalte die österreichische Staatsbürgerschaft beantragen können. So sorge ich mich als einfacher Bürger weit mehr über die Entwicklungen in der europäischen Integration, über die Automatisierung und über die ökologische/ökonomische Zukunft für mich und die nächsten Generationen.
Ich will aber auch zugeben, dass ich mich vor einem österreichischen Pass nicht grause. Würde man ihn mir zugänglich machen ohne dass ich die italiensiche Staatbürgerschaft aufgeben müsste, wüsste ich wirklich nicht warum ich darauf verzichten solle.
Was mich aber bei dem ganzen Diskurs bis jetzt stört, ist mit welcher Vehemenz und Hysterie und mit teils absurden Argumentationsansätzen und bei den Haaren herangezogenen Schlussfolgerungen gegen den "Doppelpass" gewettert wird. Dies hat wenig mit Sachlichkeit zu tun, als mehr mit einer Neurose eines bestimmten politischen Milleu, das keine neue Ideen für die politische Zukunft Südtirols erwägen kann, als den status quo. Ja man müsste versuchen aufzuarbeiten warum dieses politische Milleu den Doppelpass als ein dermaßen große Affront auffasst, um so dann reagieren zu müssen. Die psychologische Aufarbeitung der anderen Seite wurde auch schon versucht, warum dann hier nicht auch psychopathologisch nachforschen?

Das werde ich aber hier nicht tun, der eigentliche Anlass dieses Kommentars ist, dass ich auf einen konkreten Punkt im obigen Artikel hinweisen möchte: Ich finde es disqulifizierend, dass Prof. Palaver auf die Terminolgie "Ahnenpass" zurückgreift, um die andere Seite unterschwellig zu diskreditieren. Der Ahnenpass war im Nazionalsozialismus vorgesehen um die sog. arische Abstammung nach NS-Rassenideologie nachzuweisen.
Somit ist dieser Begriff einerseits diffamierent weil man damit die Befürworter in die Nähe dieser Ideologie bringt und anderererseits unkorrekt, weil bei der Feststellung von Nachfahren aus der k. u. k. Zeit die pseudowissenschafftliche Kategorie der Rasse keine Rolle spielt.
Man hätte einfach "genealogischen Nachweiß" oder "Familienstammbaum" verwenden können. Soviel Sprachkenntnis, Sachwissen und Sensibilität würde ich mir von einem Historiker der auf noch auf einer österreichischen Universität doziert wünschen.
Ich bin eigentlich dagegen dass Wissenschaftler, die sich in Rahmen der formalen Ansprüchen ihrer Disziplin, öffentlichen zu Themen äußern, gleich politisch angegriffen werden. Wer aber so in der Öffentlichkeit mit dieser polemisch-politischen Art es tut bietet am Ende selbst den gerechtfertigten Anlass.

Bild des Benutzers Silvia Rier
Silvia Rier 09.12.2017, 10:27

die "neurose" würde ich an anderer stelle verorten.

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 09.12.2017, 10:37

make your case

Bild des Benutzers Silvia Rier
Silvia Rier 09.12.2017, 12:02

hm. bin nicht ganz sicher, was gemeint ist, mit make my case? ist das eine ihrer unhöflichkeiten? oder soll ich meinen point ausführen?

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 09.12.2017, 12:37

Wie kann man das "unhöflich" interpretieren? :-))

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 09.12.2017, 16:45

Also wirklich jetzt, Silvia! Du kannst doch Englisch, oder?
Gorgias fragt - völlig zu Recht - womit Du Deine Aussage "die 'neurose' würde ich an anderer stelle verorten" begründest. Was soll daran unhöflich sein?

Ich finde Gorgias' Analyse "Was mich aber bei dem ganzen Diskurs bis jetzt stört, ist mit welcher Vehemenz und Hysterie und mit teils absurden Argumentationsansätzen und bei den Haaren herangezogenen Schlussfolgerungen gegen den 'Doppelpass' gewettert wird." absolut treffend. Anders als Gorgias bin ich ein Befürworter einer doppelten Staatsbürgerschaft (bin selbst ein Doppelstaatsbürger), aber ich schätze an ihm, dass er seine Meinungen untermauern kann.

Make your case, Silvia. Sag, warum Du anderswo eine Neurose verortest.

Bild des Benutzers Martin Daniel
Martin Daniel 08.12.2017, 13:32

Die Verfolgung eines auch noch so hehren Zieles rechtfertigt nicht unsaubere Argumentationen. Diese beschädigen dann ihrerseits die vertretene Position als Ganzes. Palermo, Haller, Pallaver machen sich alle 3 und damit ihre Position in jeweils mindestens einem genannten Punkt angreifbar.

Bild des Benutzers Maximi Richard
Maximi Richard 08.12.2017, 13:47

Nur die Optanten verdienen den österreichischen Pass.

Bild des Benutzers Sepp Bacher
Sepp Bacher 08.12.2017, 14:07

Davon leben wahrscheinlich nicht mehr allzu viele. Und die noch lebenden Optanten werden auch bald aussterben! Du bringst also keinen in die Zukunft gerichteten Vorschlag. Außerdem hat kein Optant für Österreich optiert sondern für das Tausendjährige Deutsche Reich! Also wo bleibt hier die Logik?

Bild des Benutzers Michael Bockhorni
Michael Bockhorni 09.12.2017, 16:45

und die Optanten die nicht mehr nach Südtirol zurückehren wollten oder konnten bekommen dann die italienischen Pass?!

Bild des Benutzers Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 08.12.2017, 17:04

Günther Pallaver wiederholt in diesem Beitrag den schon oft widerlegten Unsinn, wonach bei Anwendung des historischen Kriteriums nur die Bürger der ehemaligen Habsburger Monarchie den Doppelpass erhalten könnten. Es wurde schon hunderte Male gesagt und geschrieben - aber Pallaver scheint weder hören noch lesen zu wollen- dass sich das historische Kriterium auf jene Südtiroler (gleich welcher Sprache) beziehen würde, die Staatsbürger der Republik Österreich waren. Dies waren alle in Südtirol ansässigen ehemaligen Bürger der Habsburger Monarchie auf jeden Fall bis zur Unterzeichnung des Staatsvertrag von Saint-Germain-en-Laye am 10. September 1919, mit dem nach dem Ersten Weltkrieg die Auflösung der österreichischen Reichshälfte Österreich-Ungarns und die Bedingungen für die neue Republik Deutschösterreich festgelegt wurden. Österreich verzichtete daraufhin, wie verordnet, auf Tirol südlich des Brenners. Unklar – und eher unwahrscheinlich - ist aber, ob die Südtiroler damit auch schon die Staatbürgerschaft der Republik Österreich verloren haben, oder erst mit der Annexion des bis dahin nur militärisch besetzten, aber zur Republik Österreich gehörenden Landes durch den italienischen Parlamentsbeschluss vom 10. Oktober 1920. Wie dem auch sei, die Südtiroler waren Bürger der Republik Österreich, doch Herr Pallaver scheint das nicht zu wissen oder nicht wissen zu wollen.

