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Salto Gespräch

Mit Philosophie aus dem Lockdown

Warum die "Liebe zur Weisheit" gerade jetzt sehr nützlich ist. Ein philosophisches Gespräch mit Andreas Oberprantacher über ausgedehnte Zeiten in den eigenen vier Wänden.
Von
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Martin Hanni19.04.2020
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Kommentare

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gorgias 19.04.2020, 10:17

Die Freiheitsrechte wurden nicht beschnitten, sondern vorübergehend eingeschränkt. Die Gefahr für eine Demokratie ist nicht, ob eine Notsituation aufkommt, in der begründete und angemessene Maßnahmen Freiheitsrechte temporär aufheben, sondern ob eine vitale und vigile Zivilgesellschaft vorhanden ist. Das Problem ist nicht die Corona-Epidemie. Viele schreien auf, nicht weil sie etwas auf der politischen Ebene wahrnehmen, sondern auf der Privaten. Die Einschränkungen der Alltags und die verschwindende Einkommenssicherheit bringt Menschen auf die Barrikaden. Denn viele schleichende und jahrelang anhaltende Prozesse interssieren doch nur eine Minderheit. Solange aber Dinge geschehen, die nicht unmittelbar und in sichtbarer weise betreffen, wie die Machtkonzentration der Informationskonzerne (Google,Facebook), die Monopolbildung im Wahrenvertrieb (Amazon), die Ausbreitung von Freihandelszonen mit Unterhöhlung des Rechtsstaats (TTIP, TPP, CETA usw.) .

Nebenbei ist der momentane Aufschrei gegen Einschänkung der Freiheitsrechte im Grunde unreif und eigennützig und eben nur vorgeschoben, denn diese sind begründet und notwendig und was die meisten stört sind nicht politische sondern private Interessen.

Was wird man aus dem ganzen lernen? Die meisten nicht viel, solange sie nach der Krise eine Arbeit haben und Konsumieren können. Was sich ändern wird ist, dass sich Machtzentren (Europa, Russland, China, Indien, Samuel P. Hungington lässt grüßen!) darauf besinnen in der Versorgung von strategischen Gütern autarker zu werden. Reisen wird schwieriger, aber im großen und ganzen wird die Globalisierung weitergehen. Denn der Coronavirus wurde über Personen in die ganze Welt verbreitet und nicht über Containerschiffe.

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Georg Lechner 19.04.2020, 11:46

Sehr zutreffender Kommentar! Die Demokratie wird ungleich mehr durch die Abhängigkeit von den Geldgebern der Wahlkämpfe und die Angst vor medialer Hinrichtung bedroht. Letztere läuft nicht nur über die Rinnsteinblätter und private TV-Anstalten (Berlusconi bereitete dort seinen politischen Aufstieg vor, indem er Craxi und Andreotti gnadenlos - wenn auch durchaus berechtigt - dort vorführte), sondern auch über gesteuerte Propaganda auf Facebook , Twitter und anderen Medien der US-Datenkraken.

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Sepp Bacher 19.04.2020, 15:05

Nicht schlecht Gorgias "Nebenbei ist der momentane Aufschrei gegen Einschänkung der Freiheitsrechte im Grunde unreif und eigennützig und eben nur vorgeschoben,.....", da maßen Sie sich aber etwas an! Ja zuviel!
In dem Moment, wo privates Unbehagen und Unzufriedenheit zu einer Solidarisierung führt und daraus Aktionen, wie offene Briefe, Bürgerinitiativen usw. führt, ist es ein reifes, gemeinnütziges und überhaupt nicht vorgeschobenes Verhalten! Das ist eben Politik von der Basis und so soll Politik auch sein: eben Basisdemokratie!

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Peter Gasser 19.04.2020, 15:42

Was nützen offene Briefe und Bürgerinitiativen, in welchen 1-2% der Bevölkerung etwas wollen oder erwarten, was die Mehrheit der Experten und der Bevölkerung anders sehen?
Müssen sich Experten-Erkenntnis, Bevölkerungsmehrheit und Politik einer Minderheit und vor allem - der ratio - beugen?
Wollen wir den Fehler, der zu Beginn der Seuche gemacht worden ist und zu großem Leid geführt hat, jetzt erneut und mit demselben Argument wiederholen?

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gorgias 19.04.2020, 15:45

Sie müssen die Dinge im Kontext lesen:
"Denn viele schleichende und jahrelang anhaltende Prozesse interssieren doch nur eine Minderheit. Solange aber Dinge geschehen, die nicht unmittelbar und in sichtbarer weise betreffen, wie..."

Und nur wie gut dieser Aufschrei organisiert ist, hat auch nicht viel zu sagen. Oder möchten Sie Fridays for Hubraum auch als basisdemokratisch verklären?

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Sepp Bacher 19.04.2020, 16:19

Im engeren demokratischen Sinn schon, denn jeder hat das Recht sein Bedürfnisse auszudrücken, Forderungen vorzubringen und versuchen, andere wie Politiker, Parteien zu überzeugen.
Aus ideologischer oder ethischer Sicht kann man das sicher anders bewerten.