Bild des Benutzers Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 08.12.2017, 18:48

Ihr Parteikollege Kollmann hat unlängst einen Professor zitiert, nachdem den Doppelpass die deutschsprachigen im Sinne des Pariser Vertrages seien.

Bild des Benutzers Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 08.12.2017, 21:21

Sie scheinen den Beitrag des Herrn Pallaver nicht gelesen zu haben. Er unterscheidet zwischen dem historischen Kriterium (und da beweist er vollkommene Unkenntnis der Geschichte) und dem subjektivem Kriterium, das auf der Sprachgruppenzugehörigkeit basiert. Ich habe kritisiert, dass Pallaver bezüglich historischem Kriterium die Tatsachen vollkommen verdreht, entweder aus Unkenntnis der Geschichte oder aus Bosheit. Zitate von irgendwelchen Professoren sind eine Sache, historische Tatsachen eine andere. Auch zum subjektiven Kriterium der Sprachgruppenzugehörigkeit wären einige Anmerkungen zu machen. Italien hat das Pariser Abkommen ja so ausgelegt, dass die Autonomie auch für das Trentino gelten muss, weil es dort auch Deutschsprachige gibt. Damit müsste die doppelte Staatsbürgerschaft bei Anwendung des subjektiven Kriteriums auch für das Trentino gelten.

Bild des Benutzers Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 09.12.2017, 12:27

Na wer würde den Pass nun bekommen und weshalb? Können Sie mir das sagen oder nicht?

Bild des Benutzers Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 09.12.2017, 17:49

Wer den Passe bekommen würde und weshalb, kann nur ein vom österreichischen Nationalrat zu verabschiedendes (einfaches) Gesetz festlegen. Aus Südtirol können nur Anregungen und Vorschläge kommen. Ich bevorzuge das historische Kriterium, das einem ius soli entspricht, weil es die Ansässigkeit in einem für mehrere Jahrhunderte zu Österreich gehörenden und durch eine imperialistische Aggression abgetrennten Gebietes berücksichtigen würde. Bedenken habe ich bezüglich des subjektiven Kriteriums (Sprachgruppenzugehörigkeit), das einem ius sanguinis entsprechen und damit den seit jeher dreisprachigen Charakter Südtirols missachten würde.
Pallaver liegt übrigens auch mit seiner Bemerkung, Österreich habe bereits 1979 das historische Kriterium verworfen und an dessen Stelle die Sprachzugehörigkeit eingeführt, ziemlich daneben. Es ging damals ja nicht um die doppelte Staatsbürgerschaft, sondern um Vergünstigungen für Südtiroler, die in Österreich studieren. Da hat das Kriterium der Sprache durchaus Sinn, da es darum geht, in der Muttersprache studieren zu können.

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 08.12.2017, 21:33

Nicht aus dem Kontext reißen, Ludwig!
Es ging darum, ob die eventuelle Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler dem Pariser Vertrag widersprechen würde, wie einige Doppelpassgegner behauptet hatten.
Du bist doch Jurist, oder? Dann weiß Du doch, wie wichtig es ist, Texte genau zu lesen und wiederzugeben, Ludwig.

Bild des Benutzers Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 09.12.2017, 17:38

Hier nochmal der Kontext: Der Argumentation, dass unklar sei, wer die doppelte Staatsbürgerschaft tatsächlich bekommen würde, trat Hilpold entgegen.“Tatsächlich wird die potenzielle Anspruchsberechtigung aber wohl weitgehend von der Reichweite der Schutzfunktion Österreichs gemäß Pariser Vertrag 1946 abgesteckt, weshalb dafür primär die deutsch- und ladinischsprachige Bevölkerung Südtirols infrage kommt. Eine solche Vergabe der doppelten Staatsbürgerschaft wäre auch völkerrechtlich gedeckt, insbesondere von den Empfehlungen der OSZE “National Minorities in Inter-State Relation”, argumentierte der Experte.

Bild des Benutzers Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 08.12.2017, 19:02

Zeitgenossen für die der Einmarsch der Wehrmacht in Südtirol die Befreiung vom Faschismus darstellt wollen den Doppelpass. Diesen beantragen sie bei österreichischen Burschenschaftern die mit schwarz-rot-goldnen Schleifen rumlaufen und die österreichische Nation als geschichtswidrige Fiktion abtun.
Als Vorbild dient das italienische Gesetz, das den Namen des Einbringers Tremaglia trägt, einem bekennenden Faschisten der schon in Republik Salò dabei war.
Aber wehe es zweifelt jemand an der Sinnhaftigkeit dieses Vorhabens, von dem nicht mal die Befürworter klar sagen können wer denn nun den Pass überhaupt kriegen soll, der wird wahlweise als faschistoider, italophiler oder vaterlandsloser Geselle beschimpft.

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 08.12.2017, 21:26

Beschimpft? Interessant, dass Du das erwähnst, Ludwig.
Mit fallen da die Beschimpfungen ein, mit denen hier auf Salto auf Befürworter des Doppelpasses eingedroschen wird. Ein Salto-Redakteur (!) hat sie hier auf dem Portal (!) als "stronzi", "idioti" und "rimbambiti" bezeichnet.

Schade, dass Salto so wenig auf die Netiquette achtet. Aber vielleicht verbessert sich die Qualität des Portals künftig (bin aber skeptisch).

Bild des Benutzers Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 08.12.2017, 21:26

Ich beschimpfe hier niemanden, sondern wundere mich nur über die Unwissenheit gewisser Personen über geschichtliche Tatsachen. Der Wunsch nach einem Doppelpass für die Südtiroler ist eine politische Vision, man kann dafür oder dagegen sein, man sollte die Diskussion aber sachlich führen und geschichtliche Tatsachen nicht nach Belieben verändern, damit sie der gewünschten politischen Meinung entsprechen. Geschichte ist Tatsache, Politik ist Wunschdenken.

Bild des Benutzers Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 08.12.2017, 22:32

Der Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Südtirol ist damals tatsächliche als Befreiung empfunden worden. Dass es das nicht war, sondern dass die faschistische Diktatur, von der man tatsächlich befreit wurde, nur durch eine nationalsozialistische Diktatur ersetzt wurde, haben damals einige wenige Menschen gewusst, im Laufe der Zeit immer mehr, und heute gibt es in Südtirol niemanden, der behauptet, dass Südtirol damals befreit wurde. In allen mir bekannten Zitaten wurde immer darauf hingewiesen, dass der Einmarsch der Wehrmacht damals als Befreiung empfunden. Dies - das damalige Empfinden - ist eine Tatsache. Dass es keine Befreiung war, ebenso. An der Sinnhaftigkeit des Doppelpasses kann jeder zweifeln, wie viel er will, aber das ist kein Grund, geschichtliche Fakten zu verdrehen und Menschen als Nazis zu verunglimpfen. Auch der österreichische Bundespräsident Van der Bellen hat zwei Pässe, und der ist ganz sicher kein Nazi.

Bild des Benutzers Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 09.12.2017, 12:23

und die Burschenschafter? und das Modell legge Tremaglia? haben Sie damit auch kein Problem? Eine Par-tei für die sogar der Markuslöwe ein faschistisches Symbol ist, möchte gern ein von einem Faschisten ersonnenes Gesetz kopieren und geht damit bei Deutschnationalen Österreichern hausieren.

Bild des Benutzers Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 09.12.2017, 18:08

Ich verstehe den Zusammenhang zwischen dem Wunsch nach der doppelten Staatsbürgerschaft und den Burschenschaften nicht. Ich habe schon vor einigen Jahren dem damals noch grünen Van der Bellen den Wunsch nach doppelter Staatsbürgerschaft vorgetragen und bei ihm viel Verständnis gefunden. Das italienische Staatsbürgerschaftsgesetz wurde zwar von Tremaglia vorgelegt, aber von einer Mehrheit des Parlamentes genehmigt. Es kann also so undemokratisch nicht sein. Der Markuslöwe ist das Symbol der Serenissima und heute Symbol der Unabhängigkeitsbewegung Venetiens. Ihm gilt daher meine volle Sympathie. Der Markuslöwe in Bozen, auf den sie sich beziehen, ist von den Faschisten dort angebracht worden, um die angebliche Zugehörigkeit Südtirols zur Venezia Tridentina zu dokumentieren. Die Venezia Tridentina war eine Erfindung des nationalistischen Glottologen Isaia Ascoli, der Mitte des 19. Jahrhunderts zum eigentlichen Venetien noch zwei weitere (Venezia Tridentina = Tirol südlich des Brenners und Venezia Giulia = Küstenland) erfunden hat, um den Anspruch Italiens auf diese Gebiete irgendwie zu begründen. Der Faschismus hat diese Erfindung begeistert aufgenommen und den Markus-Löwen in diesem Sinne missbraucht. Aus diesem Grund gehört er nicht nach Bozen.

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 09.12.2017, 09:42

@Ludwig Thoma
>Zeitgenossen für die der Einmarsch der Wehrmacht in Südtirol die Befreiung vom Faschismus darstellt wollen den Doppelpass. Diesen beantragen sie bei österreichischen Burschenschaftern die mit schwarz-rot-goldnen Schleifen rumlaufen und die österreichische Nation als geschichtswidrige Fiktion abtun.<

Mir kommt vor der Doppelpass ist einem gewissen politischen Milleu ein Dorn im Auge, weil es befürchtet, dass ein anderes dadurch Oberhand gewinnt. Wenn die Sachargumente ausgehen holt man die Nazi-Keule raus und schlägt wild um sich rum.
Ein stagnierendes linkes öko-soziales Milleu weis sich nicht mehr zu helfen, weil es nachdem es sich für Jahrzehnte aus dem Diskurs zu gewissen Themen ausgeklammert hat, nun feststellen muss, dass es den Anschluss verloren hat um am Diskurs sinnvoll teilzunehmen.

Bild des Benutzers Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 09.12.2017, 20:01

Den Anschluss verloren? Den Anschluss will der völkische Kampfring, sonst niemand. ;-)

△rtim ୍℘୍stロ 08.12.2017, 21:24

si tacuisses... Günther Pallaver! Ansonsten könnten mehr als berechtigte Zweifel über so manch akademisch Graduierte aufkommen.
Seltsam, dass Salto-Kommentatoren hier nachprüfbar und nachweisbar besser über historische Fakten Bescheid wissen als der Artikel-Schreiber selbst, ein Universitätsprofessor! - in auf seinem eigenen Fachgebiet, der zudem meint, hier gar das Recht zu haben, öffentlich gegen Südtiroler-innen im Jahr 2017 argumentativ die Nazi-Keule "Ahnenpass" schwingen und sie mit ihrem Anliegen dadurch diffamieren zu dürfen.
Traurig fürwahr!

Bild des Benutzers Martin B.
Martin B. 08.12.2017, 22:36

Schwach palavert!

Bild des Benutzers Basso Meno (gesperrt)
Basso Meno (gesperrt) 09.12.2017, 09:02

"Abara Kadabera, Abara Kadabara
drei bebrillte Habarer!
Sie protestier'n, es raucht das Hirn,
es wächst der Bart beim Diskutier'n.
Abara Kadabara, Abara Kadabara,
Magister de Pal(l)averer!"

https://www.verunsicherung.de/diskografie/songs/aberakadabera.html

Bild des Benutzers Basso Meno (gesperrt)
Basso Meno (gesperrt) 09.12.2017, 09:00

"Zeitgenossen, für die der Einmarsch der Wehrmacht in Südtirol die Befreiung vom Faschismus darstellt , wollen den Doppelpass"

Andere Ihrer Mitbürger nicht?

Sie bestätigen hiermit die Aussage von Gorgias.

Sie sollten sich beim Miesbacher Anzeiger bewerben, Herr Thoma.

Bild des Benutzers Silvia Rier
Silvia Rier 09.12.2017, 10:33

Vielleicht bin ich ja hier richtig (mir kommt's fast vor, hier scheint man sich auszukennen, in der materie,), denn bisher konnte mir noch niemand meine Frage beantworten: welchen nutzen hätten die südtiroler bürger_innen von diesem österreichischen Pass, und/oder welchen - handfesten - mehrwert?