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Georg Lechner 19.04.2020, 15:50

Man kann Details der behördlichen Maßnahmen durchaus als unangemessen kritisieren - wie etwa die 400 m - Regelung. Aber die Abstandsregelung oder das Tragen von Mundschutz sind angesichts des Ausbreitungsmechanismus durchaus gerechtfertigt. Ein Aufbegehren dagegen wäre keineswegs gemeinnützig! Es wäre sogar ein Ad absurdum-Führen von Basisdemokratie.
Um nicht missverstanden zu werden: Es ist sehr wohl legal, sich mit offenen Briefen, Bürgerinitiativen etc. zu Wort zu melden. Behörden (soweit es Verordnungen betrifft) und Parteien (bei Gesetzen) sollen die jeweilige Vorgangsweise auch begründen. Aber es besteht kein Rechtsanspruch auf Durchsetzung der Zielvorstellung der jeweiligen Aktion.
Der Ruf nach Basisdemokratie ist insofern verständlich, als mit der Aushebelung der Gewaltenteilung die repräsentative Demokratie westlichen Zuschnitts in eine veritable Legitimitätskrise geraten ist, weil zunehmend die Interessen von Reichen damit die Realpolitik dominieren.
Dass die Öffentlichkeit dafür aber herzlich wenig Aufmerksamkeit erübrigt hat, hat @gorgias (imho zu recht) kritisiert.

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Sepp Bacher 19.04.2020, 16:29

"Aber es besteht kein Rechtsanspruch auf Durchsetzung der Zielvorstellung der jeweiligen Aktion." Das ist für mich die Voraussetzung jeglicher Sensibilisierung und Agitation. Ich kann mich nicht erinnern, dass so etwas jemand gefordert hat. Es ging bei einigen Beiträgen um Interpretationen von Gesetzen und Verfassungsbestimmungen. Die offenen Briefe waren an den Landeshauptmann gerichtet, der z. Z. doch ziemliche Entscheidungsspielräume hat und der auch beeinflussbar ist. Druck von der Basis muss nicht immer zu neuen Gesetzen oder Gesetzesänderungen führen und kann trotzdem eine Wirkung haben und eine Änderung herbeiführen!

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Sepp Bacher 19.04.2020, 17:48

In dieser Diskussion möchte ich auf ein Zitat des Interviewten Philosophen Andreas Oberprantacher zurückgreifen, welches meine Position bestärkt: "Allerdings ist es ebenso wichtig, dass diese Erfahrungen miteinander geteilt, d.h. mit-geteilt werden und sich so etwas wie eine kritische Öffentlichkeit bildet, ansonsten besteht effektiv die Gefahr, dass es sich bei der gegenwärtigen Corona-Krise bloß um etwas handelt, das uns privat betrifft, als Privatpersonen betroffen macht."

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Klaus Griesser 19.04.2020, 19:00

Erschreckend, finde ich,
- wie widersprüchlich die Aussagen von Wissenschaftlern und Regierungsberatern in Sachen COVIT-19 oft sind,
- wie unzureichend allein schon die Zahlen sind mit denen wir täglich bombardiert werden und mit denen der Lockdown gehandelt wird;
- wie von den Gesundheitsbehörden/ Regierungen und vom allergrößten Teil der Presse heute noch verschleiert wird, dass schon im März 2019 (in Worten: zweitausendundneunzehn!) die epidemiologische Studie von Peng Zhou aus Wuhan vorausgesagt und in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlich wurde, die Welt stehe mit Sicherheit (!) vor einer "bat"- Corona-Epidemie, man könne nicht sagen wann und wo, aber China werde der hot spot sein;
- mit welcher Arroganz die konsequent solidarische Corona -Gesundheitspolitik Chinas kommentiert wird (Conte nehme ich aus!) und mit China- bashing beiseitegewischt wird.
Wozu wohl?
(Siehe https://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=56460)

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Karl Trojer 20.04.2020, 10:03

Wenn Weisheit zu bedingungsloser Liebe führt, dann erst hat sie ihren Zenith erreicht.

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Klaus Hartmann 21.04.2020, 11:39

„Dass Krisen auch Chancen sind, ist jedenfalls ein Allgemeinplatz, der häufig verdeckt, welche katastrophalen Konsequenzen sie vielfach haben…….“
Auch der Hinweis auf die katastrophalen Konsequenzen der Krise bleibt ein Allgemeinplatz, wenn er nicht auch zu einer interdisziplinären Analyse dieser Konsequenzen und ihrer Ursachen (die nicht erst mit der "Viruskrise" begonnen haben), zu einem Aufzeigen von Perspektiven, Alternativen und Chancen, zu einer individuellen und gesellschaftlichen Bewusstseinsveränderung und letztlich zu einer politischen Veränderung führt.

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