Bild des Benutzers Silvia Rier
Silvia Rier 09.12.2017, 12:00

Du meinst so: "Es gibt kaum praktischen (abgesehen von ein paar Dingen) und fast nur ideellen Nutzen (der individuell legitim ist.)"? Du führst aber leider "die paar Dinge" nicht aus, außer, vielleicht, bei "Wahlrecht", bei dem ich übrigens nicht weiß, ob es sehr gescheit ist, Menschen, deren Lebensmittelpunkt woanders ist, dieses Recht auf Mitsprache und Mitgestaltung (!) unbedingt und ohne weiteres zuzugestehen (spontan würde ich eher sagen, ist nicht gescheit, bis ungerecht). Es hat ja übrigens schon jemand, an dessen Name ich mich jetzt nicht erinnere, an anderer Stelle zu diesem Thema berichtet (!), wie schwierig es ist, dieses Recht auszuüben, wenn man, wie jene Person, in Wien lebt, und für Südtirol/Italien wählen soll. Kann mir gut vorstellen, dass das nicht gut geht. Und dass die allermeisten davon heillos überfordert wären. Mit Folgen, eventuell gravierenden. --- Eine Südtiroler Botschaft in A? Mah. Kostet auch nur einen Haufen Geld, und braucht's wohl wenig bis gar nicht. Da lasse ich die Regionalbürgerschaft (der Finnen, gelesen bei Thomas Benedikter) gescheiter, billiger, vollständiger sein. -- Dass du den "ideellen Nutzen", wenn auch mit der Einschränkung "individuell" legitim findest, finde ich interessant. Wie erklärst du (mir) dass?

Bild des Benutzers Harald Knoflach
Harald Knoflach 09.12.2017, 13:13

1. wenn es massig materielle vorteile gäbe, wär man wieder opportunist.
2. es ist nicht sinnvoll, dass leute an orten wählen, an denen sie nicht wohnen - in unserem system aber für nicht-staatsbürger leider der normalfall
3. "eine südtiroler botschaft in a" - wovon zum teufel sprichst du? der vorteil ist, dass wenn ich als südtiroler ins ausland verreise (das tun manche hin und wieder), dann kann ich im gastland im bedarfsfall die dienste der österreichischen botschaft in anspruch nehmen
4. ich wäre für den ausbau der unionsbürgerschaft
5. ideeller individueller nutzen - ich kann niemandem vorschreiben, wie oder als was er/sie sich fühlt. wenn jemand durch den österreichischen pass eine verbundenheit aufbauen kann, die ihm/ihr wichtig ist, dann soll mir das recht sein.

Bild des Benutzers Silvia Rier
Silvia Rier 09.12.2017, 13:51

ach so ja. hab ich mir doch gedacht, da stimmt was nicht =D umso mehr: wie oft nimmst du (musst du, hast du) als reisender die botschaft deines landes in anspruch (genommen)? solche reisende sind die südtiroler_innen in der mehrheit eh nicht. all-inclusive braucht wohl eher selten die botschaft (in summe: dieses der Botschaft ist ein leicht hanebüchnes "argument" bessere wird's demnach wohl nicht geben).

Bild des Benutzers Harald Knoflach
Harald Knoflach 09.12.2017, 14:00

@ silvia
ich möchte mich hier nicht als advokat für die doppelstaatsbürgerschaft aufspielen, da ich ja dagegen bin.
(p.s.: ich musste die dienste einer österreichischen botschaft bzw. eines konsulats bislang zweimal in anspruch nehmen)

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 09.12.2017, 16:00

Als EU-Bürger kann ich die Botschaften aller EU-Mitgliedsländer in Anspruch nehmen. Für diesem Fall würde die österreichische Staatsbürgerschaft kein Mehrwert darstellen.

Bild des Benutzers Harald Knoflach
Harald Knoflach 09.12.2017, 17:14

stimmt. da hast du recht. wobei ich denke, dass gewisse dinge für die botschaft schon einfacher sind, wenn ich staatsbürger dieses landes bin.

Bild des Benutzers Harald Knoflach
Harald Knoflach 09.12.2017, 17:16

wobei das offenbar dann gilt, wenn es keine vertretung des heimatlandes gibt, wenn ich das richtig verstehe:
http://europakonsument.at/de/page/hilfe-im-ausland-gleichstellung-fuer-e...

Bild des Benutzers Sandro Bx
Sandro Bx 10.12.2017, 09:45

Noch zum Thema Ausland
Bei Entführungen mit Lösegeld im Ausland: wie verhalten sich Österreich und Italien ?
Viele Staaten, darunter auch Österreich, haben etwa versichert, kein Geld an al-Qaida gezahlt zu haben. Das US-Finanzministerium schätzt indes, dass seit 2008 rund 150 Mio. Euro beinahe ausschließlich von europäischen Regierungen an al-Qaida geflossen sind, wie der irische Spezialversicherer XL Catlin berichtet.
http://derstandard.at/2000003705187/Oesterreich-soll-Millionen-Euro-Loes...
Secondo Jean-Paul Rouiller, direttore del Geneva Centre che si occupa di terrorismo, al Qaida “targettizza i rapimenti sulla base della nazionalità”: francesi, austriaci, spagnoli e svizzeri sono i più ricercati, perché solitamente vengono riportati a casa in cambio di ingenti somme.
https://www.ilfoglio.it/articoli/2014/07/31/news/soldi-terrore-riscatti-...

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 10.12.2017, 12:53

Nachdem schon die Scheinargumente Krieg zwischen den Tiroler Landesteilen und doppelte Besteuerung gegen die doppelte Staatsbürgerschaft ins Feld geführt wurden, muss nun Al Qaida herhalten.
Es wird immer lächerlicher.

Bild des Benutzers Martin B.
Martin B. 11.12.2017, 20:45

Ja, das sind absurde herbeierfundene Mitesser. Wirklich unglaublich schlagende Argumente gegen den AT-Pass.

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 09.12.2017, 16:29

Silvia, Du schreibst: "Eine Südtiroler Botschaft in A? Mah. Kostet auch nur einen Haufen Geld, und braucht's wohl wenig bis gar nicht."
Du kennst Dich bei diesem Thema offensichtlich nicht aus, sonst würdest Du nicht solchen Unsinn schreiben. Bei der (eventuellen) doppelten Staatsbürgerschaft geht es nicht im Mindesten um eine Botschaft in Wien. Warum kommentierst Du drauflos, ohne Dich vorher zum Thema zu informieren?
Es wurde hier auf Salto schon genug Unsinn zur DSB geschrieben: Max Haller, der die DSB ablehnt, damit im Kriegsfall die Südtiroler "nur" auf Nordtiroler schießen müssen und Francesco Palermo, der vor österreichischen Steuern für Südtiroler warnte (Steuern zahlt man nach Wohnsitz, nicht nach Staatsbürgerschaft).

Gorgias: als EU-Bürger kannst Du die Botschaften aller EU-Mitgliedsländer in Anspruch nehmen, sofern es nicht eine italienische Botschaft im Lande gibt (ich gehe einfach mal davon aus, dass Du die ital. Staatsbürgerschaft hast). Ansonsten nicht.

Bild des Benutzers Silvia Rier
Silvia Rier 09.12.2017, 17:01

herr tam... habe das mit herrn knoflach schon geklärt. sie waren wohl auch ein wenig (zu) schnell unterwegs, mit ihrem gemäkle. konstruktiveres haben sie nicht beizutragen? ps. wäre die italienische botschaft nicht gut (genug)?

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 09.12.2017, 17:24

Silvia, offensichtlich hast Du in meinem Kommentar einen wichtigen Teil überlesen: "Warum kommentierst Du drauflos, ohne Dich vorher zum Thema zu informieren?"
Wenn Du meine Kommentare sorgfältig durchgelesen hättest, hättest Du allerhand Konstruktives gefunden, liebe Silvia.
Lies doch beispielsweise meinen Kommentar von 16:51 (weiter unten) und mach Dir mal Gedanken dazu.

Bild des Benutzers Basso Meno (gesperrt)
Basso Meno (gesperrt) 09.12.2017, 12:19

"welchen nutzen hätten südtiroler bürger_innen von diesem österreichischen Pass"

"südtiroler bürger_innen" hätten keinen Nutzen, auch südtiroler Speck, südtiroler Wein oder Kastelruther Blunzen nicht.
Auch Österreich hätte keinen Nutzen von südtiroler bürger_innen

Bild des Benutzers Silvia Rier
Silvia Rier 09.12.2017, 16:23

das würde ich auch bestimmt nicht tun. wozu auch. aber stell dir vor, nebenan auf facebook habe ich das neulich so oder ganz ähnlich auch gesagt oder durchklingen lassen, und da kam auch schon der erste angehüpft, der diese aussage zum anlass nahm, um mich - mit hämischsten unterton - als die "deutschsprachige italienerin" zu beschimpfen. und dabei ist sein zweiter pass noch nichts als eine ferne idee. und jetzt stell dir mal vor, was hier im Lande los wäre, wenn die Möglichkeit der zweiten Staatsbürgerschaft konkret würde. Vielleicht sind die, die ihn wollen, noch gar nicht reif dafür, die Ressentiments immer noch zu groß/zu viele (aus denen entspringt ja übrigens meist der Wunsch nach dem österreichischen Pass, nicht wahr. an welcher stelle sich die katze in den schwanz beißt)

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 09.12.2017, 16:51

...und wenn man nicht mehr weiter weiß, dann schnell anderen "Unreife" vorwerfen: "Vielleicht sind die, die ihn wollen, noch gar nicht reif dafür"

Reden wir mal Tacheles, Silvia: ob ein Südtiroler neben der italienischen noch ein, zwei oder fünf Staatsbürgerschaften hat, erfährst Du gar nicht, außer derjenige sagt es Dir. Zusätzliche Staatsbürgerschaften sind Privatsache.
Dein Parteichef Tobe Planer hat jüngst in der ff mit Stolz auf seine österreichisch-italienische Staatsbürgerschaft verwiesen. Ansonsten wüssten es heute die meisten noch nicht.

Nenne mir bitte ein konkretes Problem mit der italienisch-österr. Doppelstaatsbürgerschaft Deines Parteibosses Planer, liebe Silvia.

Bild des Benutzers pérvasion
pérvasion 09.12.2017, 19:36

Mit Verlaub Silvia… ich finde die hämische Betitelung nicht gut, aber es hat dich ja niemand gezwungen, deine Vorliebe bzw. Abneigung für den österreichischen Pass zum Ausdruck zu bringen. Genauso steht es uns allen frei, bekanntzugeben oder auch nicht, wen wir gewählt haben. Wenn wir es tun, kann dann natürlich sein, dass von der anderen (politischen) Seite flegelhafte Bemerkungen kommen, doch damit müssen wir dann halt leben. Finde ich.

Bild des Benutzers Silvia Rier
Silvia Rier 09.12.2017, 20:01

nein, das ist ein bisschen mehr dran und ich habe das histörchen wohl nicht weit genug gefasst, hier. du hast bestimmt auch gelesen, oder?, jenen Beitrag des ehemaligen St. Ulricher Bürgermeisters hier auf salto, der befürchtete (ahnte): "Die Folgen können wir uns gut vorstellen; hier die guten Tiroler die natürlich die Österreichische Staatsbürgerschaft mit Freude annehmen, dort die italienischen Vaterlands Verräter die weiterhin nur, die Italienische Staatsbürgerschaft behalten würden." Genau in diesen Kontext musst du jenen hämischen Kommentar fassen (und dann deine vorstellungskraft ankurbeln)

Bild des Benutzers Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 09.12.2017, 20:09

@Silvia Rier. Was der Pass bringt? Nicht viel. Man muss weiterhin sein Mod. 730 machen, die Bediensteten der Sad werden weiter streiken. Kein Problem wird dadurch gelöst. Wenn man sich Österreich annähern will, oder seine Verbundenheit mit dem Vaterland der Vorfahren zum Ausdruck bringen möchte, braucht man alles andere als einen Pass, das geht ohne amtliches Stück Papier leichter.
Man kann den Pass beantragen und wenn man ihn kriegt kann man ihn in einen Schrein legen und sich daran ergötzen. Sonst taugt der nicht viel. Außer man würde in Folge die italienische Staatsbürgerschaft ablegen. Dann wäre man Ausländer in der eigenen Heimat.

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 10.12.2017, 13:15

@Silvia: Es war der ehemalige Vizebürgermeister von St. Ulrich. Aber so wie Herr Moroder liegst auch Du hier falsch: ob ein Südtiroler neben der italienischen noch andere Staatsbürgerschaften hat, ist Privatsache und nicht publik. Außer der Betroffene selbst macht es publik, wie zum Beispiel Dein Parteichef Tobe Planer. Nenn mir bitte ein konkretes Problem, das Planer durch das Publikmachen seiner österreichisch-italienischen Doppelstaatsbürgerschaft erfahren hat.

Bild des Benutzers Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 09.12.2017, 17:26

Man wendet sich an deutschnationale Burschenschafter in Österreich mit einer Idee eines italienischen Faschisten, die man gerne auch für Südtiroler umgesetzt hätte. Wer die Sache nicht so toll findet, braucht ja nicht anzusuchen, heißt es dann.

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 09.12.2017, 17:32

26 von 28 EU-Staaten erlauben die Doppelstaatsbürgerschaft. Die Burschenschafter-/Faschistenkeule greift hier nicht, Ludwig. Oder waren in allen 26 Staaten Burschenschafter und Faschisten am Werk?

Bild des Benutzers Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 09.12.2017, 17:46

In den 26 Staaten ist die doppelte Staatsbürgerschaft die Ausnahme. Von Ausnahmen sollte man keine Analogien herleiten. Für Südtiroler wäre sie weder an die Ansässigkeit noch an die Abstammung eines Elternteiles gebunden. Sie würde vergeben, weil Vorfahren vor 2-3 Generationen mal Österreicher waren. Das sind zwei verschiedene Sachen.

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 09.12.2017, 17:48

Schau Dir mal die Doppelstaatsbürgerschaften in Nordirland und Schlesien an, Ludwig. Da waren auch keine Faschisten am Werk, keine Sorge.

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 09.12.2017, 17:50

Ich vergaß: Wenn 26 Staaten von 28 die doppelte Staatsbürgerschaft kennen, dann ist es wirklich keine Ausnahme mehr. ;-)

Bild des Benutzers Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 09.12.2017, 18:00

Achso, wenn 26 von 28 Staaten eine Ausnahmeregelung vorsehen, wird sie zur Regel. Wie lustig.

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 09.12.2017, 18:09

Achso, wenn 26 von 28 etwas machen, dann sind sie die Ausnahme und die 2 von 28 die Regel. Wie lustig.

Bild des Benutzers Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 09.12.2017, 18:13

Eine Ausnahmeregelung bleibt eine Ausnahmeregelung, egal wieviele Staaten das machen.

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 09.12.2017, 18:17

26 von 28 sind eine Ausnahme. Klar. :-D

Bild des Benutzers Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 09.12.2017, 18:26

Es ist mir zu mühsam Ihnen zu erklären was eine Ausnahme ist. Schönen Abend noch.

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 09.12.2017, 20:56

@Ludwig Thoma
Die Regelung für Südtiroler zur Erlangung der österreichischen Staatsbüergschaft wäre dann eine Ausnahmeregelung. Ausnahmeregelungen sind die Regel und nicht die Ausnahme.

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 10.12.2017, 13:20

Ludwig, ich kann gut verstehen, dass Du frustriert bist.
26 von 28 Staaten sind für Dich eine Ausnahme und Dein Herumreiten auf angeblichen Burschenschaftern und Faschisten, die hinter einer möglichen Gesetzgebung zur Doppelstaatsbürgerschaft stecken, wurde durch Hartmut Staffler bestens widerlegt.
Auch mit Deinem Markuslöwen-Ausschweifer bist Du argumentativ voll gegen die Wand gefahren. ;-)

Bild des Benutzers Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 10.12.2017, 20:31

26 von 28 EU-Staaten sehen die Möglichkeit einer Staatsbürgerschaft für eigene Minderheiten in einem anderen Staat vor? Das ist mir neu. Danke für soviel Information.

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 10.12.2017, 22:09

Das habe ich nie behauptet, Ludwig/Ghysmo. Weiter oben kannst Du lesen, was ich geschrieben habe.

Bild des Benutzers Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 11.12.2017, 21:52

Ach dann glauben Sie also auch, dass es, wenn jemand im Ausnahmefall, sagen wir, weil er eine bestimmte Zeit in einem Land gelebt hat, oder seine Eltern zwei verschiedene Staatsbürgerschaften haben, eine zweite Staatsbürgerschaft kriegt, es nicht dasselbe ist, wie wenn eine ganze Gruppe von Menschen die nie in dem betreffenden Land gelebt hat, tout court die Staatsbürgerschaft verliehen bekommen soll, weil irgendwelche Vorfahren in irgendeinem Vorgängerstaat gelebt haben? Ich muss Sie die ganze Zeit falsch verstanden haben.

Bild des Benutzers Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 09.12.2017, 23:04

Den Unsinn, dass man sich angeblich an die deutschnationalen Burschenschaften gewendet hat, sollte man hier doch endlich beenden. Die politischen Kräfte aus Südtirol, die in Österreich vorgesprochen haben, haben sich immer an alle dortigen, im Parlament vertretenen Parteien gewandt. Ich habe selbst etwa zwei Stunden mit Herrn Van der Bellen gesprochen (der selbst zwei Staatsbürgerschaften hat). Er hat sich als Wahltiroler sehr aufgeschlossen für das Thema der doppelten Staatsbürgerschaft gezeigt. So viel ich weiß gehört er keiner Burschenschaft an.

Bild des Benutzers Lockes Log
Lockes Log 09.12.2017, 18:21

Redet doch mal Tacheles. Finde das fast schon lustig, wie hier jeder ums Eigentliche herum redet. Die Patrioten haben sich mal wirklich Mühe gegeben und verkaufen es (mehr oder weniger) ganz diplomatisch, die Gegner trauen sich nicht das "Vaterlands-geschwurble" beim Namen zu nennen und einfach mal ehrlich für einen Zukunftsentwurf ohne das Volksgetümele einzustehen, und die Mitten drin wissen zwischen Vergangenheit, Zukunft und unsicherer EU gar nicht mehr wo oben und unten ist. Hier wäre mal eine ganz andere Debatte gefragt, an die sich aber anscheinend niemand recht heran traut.

Bild des Benutzers Silvia Rier
Silvia Rier 09.12.2017, 20:11

der meinung wär ich übrigens auch - eine ganz andere debatte wäre mal gefragt: " "In un mondo dove i rapporti di confine tra le terre sono cambiati mille volte e le culture si sono altrettanto intrecciate, dire “la mia patria” riferendosi a una terra significa creare di sé un falso logico, oltreché geologico."

Cominciamo a parlare di matria: http://espresso.repubblica.it/visioni/cultura/2017/11/15/news/michela-mu...

Bild des Benutzers Karl Gudauner
Karl Gudauner 10.12.2017, 01:29

Die Argumente pro und contra doppelte Staatsbürgerschaft sind inzwischen recht ausführlich vorgebracht worden. Dass dazu eine dialektische Auseinandersetzung zu konträren Standpunkten stattgefunden hat, zeigt eine insgesamt positive Entwicklung der Diskussionskultur. Das Anliegen selbst ist eine heikle Angelegenheit, die im Normalfall auf der zwischenstaatlichen diplomatischen Ebene ohne groß davon ein Aufheben zu machen, besprochen und, wenn befürwortet, geregelt werden sollte. Ohne Einvernehmen zwischen Italien und Österreich läuft diesbezüglich gar nichts. Wobei Österreich noch die Schwierigkeit hat, einer Regelung für die an der Doppelstaatsbürgerschaft interessierte Südtiroler/-innen auch in Bezug auf die in ihrem Staatsgebiet lebende Sprachminderheiten einen rechtlich korrekten Rahmen zu geben.

Das Thema jetzt vor der Regierungsbildung in Österreich einseitig nur an das österreichische Parlament bzw. die dortigen Regierungsparteien heranzutragen, ist somit eine sehr undiplomatische Hauruckaktion. Die Argumentation, dass die österreichische Staatsbürgerschaft eine Zwischenetappe auf dem Weg zur europäischen Staatsbürgerschaft darstelle, klingt nach einer der Verlegenheit geschuldeten Hilfskonstruktion. Wenn schon wären direkte Aktionen für die europäische Staatsbürgerschaft angebracht. Doch wozu denn? Dass auf dem Reisepass schon "Unione Europea" oben steht, beinhaltet ja bereits eine klare europäische Zuordnung, eben mit Anführung der jeweiligen Staatsangehörigkeit.

Wenn sich politische Vertreter/-innen bemüßigt fühlen, die Doppelstaatsbürgerschaft jetzt ein Jahr vor den Landtagswahlen in Südtirol als vorrangiges Anliegen des Landes zu lancieren, so setzen sie die ganze Angelegenheit den Unwägbarkeiten und dem emotionalen Hickhack eines Wahlkampfs aus, in dem Argumente in den Hintergrund treten. Betrachten wir die Thematik von den Effekten her, die die Suche nach der "korrekten" Definition der anspruchsberechtigten Bürgerinnen und Bürger in Südtirol auslöst. Es wird eine Auseinandersetzung angezettelt, die darauf hinausläuft, zwischen "besseren" und "schlechteren" Südtiroler/-innen eine Trennlinie zu ziehen, womöglich, wie es bereits angedeutet wurde, nach dem Kriterium, wer de facto Austrogene in sich trägt.

Ich halte es für ebenso absurd, die Doppelstaatsbürgerschaft an jene Bürgerinnen und Bürger zu vergeben, die in Südtirol geboren sind. Und das nicht so sehr, weil ich selbst nicht diese Gnade der territoriumskonformen Geburt aufweise. Ich frage mich einfach, wie das praktisch funktionieren soll. Soll etwa nach gutem altem bürokratischem Brauch ein bestimmtes Jahr festgelegt werden, nach dem die Geburt in Südtirol von der Doppelstaatsbürgerschaft ausschließt? Oder schwebt den Befürwortern vor, eine statistische Erbsenzählerei zu veranstalten, bei der für die Bürgerinnen und Bürger überprüft wird, ob sie italienischstämmig oder deutschstämmig bzw. originaltirolischer Herkunft sind? Von den Familiennamen ist das sicher nicht abzulesen.

Oder geht es außerdem darum, eine Grenzziehung gegenüber ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern vorzunehmen? Auch das wäre ein automatischer Effekt der Durchsetzung der doppelten Staatsbürgerschaft, egal mit welcher Regelung. Wir haben über 40.000 Menschen im Land, die nicht die italienische Staatsbürgerschaft haben, hier arbeiten und wohnen und vielfach neue Nachbarn, aber ohne politische Mitspracherechte sind. Die Integration dieser Menschen, sei es der ersten wie der zweiten Generation, ist eine der großen Herausforderungen der nächsten 20 Jahre. Sollten wir uns also nicht dieser Herausforderung zuwenden anstatt Identitätsprofilen nachzulaufen, die entweder obsolet sind oder deren Zuordnung mit einer gewissen egalitären Großzügigkeit vorzunehmen ist. Die Wendungen der privaten Schicksale und der historischen Entwicklungen haben eine vielfältige Mischung der Ethnien bewirkt, die auch durchaus als fruchtbringend angesehen werden kann.

Schon zwischen der deutschen und der italienischen Sprachgruppe gibt es noch so großen Aufholbedarf in der gegenseitigen Verständigung, im Wecken einer positiven Neugier auf die möglichen kulturellen Anregungen, in der Anbahnung von Wegen für die Bewältigung der Vergangenheit und die Schaffung neuer gemeinsamer Ansätze, die es ermöglichen, dem Frieden Dauerhaftigkeit zu geben. Wir wissen alle, wie schnell hierzulande Meinungsverschiedenheiten zu ethnopolitischem Zündstoff hochgekocht werden können. Wir können die Vergangenheit nicht mehr einholen! Deshalb müssen die Lösungen der politischen Fragen zukunftsfähig sein. Beginnen wir also damit, uns auch mit zukunftsträchtigen Problemen auseinanderzusetzen. Eine neuerliche Spaltung der Bevölkerung, zumal durch keine Must-Frage, sondern eine Nice-to-have-Option, können wir nicht brauchen.

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 10.12.2017, 13:08

Hallo Karl,
gehen wir mal Deinen Text durch, in dem sich leider mehrere Denkfehler eingeschlichen haben.

"Das Anliegen selbst ist eine heikle Angelegenheit, die im Normalfall auf der zwischenstaatlichen diplomatischen Ebene ohne groß davon ein Aufheben zu machen, besprochen und, wenn befürwortet, geregelt werden sollte."
Falsch. Das Staatsbürgerschaftsrecht gehört zu den Kernzuständigkeiten eines Staates, die der Staat selbst vollkommen autonom regelt.

"Ohne Einvernehmen zwischen Italien und Österreich läuft diesbezüglich gar nichts."
Falsch. Siehe oben.

"Wobei Österreich noch die Schwierigkeit hat, einer Regelung für die an der Doppelstaatsbürgerschaft interessierte Südtiroler/-innen auch in Bezug auf die in ihrem Staatsgebiet lebende Sprachminderheiten einen rechtlich korrekten Rahmen zu geben."
Wiederum falsch. Österreich kann hier vollkommen autonom entscheiden. Siehe wiederum oben.

"Das Thema jetzt vor der Regierungsbildung in Österreich einseitig nur an das österreichische Parlament bzw. die dortigen Regierungsparteien heranzutragen, ist somit eine sehr undiplomatische Hauruckaktion."
Es ist der sinnvollste Weg. Denn die Regierung kann und wird darüber entscheiden. Ob das undiplomatisch ist, liegt natürlich im Auge des Betrachters.

"Es wird eine Auseinandersetzung angezettelt, die darauf hinausläuft, zwischen "besseren" und "schlechteren" Südtiroler/-innen eine Trennlinie zu ziehen, womöglich, wie es bereits angedeutet wurde, nach dem Kriterium, wer de facto Austrogene in sich trägt."
Falsch. Kein Mensch erfährt, ob ein Südtiroler neben der italienischen noch andere Staatsbürgerschaften hat. Der Grünenchef Tobe Planer hat selbst entschieden, seine österr.-ital. Doppelstaatsbürgerschaft publik zu machen. Probleme nachher? Null.

"Ich frage mich einfach, wie das praktisch funktionieren soll. Soll etwa nach gutem altem bürokratischem Brauch ein bestimmtes Jahr festgelegt werden, nach dem die Geburt in Südtirol von der Doppelstaatsbürgerschaft ausschließt? Oder schwebt den Befürwortern vor, eine statistische Erbsenzählerei zu veranstalten, bei der für die Bürgerinnen und Bürger überprüft wird, ob sie italienischstämmig oder deutschstämmig bzw. originaltirolischer Herkunft sind? Von den Familiennamen ist das sicher nicht abzulesen."
Es gibt verschiedene Lösungswege. Einer könnte zum Beispiel sein: Nachkommen von Staatsbürgern der Republik Deutsch-Österreich haben das Recht darauf. Fast alle Staatsbürgerschaften werden durch Abstammung weitergegeben (u.a. auch die italienische).

"Oder geht es außerdem darum, eine Grenzziehung gegenüber ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern vorzunehmen?"
Schon mal überlegt, dass neu eingebürgerte Südtiroler im Regelfall zwei Staatsbürgerschaften haben? Ana Agolli und Olfa Sassi sind Doppelstaatsbürger und haben für die Grünen kandidiert. Probleme wegen ihrer Doppelstaatsbürgerschaft? Null.

Bild des Benutzers Karl Gudauner
Karl Gudauner 11.12.2017, 17:06

Hallo Robert,
ja, rein juridisch ist ein Staat souverän in seinen Entscheidungen. Aber die Verständigung ist für eine gute Nachbarschaft hilfreich. Das wollte ich anregen. Und, um auch auf Gorgias zu antworten, die europäische Staatsbürgerschaft als Ersatz für die nationale ist eine Perspektive, die ich zu wenig in Betracht gezogen habe. Das kann durchaus die Zukunft sein. Wenn ich an die U.S.A. denke, dann ist dort die "amerikanische" Identität sehr ausgeprägt (in Anführungszeichen, weil Amerika ein weiter gefasster geografischer Begriff ist). Ich hoffe, dass auch die europäische Identität noch besser in den Köpfen und in den Wertvorstellungen verankert wird. Ein bisschen wird es uns dann dennoch wie den Menschen in den U.S.A. gehen, die sich als Amerikaner durch und durch fühlen, aber tief im Herzen stolz darauf sind, z. B. Texaner zu sein.

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 10.12.2017, 21:27

>Wenn schon wären direkte Aktionen für die europäische Staatsbürgerschaft angebracht. Doch wozu denn? Dass auf dem Reisepass schon "Unione Europea" oben steht, beinhaltet ja bereits eine klare europäische Zuordnung, eben mit Anführung der jeweiligen Staatsangehörigkeit.<

Dass man mit der EU-Bürgerschaft in einem anderen Mitgliedsland nicht die selben Rechte hat wie mit der Staatsbürgerschaft wäre schon gut zu wissen wenn man sich an der Diskussion beteiligen möchte.
Wenn es einmal eine EU-Bürgerschaft gibt die nationale Staatsbürgerschaften ersetzt wird man bei der Ausstellung des Passes überall aus den 24 offiziellen Amtssprachen der EU wählen können.

Bild des Benutzers Stephan H.
Stephan H. 10.12.2017, 13:02

Ich verstehe die Antikampagne hier auf Salto nicht. Die Doppelstaatsbürgerschaft ist eine friedliche Angelegenheit innerhalb der EU und wäre für Südtirol ein autonomiepolitischer Meilenstein. Überhaupt gibt es auf italienischer Seite sowieso nur Verständnis, wenn Südtirol sich an Österreich hält, weil das historisch begründet ist.
Es hat bisher zwei Vorschläge von italienischer Seite für eine politische Zukunft Südtirols gegeben, die autonomiepolitisch Gewicht hätte. Das war einmal der bekannte Sergio Romano, der im "Corriere della Sera" ein Kondominium Österreich-Italien für Südtirol vorgeschlagen hat, und der Staatssekretär Gian Claudio Bressa, der die Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler befürwortet. Also liebe Salto-Community, was bitte soll so schlimm sein, wenn jemand die Chance hat neben der italienischen noch die österreichischen Staatsbürgerschaft zu erwerben? Darf das in so einem Fall nicht jeder der dafür in Frage kommt selbst bestimmen?

Bild des Benutzers Basso Meno (gesperrt)
Basso Meno (gesperrt) 11.12.2017, 13:39

"Darf das in so einem Fall nicht jeder der dafür in Frage kommt selbst bestimmen?"

Klar, das wird auch niemand unterbinden können.

Aber es gibt Menschen, die denen ,die nicht ihrer Meinung sind, gern ein schlechtes Gewissen einreden wollen.
So wie früher die römische Kirche ihren Schäflein

Im Bedarfsfall werden Sie bei denen bestimmt Ihre Beichte ablegen können.

Ob diese so diskret behandelt wird wie bei Hochwürden?

Advertisement
Advertisement
Advertisement